Eine wahre Geschichte: "Die Song Schwestern" von Mabel Cheung

Die Song Schwestern Filmplakat - Golden Harvest
Die Song Schwestern Filmplakat - Golden Harvest
Der rührende Film „Die Song Schwestern" (1997) zeigt die bewegende Geschichte der drei mächtigsten Frauen Chinas im 20. Jahrhundert.

Im 20. Jahrhundert waren die drei Song-Schwestern mit den mächtigsten Männern der damaligen Zeit verheiratet, nämlich dem einstigen Finanzminister H. H. Kung, dem Gründervater der Republik Sun Yat-Sen und dem Vorsitzenden der chinesischen Nationalpartei Chiang Kai-Shek, wodurch sie zu den drei mächtigsten Frauen Chinas zählen. Obwohl heutzutage kaum einer mehr weiß, wer diese drei außergewöhnlichen Frauen waren, gewährt Mabel Cheungs Film „Die Song Schwestern" aus dem Jahre 1997 einen Einblick in das Leben dieser drei historisch bedeutenden Frauen.

„Die Song Schwestern“: Die Geschichte drei starker Frauen

Die drei Schwestern Ai-Ling, Ching-Ling und May-Ling Song sind die Töchter von Charlie Song, einem Chinesen, der in Amerika zum Missionar ausgebildet wurde. Auch seine Töchter schickt er aufs College nach Amerika. Nach ihrer Rückkehr heiraten die drei Frauen drei Männer im Zentrum der chinesischen Macht: den zukünftigen Finanzminister und Nachfahre Konfuzius’, H. H. Kung, Sun Yat-Sen, den Vorsitzenden der Kuomintang, sowie Chiang Kai-Shek, anfangs aufstrebender Leiter des chinesischen Heeres und später ebenfalls Vorsitzender der Chinesischen Nationalpartei. Die Partnerwahl führt zu einigen Konflikten innerhalb der Familie, da die Ehe zwischen Ching-Ling und dem um einige Jahre älteren Sun Yat-Sen, zudem noch engster Freund des Vaters Charlie, zum Streit zwischen Vater und Tochter führt. Später stehen sich Ching-Ling, die für die Ideen ihres verstorbenen Gatten eintritt, und Chiang Kai-Shek, der die Kommunisten mit aller Macht bekämpft, plötzlich als politische Rivalen gegenüber.

Die Song-Schwestern: „Eine liebt das Geld, eine liebt die Macht, eine liebt das Land“

„Eine liebt das Geld, eine liebt die Macht, eine liebt das Land“, so lautet das chinesische Sprichwort über die drei Schwestern. Ai-Ling Song, die das Geld liebte, besuchte das Wesleyan College und war somit die allererste Chinesin, die ein amerikanisches College besuchte. Nach ihrer Rückkehr nach Shanghai arbeitete sie anfangs als Sekretärin von Dr. Sun Yat-Sen. Den Job übergab sie nach ihrer Hochzeit an ihre Schwester Ching-Ling, die das Land liebte und in Sun Yat-Sen die Liebe ihres Lebens fand. Da Dr. Sun jedoch ein sehr enger Freund ihres Vater Charlie Song und erheblich älter als sie war, führte ihre heimliche Hochzeit zu einem Familienstreit und Kontaktabbruch zwischen dem Paar und Charlie Song. May-Ling, die die Macht liebte, lernte nach ihrer Rückkehr nach China den aufstrebenden General Chiang Kai-Shek kennen, der jedoch schon verheiratet war. Um May-Ling zu heiraten können, ließ er sich nicht nur scheiden, sondern konvertierte auch zum Christentum.

Die drei Schwestern hatten somit einen starken Einfluss auf Politik, Wirtschaft und die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Ching-Lings Einfluss war jedoch am deutlichsten, da sie nach dem Tod ihres Mannes seine politische Agenda weiterführte.

Besetzung des Films „Die Song Schwestern“ - Michelle Yeoh, Maggie Cheung und Vivian Wu

Die Regie des Films übernahm die Hong Kongerin Mabel Cheung und schuf mit „Die Song Scwestern“ eines der besten Werke ihrer bisherigen Karriere. Sie zeigt dem Zuschauer drei starke Frauen anstatt sie bloß als die Ehefrauen von jemand Berühmtem darzustellen.

Die älteste Schwester Ai-Ling Song wird gespielt von Michelle Yeoh, die sowohl in Hong Kong als auch in Hollywood sehr berühmt ist. Sie spielte schon in zahlreichen Kung-Fu-Filmen mit wie Ang Lees „Tiger und Dragon“ (2000) mit Chow Yun-Fat und Zhang Ziyi und ihrem neuesten Film „Reign of Assassins“ (2010). Hollywood-Produktionen mit Michelle Yeoh sind unter anderem „James Bond: Der Morgen Stirbt Nie“, „Die Geisha“ und „Die Mumie: Das Grab Des Drachenkaisers“ mit Jet Li und Brendan Fraser.

Ching-Ling, die mittlere Schwester, wird verkörpert von Maggie Cheung, eine weitere Schauspielerin aus Hong Kong, die schon in über 70 Filmen zu sehen war. Highlights ihrer Karriere sind ihre Rolle in Zhang Yimous „Hero“ mit Jet Li und Tony Leung Chiu-Wai sowie zahlreiche Filme von Wong Kar-Wai wie „In The Mood For Love“ und „Ashes of Time“.

Vivian Wu tritt als jüngste Schwester May-Ling auf. Ihre erste Rolle hatte sie 1987 in „Der Letzte Kaiser“. Seitdem tauchte sie in einigen amerikanischen Film- und TV-Produktionen auf, darunter „Töchter des Himmels“ (1993).

„Die Song Schwestern“: Ein bewegendes Porträt von Mabel Cheung

Traurigerweise sind diese drei mächtigen Frauen heutzutage weitgehend unbekannt, wie so oft in einer von Männer dominierten Geschichtsschreibung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Filme wie diesen gibt. Cheung zeigt die drei Frauen als starke Individuen, die auch den Fokus des Filmes bilden, anstatt sich in die politischen Verstrickungen und Machenschaften ihrer Ehemänner zu verlieren. Sie konzentriert sich mehr auf die emotionalen Aspekte der Geschichte der drei Frauen, die familiären Konflikte, die durch verbotene Liebe und politische Verwicklungen entstanden und stellt diesie auf eine sehr rührende Weise dar. Auch der Tod der Eltern sehr emotional gestaltet. Man kann die Liebe, die in diesen Film geflossen ist, beinahe mit den Händen greifen und gerade das macht ihn nicht nur geschichtlich interessant und lehrreich sondern auf einer emotionalen Ebene sehr bewegend.

Laura Nutchey, Laura Helen Schmitt

Laura Helen Schmitt - Ich bin derzeit 23 Jahre alt und habe schon während der Schulzeit gerne meiner Kreativität im Schreiben freien Lauf gelassen, ob ...

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