
- Spanische Hofreitschule - Dorothea Reinhard
Warum eine Kreuzfahrt auf der Donau gerade zu Weihnachten? Um ohne Gesellschaftsstress auszuspannen oder etwas Besonderes zu erleben. Um sich für ein paar Tage verwöhnen zu lassen. Auf der Donau im Winter – das ist ein Risiko. Wie wird das Wetter? Schneit es oder regnet es vielleicht? Wird es eisig oder stürmisch? Insgeheim fragt man sich auch, was an Festtags-Progamm geboten wird. Geplante Zwischenstopps kann man schon vorher recherchieren, aber wie sieht es vor Ort tatsächlich aus? Eine fünftägige Reise von Passau nach Wien und zurück erscheint auf den ersten Blick sehr kurz. Auf der „Schönen Blauen Donau“ gemütlich zu schippern und sich dabei in jeder Hinsicht verwöhnen zu lassen, kann aber auch ein zu einem unvergessliches Erlebnis werden.
Von Passau über Dürnstein nach Wien und zurück über Melk in fünf Tagen
Der Service einer Flusskreuzfahrt spricht für sich. Man braucht sich um nichts zu kümmern als das Kofferpacken und die Anreise. Das Gepäck kann auf Wunsch vom Heimatort abgeholt werden und dorthin zurücktransportiert werden. Reisen zu den Festtagen sind etwas teurer als zu anderen Zeiten, allerdings kann man an Bord richtig abschalten. Begrüßt wird man an Bord mit einem Snack in der Lounge. Das Schiff legt um 16:30 Uhr ab, da ist es schon dunkel. Gemütlich tuckert das Schiff durch die Nacht, während das erste Abendbuffet wartet, mit bayrischen Spezialitäten wie Leberknödelsuppe, Leberkäs, Semmelknödeln, Hirschragout und regionalen Gemüsen. Wenig später lädt der Kapitän zum Sektempfang in die Lounge. Anschließend kann man dort noch relaxen und der bordeigenen Band lauschen oder kräftig abrocken. Nachts weckt ein leichtes Zittern im Schiffsrumpf ab und zu, immer dann, wenn das Schiff eine der zahlreichen Schleusen passiert.
Dürnstein und die Burgruine des festgesetzten Richard Löwenherz
Das Frühstücksbuffet bietet kontinentales und englisches Frühstück, Süßes und die gesunde Müsli-Bar. Inzwischen hat das Schiff schon einen Teil der Wachau passiert. Mit etwas Glück ist es halbwegs sonnig. Gemächlich ziehen Burgruinen auf den Höhen vorbei. Der Schiffs-Reiseleiter berichtet von Raubrittern und Stiftsgründern entlang der Donau. Gegen 10:00 Uhr ist der erste Zwischenstopp erreicht, der Festungsort Dürnstein mit dem barocken Stift. Wer eine Führung gebucht hat, erfährt vom Reiseleiter in humorvollen Erzählungen von der Geschichte des Stifts und der Burgruine, wo der englische König Richard Löwenherz gefangengehalten wurde. Auch ohne eine Führung lohnt sich der etwa 20-minütige Aufstieg zur Burg oder ein Bummel durch die malerischen Gässchen.
Am Heiligabend durch die Wachau nach Wien
Am Nachmittag des Heiligen Abend gleitet das Kreuzfahrtschiff gemütlich weiter durch die Wachau. Beim gemeinsamem Plätzchenbacken und einem nachmittäglichen Weihnachtsmarkt mit Gebäck und Kuchen lernt man sich näher kennen. Am späten Nachmittag laden der Kapitän und die Crew zum Weihnachtsempfang mit Weihnachtsgeschichte, Liedern und nachdenklichen Texten. Das Heiligabend-Buffet lockt mit Forelle und Lamm bis hin zu vegetarischen Speisen, dazu werden regionale Weine, wie beispielsweise ein Grüner Veltliner aus der Wachau, angeboten. Gegen 19:00 legt das Schiff in Wien an. Der Schiffsservice hat schon eine Auswahl an Christmetten für verschiedene Konfessionen zusammengestellt.
Wien – Stadt des Walzers, der Fiaker, des Kaffees und der Kunst
Am ersten Weihnachtstag kann die östereichische Hauptstadt erkundet werden. Eine Stadtrundfahrt führt über Schloss Belvedere, die Hofburg, vorbei an der Spanischen Hofreitschule, durch die Altstadt und endet am berühmten Hundertwasserhaus. Eine weitere Tour erschließt den Besuchern etwa zwanzig hergerichtete Räume in Schloss Schönbrunn. Auch ein geführter Stadtspaziergang einschließlich des Besuchs in einem der gemütlichen Wiener Kaffeehäuser kann gebucht werden. Wer auf eigene Faust loszieht, ist per U-Bahn schnell in der Stadt. Vor Schloss Schönbrunn ist noch ein Weihnachtsmarkt geöffnet. Für Familien lohnt sich ein Besuch des Kindermuseums mit der Ausstellung "Kaiserkinder". Wer den Stephansdom noch nicht gesehen hat, kann am Nachmittag eine festliche Weihnachtsvesper besuchen. Die Fahrt mit dem Fiaker ist mit 40 Euro ein verhältnismäßig teurer Spaß. Der Prater ist im Winter leider geschlossen. Besonders sehenswert: die wunderbar erhaltenen Jugenstilfassaden.
Über das Stift Melk zurück nach Passau
Am Ersten Weihnachtstag gegen 22:00 Uhr legt das Schiff bei zünftiger Auslaufparty auf dem Achterdeck von Wien ab. Nach nächtlicher Fahrt ist am Zweiten Weihnachtsfeiertag Ankunft am Ort des weltbekannten Benediktiner-Stifts. Die Führung hält Interessantes vom Besuch der Kaiserin Maria Theresia und von alten Handschriften, einer Fluchtkiste mit ausgeklügeltem Sicherheitsschloss und einem Musikorchester hinter runden Bullaugenfenstern bereit. Ab Landgangsende geht es nachmittags wieder in Richtung Passau, vorbei an den Burgruinen der Kuenringer Markgrafen, malerischen Kirchen mit Zwiebeltürmen und winterlichen Weinbergen. Am 27.12. legt das Schiff gegen 7:00 Uhr in Passau an.
Weihnachtskreuzfahrten für Paare, Alleinstehende, Menschen mit Bewegungseinschränkungen – und Familien
Das Publikum auf einer weihnachtlichen Donaukreuzfahrt ist gemischt. Die Majorität besteht aus Paaren mittleren Alters und erwachsenen Kindern, die ihre verwitweten Eltern begleiten. Vereinzelt trifft man Alleinreisende. Einige Reisegesellschaften bieten Festtagsreisen ohne Einzelzimmerzuschlag. Eine Flusskreuzfahrt eignet sich auch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, da man auf anstrengende Landausflüge verzichten und stattdessen an Bord einen angenehmen Aufenthalt verbringen kann. Sauna und Spa-Bereiche sorgen für das Wohlbefinden. Auf einigen Schiffen werden besondere Programme für Familien mit Kindern angeboten. Da ist mit Spielenachmittagen und Verkleidungsprogramm an die Kleinen gedacht. Die Eltern können derweil in Ruhe ausspannen.
Kabinenwahl und Service
Die Ausstattung der Kabinen ist von der Kreuzfahrtlinie abhängig. Die besten, aber auch teuersten, Kabinen verfügen über französischen Balkon und Doppelbett. Größere Kabinen können mit Zusatzbetten als als Dreierkabinen genutzt werden. Im untersten Deck liegen kleinere, preiswertere Kabinen mit Fenstern, die nicht zu öffnen sind und nur begrenzte Sicht bieten. Auf manchen Kreuzfahrtschiffen sind die Betten in den kleinen Kabinen tagsüber zu Sofas verwandelt. Service an Bord wird großgeschrieben. Mehrmals täglich werden die Kabinen gesäubert und die Betten gemacht. Auch die für alle zugänglichen Bereiche werden ständig gereinigt. Die Freundlichkeit der internationalen Crew ist nicht zu übertreffen. Reiseunternehmen empfehlen ein Trinkgeld von fünf bis sieben Euro pro Tag. Das ist angesichts des perfekten Verwöhnprogramms mehr als angebracht. Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau bietet je nach gebuchter Strecke von Passau bis zum Schwarzen Meer landschaftliche Reize und kulinarische Genüsse.
