Einstieg in die Acrylmalerei

Materialien und erste Malversuche mit Acrylfarben

Beet mit Sonnenhut  in Acryl - Andrea Fettweis
Beet mit Sonnenhut in Acryl - Andrea Fettweis
Welche Materialien Sie für den Einstieg in die Acrylmalerei benötigen und wie Sie Ihre ersten Mal-Übungen gestalten können

Wenn Sie ein unkompliziertes Medium suchen, um Ihre gestalterischen Ideen zu verwirklichen, treffen Sie mit Acrylfarben die richtige Wahl. Sie sind farbintensiv, wasserlöslich und können sogar mit anderen Stoffen wie zum Beispiel Sand vermischt werden. Daher lassen sich unterschiedliche Strukturen darstellen, mit denen man ein plastisches Ergebnis erzielen kann. Im Gegensatz zu Ölfarben sind Acrylfarben geruchsfrei, sodass in geschlossenen Räumen gemalt werden kann. Außerdem trocknen sie schnell und können schnell weiterverarbeitet werden.

Malgründe aus verschiedenem Material

Als Malgrund eignen sich nahezu alle Materialien, sofern sie fettfrei sind. Von der klassischen Leinwand über fertige Keilrahmen, die es heute in vielen Größen und Formaten preiswert zu kaufen gibt, bis hin zu einfachen Holzplatten kann alles mit Acryl bemalt werden. Selbst raue unbearbeitete Untergründe ergeben eine besonders interessante Struktur. Wer zunächst wenig Geld investieren möchte, kann spezielles Acrymalpapier kaufen, das als Block in verschiedenen Größen erhältlich ist.

Nicht sparen bei Farben und Hilfsmitteln

Beim Kauf der Farben sollten Sie auf eine gute Qualität achten. Billige Produkte haben nicht die Deck- und Leuchtkraft, die man erwartet, zudem verblassen sie möglicherweise nach einer Weile. Acrylfarben sind in Tuben und Flaschen in unterschiedlichen Größen erhältlich, wobei die Flaschen verhältnismäßig preiswert sind. Es lohnt sich daher, die bevorzugten Farben in größeren Mengen zu kaufen, während von weniger genutzten jeweils eine Tube reicht. Um den Farben zusätzliche Effekte zu verleihen, können sie mit Hilfsmitteln vermischt werden. Im Handel sind Strukturpasten und Effektgele erhältlich, die sowohl pur als auch mit Farben gemischt und anschließend übermalt werden können.

Preiswertes Werkzeug aus dem Haushalt

Um Farben und Strukturpasten auf den Maluntergrund aufzutragen, bieten sich nicht nur Pinsel an, sondern auch Rollen, Palettmesser und Spachtel an. Meistens werden flache Borstenpinsel verwendet, aber auch runde Pinsel mit synthetischen Borsten kommen bei der Acrylmalerei zum Einsatz. Für ein gleichmäßiges großflächiges Auftragen von Grundierungen sind Lackierrollen ideal. Bei Strukturarbeiten haben sich Palettmesser bewährt, ebenso Spachtel, die man sehr gut selber aus fester Pappe herstellen kann. Darüber hinaus können zahlreiche Gegenstände aus dem Haushalt für die Oberflächenbearbeitung von Acrylfarben zweckentfremdet werden: Eiskratzer, Folie, Küchenpapier, Gabeln, Sand für den Vogelkäfig und so weiter.

Erste Malversuche mit abstrakten Motiven

Um ein Gefühl für das Verhalten der Farben zu bekommen, planen Sie am Anfang vielleicht erst einmal ein abstraktes Motiv: Suchen Sie sich zwei verwandte Farben aus, zum Beispiel Rot und Gelb oder Blau und Grün. Färben Sie den oberen Teil Ihres Malgrundes mit der dunkleren Farbe ein, indem Sie sie zügig mit einem Schwamm verteilen. Die hellere Farbe wird im unteren Bereich aufgetragen und der Übergang weich verwischt. Nun können Sie anfangen, einzelne Akzente zu setzen: Mit dem Schwamm, einem Pinsel oder auch einem Palettmesser werden jeweils in der anderen Farbe kleine Kontraste gesetzt. Spielen Sie ein bisschen mit den Werkzeugen und den Farben, um herauszufinden, was alles möglich ist und welche Effekte bei der unterschiedlichen Handhabung herauskommen. Tragen Sie die Farbe auch stellenweise dicker auf, damit die Muster, die Sie dort hineindrücken, plastischer werden. Wenn Sie ganz mutig sind, können Sie sich auch gleich an einer Collage versuchen und in die dick aufgetragene Farbe andere Materialien wie ein Stück Gaze oder Folie eindrücken.

Gegenständliche Motive vorher skizzieren

Falls Sie lieber gegenständlich malen, sich aber noch nicht zutrauen, das gewünschte Motiv freihändig auf den Malgrund zu übertragen, nehmen Sie ein Stück Kohlepapier zur Hilfe. Legen Sie es auf den Malgrund, die Vorlage darüber und zeichnen Sie die Umrisse mit einem Kugelschreiber nach. Danach brauchen Sie nur noch die entsprechenden Farben auszusuchen und auszumalen. Dabei müssen die Linien nicht exakt befolgt werden, denn es muss ja keine Kopie werden, sondern vielmehr sollen Ihre eigenen künstlerischen Freiheiten einfließen. Halten Sie sich auch nicht mit feinen Details auf, sondern konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Farbflächen, damit das Bild nicht zu unruhig wird. Schließlich sollen die ersten Malversuche lockere Farbkompositionen sein!

Andrea Fettweis, Ernst Fettweis

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