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Einmalige Natur auf Sylt

Seehund, Krabbe & Heckenrose: Wandern in Schutzgebieten der Insel

Wer auf Sylt wandert, erlebt eine nahezu einzigartige Natur: Schutzgebiete mit herrlichen Pflanzen und das vogelreiche Wattenmeer mit seinen charmanten Robben

Auf die nördlichste Insel der Bundesrepublik mit ihren knapp 100 km² Größe kommen die Urlauber nicht nur wegen ihrer mondänen Orte wie beispielsweise Kampen mit seinen Stars und Sternchen aus den Medien. Sie kommen wegen der grandiosen Natur der Insel.

Knapp 30 Prozent von Sylts Fauna und Flora stehen unter Naturschutz

Der ca. 40 km lange Sandstrand an der Westküste, die spektakuläre Steilküste „Rotes Kliff" mit seinen 52m Höhe, oder das weltweit einmalige Wattenmeer, sind nur einige Naturereignisse. Inzwischen gibt es elf Naturschutzgebiete auf Sylt. Das größte ist das Naturschutzgebiet im Norden der Insel, das mit seinen knapp 1800 ha vom Ellenbogen bis fast nach Kampen reicht. Das kleinste ist nur 10 ha groß. Es ist die Kampener Vogelkoje.

Fast ein Drittel der Fauna und Flora der Insel sind also geschützt. Darüber hinaus gehören einige Küstenabschnitte und große Teile der Gewässer rund um die Insel zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Viele im Wattenmeer lebende Tierarten sind endemisch - sie kommen also an keinem anderen Ort in dieser Welt vor. Diese teilweise noch natürlich belassene Landschaft ist aber nicht nur für die heimischen Tiere wichtig. Sie dient jedes Jahr Millionen von Zugvögeln auch als Nahrungs- und Rastgebiet. Das Wattenmeer gehört damit zu den vogelreichsten Gebieten der Erde.

Robbe, Krabbe & Co - die Stars des Wattenmeeres

Die zahlreichen Schutzmaßnahmen der letzten Jahrzehnte fanden nicht ohne Grund statt: Der Lebensraum Nordsee mit dem Lebensraum Wattenmeer ist weltweit einzigartig. Rund 70 Fischarten gibt es allein im Wattenmeer. Mit etwas Glück und Geduld, trifft man einige Arten, davon z.B. die Plattfische. Im März treffen die Schollen im Watt ein und beginnen ihr noch kleines Leben - sie sind erst bis zu 19 mm groß - auf dem Grund des Watts ganz in der Nähe des Strandes. Erst mit zunehmendem Wachstum wandern sie in größere Tiefen ab.

Die Stars der Nordsee sind die Meeressäuger, allen voran die Seehunde. Wer erliegt nicht dem Blick der großen dunklen Augen in dem charmanten Gesicht dieser Robbenart? Viele Menschen sind begeistert, wenn sie die dunkelgrauen Tiere mit ihren schwarzen Flecken auf ihren schlanken Körpern sehen und beobachten können, wie sie gemütlich auf ihren Seehundbänken im Wattenmeer liegen. Ein weiterer Star des Wattenmeeres ist eines der bekanntesten Krebstiere auf Sylt - die Nordseegarnele. Berühmt ist jener langschwänzige Zehnfußkrebs aber vor allem wegen seines guten Geschmacks. Ca. 10 000 t Nordseegarnelen werden jährlich in Deutschland gefangen, um wohlschmeckend als Krabbe auf unseren Brötchen zu landen.

Eine blühende Landschaft - so duften Sylter Ferien

Auch an Land findet man auf Sylt eine nahezu einmalige Natur. Da wären beispielsweise die einzigen Wanderdünen Deutschlands sowie die zahlreichen Pflanzen in den Heidelandschaften, von denen viele auf der Liste der bedrohten Arten stehen. Die ursprüngliche Flora der Insel Sylt war karg und baumlos. Erst Mitte des 19. Jhd. pflanzte man Bäume und Büsche, die noch heute, vom täglichen Wind klein gedrückt und zerzaust, den Widrigkeiten trotzen. Ca. 700 Pflanzen zählen Biologen auf der Insel. Berühmt ist die Heckenrose. Die ursprünglich aus Sibirien stammende Wildrosenart blüht im Sommer in einem zarten Rosa, duftet angenehm und kann bis zu vier Meter hoch werden. Die winterharte Heckenrose wurde von Menschen nach Sylt gebracht. Sie ist soweit verbreitet, dass sie bereits unter dem Titel Sylt-Rose bekannt ist.

Als nächstes fallen einem die großen Heideflächen auf der Wattseite Sylts ins Auge. Vor allem im Spätsommer, wenn die kleinen Zwergsträucher in ihrer typischen violetten Farbe zu blühen beginnen. Eine weitere weithin sichtbare Pflanze ist der Ginster, dessen wahre Schönheit sich während seiner Blütezeit offenbart. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von bis zu 1,50 m und blühen von ca. Mai bis Juni herrlich gelb.

Hin und wieder sieht man eine Silberpappel, wie sie sich stolz gegen den garstigen Salzwind stemmt. Eigentlich ist sie ein Baum aus Südeuropa, der eine Höhe von über 30 m erreichen kann. An unserer nordischen Küste allerdings gelingt ihm das nicht. Hier wird die Silberpappel zu windschiefen Büschen. Aber von ihrer Schönheit mit ihren an der Unterseite weißen Blättern büßt sie dennoch nichts ein.

Auch in den zunächst karg scheinenden Dünen, kann man viele Pflanzen entdecken. In den älteren Dünen ist vor allem die Krähenbeere verbreitet. Jeder Sylt-Besucher liebt sie, denn mit ihr ist ein typischer und herrlicher Duft verbunden. So duften Sylter Ferien.

Wandern durch die Naturschutzgebiete - auf Sylt ist das möglich

Besonders an all diesen Schutzgebieten der Insel Sylt ist, dass man sie fast alle erwandern kann. Kaum ein Gebiet ist komplett gesperrt. Jeder darf auf den speziell ausgewiesenen Wegen spazieren - Schilder weisen auf besondere Schutzzonen und Brutgebiete hin, die man nicht betreten darf. Wer tieferen und professionellen Einblick in die Flora und Fauna der Insel erhalten möchte, nimmt einfach an einer der geführten Touren teil, die in zahlreichen ausgewiesenen Naturschutzgebieten angeboten werden.

Friederike von Bülow, Friederike von Bülow

Friederike von Bülow - Friederike v. Bülow ist Journalistin und Buchautorin (7 Buchveröffentlichungen), Bildhauerin und Pferdetherapeutin. Sie hat sich ...

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