
- Rettungsring - Sabrina Sann
Im Rahmen von Rettungseinsätzen im Wasser können verschiedene Hilfsmittel zur Anwendung gebracht werden. Jeder kennt vermutlich die Rettungsweste und den Rettungsring. Doch es gibt auch Rettungsbojen, Rettungsleinen, Rettungsstangen, Rettungsbälle, Rettungsgurte ...
Welches Rettungsgerät kommt wann zum Einsatz?
Grundsätzlich gilt: Zur Lebensrettung kommt jedes Mittel recht! Alles, was Eigenauftrieb hat, kann bei Erschöpfungszuständen entlasten.
Rettungswesten sind beim Wassersport in Freigewässern zu empfehlen: beim Kajak fahren, beim Wasserski fahren, beim Segeln oder Paddeln. Die Verantwortung, diese Rettungsmaßnahme vorbeugend zu ergreifen, liegt allerdings bei dem Wassersportler selbst. Alle anderen Rettungsgeräte werden beim Rettungseinsatz durch den Rettungsschwimmer zum Einsatz gebracht:
Einsatz von Rettungsleine und Rettungsgurt
Eine Überschrift, da ein Kapitel: Rettungsleine und Rettungsgurt kommen gemeinsam zum Einsatz. Sie dienen der eigenen Sicherheit des Rettungsschwimmers, wenn er beim Rettungseinsatz weite Entfernungen zurückzulegen hat, zum Beispiel in Seen, Flüssen oder sogar an der Küste. Beim Einsatz dieser Rettungsgeräte entsteht gleichsam eine „Rettungskette“: Am Ufer steht der Leinenführer. Im Wasser liegt die zu Rettende Person. Und der Rettungsschwimmer schwimmt mit Rettungsgurt um die Schulterblätter und daran befestigter Rettungsleine „drauf los“, im wahrsten Sinne: Er kann sich auf dem Weg zum Ertrinkenden so richtig verausgaben, denn durch die Rettungsleine bleibt er mit dem Leinenführer am Ufer in ständigem Kontakt. Wenn er den Ertrinkenden erreicht hat, zieht der Leinenführer beide zurück. Mit vorher vereinbarten Leinenzugsignalen können Rettungsschwimmer und Leinenführer auch während des Anschwimmens kommunizieren, zum Beispiel über einen notwendigen Richtungswechsel.
Einsatz von Rettungsring und Rettungsball
Nein, Rettungsring und Rettungsball kommen nicht gemeinsam zum Einsatz. Und doch können sie zu einem Kapitel zusammengefasst werden, denn ihre Handhabung ist ähnlich. Beides kommt hauptsächlich in öffentlichen Schwimmbädern zum Einsatz, auch in Strandbädern, teilweise an Brücken und Schleusen. Vorteil des Rettungsballs ist seine etwas leichtere Handhabung im Vergleich zum Rettungsring, der sehr viel schwerer ist. Außerdem ist der Rettungsball leichter zu pflegen und instand zu halten. Der Rettungsring hingegen kann besser als Schlepp- und Transporthilfe genutzt werden. Im Großen und Ganzen sind ihre Einsatzbereiche jedoch die gleichen. Beim Auswurf von Rettungsring oder Rettungsball ist darauf zu achten, dass das Ende der Leine (die am Rettungsgerät befestigt ist) mit dem Fuß gesichert wird und das Rettungsgerät mit großem Schwung von unten her in die Weite geworfen wird – und zwar über den Ertrinkenden hinaus! So kann das Rettungsgerät mit der Leine zum Ertrinkenden gezogen werden, während bei zu kurzem Wurf das Rettungsgerät gegebenenfalls wieder komplett eingezogen und neu ausgeworfen werden muss. Damit das Rettungsgerät beim Wurf nicht von der eigenen Leine gebremst wird, werden auf ganz bestimmte Weise Schlaufen gewickelt, die sich im Flug lösen.
Dieser Artikel reicht nicht aus, um die genannten Rettungsgeräte optimal bedienen zu lernen und bietet keinen vollständigen Überblick über alle Rettungsgeräte.
Neben den hier beschriebenen Rettungsgeräten gibt es noch Rettungsbojen, Rettungsstangen, den aus Amerika kommenden „Rescue Tube“ und die klassische Wurfleine.
Für jeden, der sich häufig in Badebereichen aufhält oder Wassersport in jeglicher Form betreibt, empfiehlt sich eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Hierbei wird der Umgang mit sämtlichen Rettungsgeräten umfassend geschult. Rettungsschwimm-Ausbildungen werden in Deutschland regional von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft oder der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt und eignen sich auch für Eltern mit Kindern, für Personen, die in der Nähe von Freigewässern wohnen – und für Wassersportler sowieso.
