
- Einen Verlag finden - fotolia
Das erste Buch ist fertig. Egal, ob Roman, Kurzgeschichtensammlung oder Sachbuch: Der nächste Schritt ist normalerweise die Suche nach einem Verlag. Da gibt es zwei Möglichkeiten: Die Autorin oder der Autor kann sich direkt an einen Verlag wenden oder man sucht sich einen Agenten/eine Agentin. Vorher sollte man sich genau überlegen, ob das Buchprojekt zum Programm des Verlags oder zum Tätigkeitsbereich der Agentur passt. Es macht wenig Sinn, einen Liebesroman einem Verlag anzubieten, der nur Krimis veröffentlicht. Auch Agenturen haben sich meistens spezialisiert, etwa auf Belletristik oder Sachbücher. Es gibt auch Agenturen, die in erster Linie Projekte vermitteln, das heißt, es geht zunächst darum, eine Idee, etwa für ein Sachbuch, zu verkaufen.
Der erste Kontakt zum Verlag
Der nächste Schritt ist dann, mit dem Verlag oder der Agenturin Kontakt zu treten. Ein Verlag wie Suhrkamp erhält im Jahr 2.000 bis 3.000 unverlangt eingesandte Manuskripte. Veröffentlicht wird davon oft nur ein Prozent oder weniger. Insofern ist es eher unwahrscheinlich, dass man mit offenen Armen empfangen wird.
Schön, wenn man mit jemanden befreundet ist, der einen Lektor oder Agenten kennt. Dann kann man sich auf diesen Kontakt berufen und erst einmal anrufen. Aber auch wenn man nicht über „Vitamin B“ verfügt, sollte man bei dem Verlag oder der Agentur erst einmal anrufen. Bei www.uschtrin.de ist eine Liste von Literaturagenten zu finden.
Der erste Anruf ist für manche vielleicht ein Klacks, andere tun sich schwer damit. Die machen sich wahrscheinlich solche Gedanken: Was, wenn ich ein „nein“ zu hören bekomme? Was ist, wenn ich gleich abgewimmelt werde? Mein Buch/Buchprojekt ist eigentlich doch nicht so gut. Das kennt bestimmt jeder. Doch solche Gedanken helfen nichts. Die Hürde muss genommen werden. Wenn man es später einmal geschafft hat, darf man ja auch nicht die Öffentlichkeit scheuen, sondern liest in einer Volkshochschule der Literaturgruppe etwas aus seinem Buch vor oder gibt der örtlichen Presse ein Interview.
Am besten man überlegt sich vorher ganz genau, was man sagen will. Gut ist, wenn man bereits den richtigen Ansprechpartner kennt. Auf der Internetseite der Verlage gibt es oft eine Seite mit den verschiedenen Ressorts – und manchmal auch Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
Das Manuskript an den Verlag schicken
Fragen Sie, ob Sie das ganze Manuskript schicken sollen. Die meisten Lektoren wollen das nicht. Vielen reicht ein kurzes Anschreiben, ein Exposé (etwa 1 bis 2 Seiten) sowie eine Leseprobe (1 bis 2 Kapitel, rund 40 Seiten) plus eine Kurzvita mit einem aktuellen Foto. Seriöse Agenturen arbeiten übrigens auf Erfolgshonorar und verlagen eine Provision von 15 bis 20 Prozent. Finger weg sollte man von Agenturen lassen, die „Bearbeitungskosten“ oder Kosten für das „Lektorat“ verlangen. Wenn das Manuskript brauchbar ist, wird die Agentur auch auf ihre Kosten kommen.
Literaturwettbewerbe
Ein klassischer Weg zum eigenen Buch sind auch Literaturwettbewerbe. Oft winkt als Preis die Veröffentlichung des Romans oder der Kurzgeschichte in einer Anthologie. Natürlich ist die Chance zu gewinnen nicht gerade riesig, aber wenn man ohnehin an einem Buchprojekt arbeitet, das zum Thema des Wettbewerbs passt, ist es doch den Versuch wert. Unter www.uschtrin.de sind (fast) alle aktuellen Literaturwettbewerbe zu finden. Man kann auch ein Newsletter bestellen, um immer über neue Ausschreibungen informiert zu werden.
