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Einheitsdenkmal Deutschlands – Entscheidung ist endlich gefallen

Freiheits- und Einheitsdenkmal Siegerentwurf - Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Freiheits- und Einheitsdenkmal Siegerentwurf - Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Staatsminister Bernd Neumann (CDU) stellte am 13. April 2011 den endgültig ausgewählten Entwurf für das seit 2007 geplante Denkmal zur Deutschen Einheit vor

Die Suche nach dem besten Entwurf für das deutsche Freiheits- und Einheitsdenkmal war eine schwere Geburt. Nach einem gescheiterten ersten Wettbewerb konnte auch in der zweiten Ausschreibung kein klarer Sieger ermittelt werden. Nun ist die Entscheidung zugunsten eines ungewöhnlichen Konzepts gefallen, das im wahrsten Sinne des Wortes Bewegung in die Angelegenheit bringt.

Die endgültige Entscheidung zum Freiheits- und Einheitsdenkmal Deutschlands

Am 13. April 2011 verkündete Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) dem Kulturausschuss des Deutschen Bundestages im Paul-Löbe-Haus in Berlin das Ergebnis des Sachstandsberichtes zum Freiheits- und Einheitsdenkmal Deutschlands. Das Konzept "Bewegte Bürger" des Stuttgarter Designbüros von Johannes Milla in Zusammenarbeit mit der Berliner Choreografin Sasha Waltz setzte sich zum Schluss durch.

Die gewünschte Darstellung der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit, verbunden mit dem Freiheitsgedanken, wird nach Ansicht der 15-köpfigen Jury von dem Siegerentwurf in überzeugender Weise erfüllt. Die Oppositionsfraktionen der Linken und der Grünen fühlten sich bei der Entscheidung übergangen, da sie kein Stimmrecht in der Jury erhielten und kritisierten dies sehr deutlich. Sie fühlten sich "verschaukelt".

Das vom Deutschen Bundestag 2007 mit einem Budget von zehn Millionen Euro bewilligte Denkmal soll auf dem Platz des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf der Schlossfreiheit in Berlin stehen. Der Standort liegt direkt gegenüber dem Gelände, auf dem das Berliner Stadtschloss wieder aufgebaut werden soll. Die Errichtung des Denkmals soll in den nächsten drei Jahren erfolgen.

Der Sieger-Entwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal Deutschlands

"Bürger in Bewegung“ besteht aus einer 50 Meter langen flachen Schale, die nicht fest mit dem Untergrund verbunden, sondern entlang einer geometrischen Mittelachse beweglich ist. Die Bewegung wird durch das Körpergewicht der Menschen ausgelöst, die die Waagschale betreten und so Teil des Denkmals werden. Ähnlich wie bei einer Wippe schwingt die Schale langsam aber sicher hin und her. Den Bürgern soll das körperliche Gefühl vermittelt werden, dass sie Dinge nur dann in Bewegung bringen können, wenn sie zusammenarbeiten.

Dass die Seiten des Denkmals nach oben geschwungen sind, soll das Ablösen der heutigen Gesellschaft von der Vergangenheit darstellen. Die vergoldete Unterseite der Schale steht für die Vergangenheit. Auf ihr werden in Lochstanzung Bilder und Losungen aus der Zeit der Wiedervereinigung dargestellt, zum Beispiel "Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk." Allerdings können sie nur dann für die Bürger in Gänze sichtbar werden, wenn die Schale von ihnen bewegt wird. So findet die heutige Auseinandersetzung mit Einheit und Freiheit auf der Oberseite statt.

Sinnbildlich steht das Denkmal für das gemeinsame politische Engagement von Menschen, deren Meinung "Gewicht" hat. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Denkmal soll daran erinnern, dass Menschen sich auch in Zukunft bewegen müssen, um Demokratie und Freiheit zu erhalten.

Der schwierige Weg bis zur Entscheidung zum Freiheits. und Einheitsdenkmal

Der erste Anlauf, einen geeigneten Entwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal zu finden, wurde 2009 als offener Wettbewerb ausgetragen. Die 533 eingereichten Entwürfe waren größtenteils so banal und nichtssagend, dass die damalige Jury den ersten Wettbewerb abbrach. Für den anschließenden zweiten Wettbewerb, wurden nur Künstler und Architekten zugelassen, die bereits in der Vergangenheit ähnliche Projekte erfolgreich verwirklichten konnten. 386 Künstler und Architekten reichten ihre Vorschläge ein, von denen 28 Entwürfe in die engere Wahl kamen.

Die Jury entschied sich für drei verschiedene Siegerentwürfe, die am 3. Oktober 2010 vorgestellt wurden. Alle Vorschläge bedurften der Nachbesserung. Im Fall der Schale standen Sicherheitsbedenken, der hohe technische Aufwand, das hohe Gewicht des Denkmals und die Betriebskosten in der Diskussion. Offenbar wurden diese Probleme weitestgehend gelöst, so dass dem Bau des Denkmals nun nichts mehr im Wege steht.

Quellen:

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Deutsche Gesellschaft e. V. , Freiheits- und Einheitsdenkmal

Dagmar Hering, Dagmar Hering

Dagmar Hering - Nach meinem Abitur absolvierte ich zunächst eine Banklehre und studierte dann Diplom-Biologie. Nach erfolgreichem Abschluss bekam ich ...

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