Ein Tag in der Redaktion einer Tageszeitung

Auf der Suche nach der neuesten Nachricht - CFalk / pixelio.de
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Eine Hospitation ist spannend: Wie entsteht die Tageszeitung, welche täglichen Abläufe sind nötig, wie funktioniert die Arbeit eines Journalisten?

Ein Tag in der Redaktion einer Tageszeitung ist sehr abwechslungsreich. So früh beginnt er nicht, bis kurz vor 10 Uhr füllen sich die Schreibtische, alle haben eine Ausgabe der aktuellen Tageszeitung vor sich liegen und blättern die Seiten durch.

Mehrere Konferenzen täglich

Täglich fallen um die 90 Minuten Konferenzzeit an, entweder im Konferenzraum, am Newsdesk vor den Bildschirmen der aktuellen Zeitungsausgabe oder per Telefon. Um 10 Uhr ist die erste Konferenz. Jetzt geht es darum: Wie ist die aktuelle Ausgabe, was ist gelungen, was ist zu kritisieren – inhaltlich und das Layout betreffend. Wo sind die Unterschiede zur Konkurrenz? Was fehlt in der aktuellen Ausgabe und warum fehlt es? Jeder einzelne Ressortchef gibt ein Votum ab. Dann werden die Themen des Tages in groben Zügen geplant, besprochen und Aufgaben verteilt. Wer hat welche Kontakte und kann ein Interview arrangieren oder telefonisch Erkundigungen einholen für einen Artikel, klärt sich schnell im Gespräch. Untereinander wird geklärt, welche Wunschthemen es gibt und welche offenen Fragen zu aktuellen Themen bestehen. Gleich wird abgesprochen, wer diese übernehmen kann.

Themenabsprache und Verteilung der Aufgaben

Hier hat es gebrannt, da ist jetzt ein Foto möglich, jemand fährt hinaus mit der Kamera. Dort wurde ein Juweliergeschäft überfallen, ein anderer Reporter macht sich im Anschluss auf den Weg. Die anderen kehren vom Konferenzraum an ihre Schreibtische zurück. Schon wenig später steht die erste überregionale Telefonkonferenz mit den verschiedenen regionalen Lokalausgaben des Blattes an. Auch hier: Themenabsprache, grobe Vorplanung für die kommende Ausgabe des Folgetages.

Lokalredaktion und lokale Berichterstattung

In der Lokalredaktion werden die Veranstaltungen des Vortages und Veranstaltungshinweise geschrieben und eine Seite gestaltet – mit Fotos, mit Berichten und Notizen über Veranstaltungen. Bei der Durchsicht der eingehenden Mails und Faxe fällt auf, dass aktuell am Abend wichtige Termine im Stadtteil stattfinden werden, für die noch kein Berichterstatter gefunden wurde. Also heißt es: telefonieren und einen freien Mitarbeiter entsprechend engagieren. Zukünftige Termine werden in die Wiedervorlagemappe gelegt und im Online-Terminkalender eingetragen, damit sich auch hier wieder Interessenten melden können, die darüber berichten werden.

Aktuelles online und auf Papier

Nach der Mittagspause überschneiden sich dann die Ereignisse: zwei Überfälle in der Stadt, Polizeisuche nach den Tätern. Wieder werden Reporter gefunden, die sich mit der Kamera auf die Jagd nach guten Schnappschüssen machen – dabei laufen die Telefone heiß. Es wird versucht Zeugen, Betroffene und Polizeivertreter zu erreichen und Aktuelles zu erfahren. Gleichzeitig setzt eine Mitarbeiterin ‚Aktuelles online – mit wenigen, knappen Sätzen und möglichst einem Foto. Ein Täter vom Banküberfall ist gefasst. Der zweite wird mit Hubschrauber, Motorrad und Fahrrad von der Polizei gesucht. Stunden später trifft die Nachricht ein, dass auch er gefasst wurde und die Beute in einem Abfalleimer auftauchte. Es gibt gute Fotos von der Spurensuche in der Sparkasse – der Artikel kann geschrieben werden.

Artikel in der richtigen Länge an der richtigen Stelle

Es macht an diesem Tag keine Mühe, die Seiten zu füllen. Auch im Lokalteil müssen einige Nachrichten weiterhin auf Veröffentlichung warten, weil sie nicht so aktuell sind und immer noch für „nachrichtenärmere“ Zeiten genutzt werden können. Ruhiger ist es in der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester und in den Sommerferien, da gibt es eben kaum Veranstaltungen – außer Ferienbetreuungen und die üblichen Kleinkatastrophen, in der Regel. Dann ist es doch einfacher, längere Nachrichten und Artikel zu kürzen.

Alles druckreif gestalten

Beim Chefredakteur kommen täglich über 600 E-Mails an, die bearbeitet werden müssen. Artikel werden gegenseitig Korrektur gelesen, eigene Lektoren gibt es nicht mehr. Der Tag für die meisten endet um 18 Uhr – bis dahin stehen die Nachrichten für den nächsten Tag, aber druckfertig muss das Blatt um 23 Uhr sein. Dann beginnt für die Druckerei die Arbeit.

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