
- Japanische Teezeremonie - Urasenke-Stiftung
Die Sitte, Tee zu trinken, stammt, so Überlieferungen aus dem Jahr 2780 v. Chr.. aus China. Es waren japanische Gelehrte, die diese Sitte, mit der Religion des Buddismus, nach Japan importierten. Der japanische Mönch Eisai zenji, brachte im Jahre 1191, von seiner China-Reise, neue Teesorten mit. Diese waren so wohlschmeckend, dass sie, samt Zubereitungsart, vom chinesischen Sung-Hof übernommen wurden. In der Folge wurde Tee auch in Japan angebaut. Die ältesten Teeplantagen dort sind in Asahi, Yamana, Umoji, Kyogoku und Kambayashi.
Die Teezeremonie, japanisch Chanoyu, wurde vom Zen-Meister Mus Soseki, in den Jahren 1275 bis 1351, eingeführt. Sie ist eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden und gilt in Japan als eigenständige Kunst. Die Teezeremonie hat feste Regeln für die Zubereitung und das Servieren von Tee. Zu ihr werden Gäste eingeladen, um Harmonie, Hochachtung und Stille wieder zu vereinigen. Das Ritual lädt zur Einkehr und Besinnung ein, lässt Streitigkeiten des Alltags vergessen. Im Teeraum ist es, im Gegensatz zu einem Cafe, still. So findet Körper und Geist wieder zueinander. Die Ästhetik spielt bei der klassisch-japanischen Teezeremonie eine größere Rolle als das Teetrinken selbst. Die einzelnen Handgriffe variieren, je nach Jahreszeit.
Unter der Leitung von Ulrich D. Haas Sôshiki Seizen, können die Besucher,am 12. Februar 2012, im Turmzimmer neben der Kreisgalerie Meßkirch, im Landkreis Sigmaringen, einer klassisch-japanischen Teezeremonie beiwohnen.
Die Teezeremonie in Meßkirch, ist Teil der Sonderausstellung "Die Puppen Japans", die vom 3. Februar bis 22. April 2012, von Freitag bis Montag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr, in der Kreisgalerie Schloss Meßkirch gezeigt wird. Es werden mehrere hundert japanische Puppen aus der Sammlung von Dora Feder, Blaubeuren, sowie Kimonos, japanische Farbholzschnitte und Rollbilder (Kakemono) mit thematischem Bezug zur Puppenwelt präsentiert.
Die Kurzform der Teezeremonie
- Wasser sieden lassen
- Teeblätter zu feinem Pulver gemahlen und in heißem Wasser mit einem kleinen Bambusbesen in einer Schale zu Tee schlagen
- ihn mit aufrichtigem Herzen trinken
Die klassisch-japanische Art der Teezeremonie ist umfassender
Wer seinen Tee auf die klassisch-japanische Art, in einer Teezeremonie einnehmen will muss wissen: Der Zugang zum schlichten, aber stilvollen Teeraum, ist nur knapp ein mal einen Meter hoch. Dadurch ist gewährleistet, das jeder Gast den Raum respektvoll betritt. Manchmal ist der Raum zum Garten hin geöffnet, sodass die etwa drei bis fünf Gäste, denen, um die Wartezeit zu verkürzen, oft japanischer Reiswein, heiß oder kalt, und Reisgebäck oder Süßigkeiten serviert werden,einen entspannten Ausblick (vielleicht auf einen Ginkobaum) haben.Untrennbar mit der japanischen Teezeremonie ist die Raku-Keramik,des Töpfermeisters Tanaka Choijros (1512-1592, die für Wohlgefühl, stille Freude und Glück steht, verbunden,In Japan gilt beim Teegeschirr das Wabi Schönheitsideal der einheimischen Kreramik, die mit ihrer rohen Oberfläche dem kunstvollen chinesischen Teegeschirr vorgezogen wird. Das gemeinsame trinken von Tee,bietet Japanern die Möglichkeit, ein von Standesunterschieden freies Gespräch zu führen.
Das ist der Zen-Mönch und Teemeister Ulrich D. Haas Sôshiki Seizen
Ulrich Seizen Haas wurde in Japan zum Zen-Priester und Teemeister ausgebildet. Er leitet die Urasenke-Stiftung in Freiburg-Vörstetten. Das Zentrum steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Sôshitsu Sen XV, dem Oberhaupt einer der traditionsreichsten Schulen für den Teeweg, in Kyoto.1986 wurde der Teemeister von Seizen Haas beauftragt, als Beitrag zu einem deutsch-japanischen Kulturaustausch,.in Deutschland den Teeweg, in Theorie und Praxis, bekannt zu machen.
Eine Anmeldung zur Teezeremonie ist nicht nötig. Sonderführungen sind am 26. Februar und 1. April, jeweils um 15 Uhr, mit dem Japan-Kenner Hannspeter Kunz, Der Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellung beträgt 2 Euro (ermäßigt 1 Euro).
Quelle: Kreisgalerie Schloss Meßkirch
