
- Bündnisaktion - Sylvia Wollny
Hilfe zur Selbsthilfe und Bekämpfung von Aids - mit diesen Zielen präsentierten sich einige Vereine und Initiativen am 1. Internationalen Afrika-Festival in Tübingen.
Schenke eine Ziege e.V.
Dieser gemeinnützige Verein wurde von Vanessa Velte und Robert Wunderlich 2006 gegründet. Durch ihre Freiwilligenarbeit lernten sie die Lebensumstände der verarmten Familien in Uganda kennen und beschlossen, den Menschen zu helfen. Es wurde Land gekauft und eine Ziegenfarm in Kasese im Südwesten Ugandas aufgebaut, die trächtige Ziegen an bedürftige Familien abgibt. Mit der Milch der Ziegen können diese ihre Kinder ernähren und sich ihre eigene Ziegenzucht aufbauen.
Voraussetzung sind allerdings regelmäßige Besuche der Schulungen und Workshops. Diese werden von den einheimischen Angestellten durchgeführt. Beispiele dafür sind: Tierhaltung und Landwirtschaft aber auch Hygiene, Ernährung und AIDS-Prävention. Erst nach einem Jahr mit 52 Schulungen geht die Ziege in den Besitz der Familie über. Nach zwei Jahren muss ein Zicklein von der Familie an die Farm zurück gegeben werden, um den Fortbestand zu gewährleisten. Es werden rund 150 Familien betreut. Ein zweites großes Ziel ist der Aufbau einer Sekundarschule mit Handwerksbereich.
Schenke eine Ziege e. V. hat mit seinem Konzept überzeugt und wurde mit dem Ehrenamtpreis 2009 von Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die meisten Aktiven sind Studenten der Universität Tübingen, die in ihrer Freizeit nicht nur in Deutschland tätig sind, sondern auch tatkräftig in Uganda auf der Ziegenfarm mit anpacken.
Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission e.V.
ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Gesundheit in der Einen Welt einsetzt. Am Tübinger Stand wurde ausführlich über die Arzneimittelhilfe und Ausbildung pharmazeutischer Fachkräfte für Krankenhäuser in Malawi / Tansania informiert. Die Arzneitmittelhilfe ist die anerkannte zentrale Beschaffungsstelle und ordert unter anderem den Medikamentenbedarf auch bei der afrikanischen Pharmaindustrie. Für den Aufbau von Apotheken unterstützt die Arzneimittelhilfe die Fortbildung pharmazeutischer Fachkräfte und stellt pharmazeutische Fachliteratur und Geräte für Partnerorganisationen bereit. Bis 2014 soll in jedem Krankenhaus ab 50 Betten eine pharmazeutische Fachkraft eingestellt werden. Deshalb liegt ein Schwerpunkt des Projektes in der Ausbildung von Pharmatechnikern.
Aktionsbündnis gegen AIDS
Jedes Jahr infizieren sich rund 400.000 Neugeborene durch die Übertragung des HI-Virus der eigenen Mutter. Eine Behandlung aller mit HIV-lebenden schwangeren Frauen könnte das Ansteckungsrisiko auf zwei Prozent reduzieren. Afrika südlich der Sahara hat die höchste Rate an HIV-infizierten Bewohnern, und ein Ende der Ansteckungsgefahr ist nicht in Sicht.
Difäm ist der Rechtsträger des Aktionsbündnis gegen Aids mit Sitz in Tübingen. Auf dem Festival informierten die Mitarbeiterinnen vom Bündnisbüro über die Mitmachaktion "In 9 Monaten.de". Die Vereinten Nationen hatten in ihrer Milleniumserklärung bereits im Jahr 2000 versprochen, dass bis Ende 2010 allen Menschen der Zugang zu Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung ermöglicht wird. Dies wird nicht erreicht werden! Die Aktion fordert deshalb: Kein Baby mit HIV. Verhinderung aller Mutter-zu-Kind-Übertragungen bis 2015!
Plan Deutschland International e.V.
Plan ist ein Kinderschutzorganisation, die die Rechte von Jungen und Mädchen in den Entwicklungsländern stärkt. Plan Deutschland International e.V. vermittelt Patenschaften und hilft damit, Kindern und ihren Familien die Lebensumstände zu verbessern.
Die Ortsgruppe Tübingen informierte am Afrika-Festival über die zahlreichen Projekte und sammelte fleissig für die Aktion Rote Hände, einer internationalen Protestaktion gegen Ensatz von Kindersoldaten. Weltweit gibt es etwa 300.000 Kindersoldaten allein 120.000 davon in Afrika. Die gesammelten Handabdrücke werden an das Auswärtige Amt geschickt mit der Forderung, sich dafür einzusetzen, dass das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention aus dem Jahr 2002 von allen Staaten ratifiziert wird. Alle Verträge missachtend werden noch heute Kinder im Krieg eingesetzt.
Den Vereinen ist zu wünschen, dass ihr Einsatz zum Wohl der Menschen auf dem gesamten Kontinent Afrika reichlich Früchte trägt, sie selber tatkräftige Unterstützung erhalten und ihre Ziele erreichen. Auf jeden Fall gebührt jedem Einzelnen ein großes Dankeschön für die ehrenamtliche Arbeit.
