
- Spaß beim Sautrogrennen ist garantiert. - Wiebke Sickmann
Am 21. August dieses Jahres ist es wieder so weit: Bereits zum dritten Mal in Folge findet die hessische Meisterschaft im Erdinger Sautrogrennen auf dem Nieder-Mooser See im Vogelsbergkreis (Hessen) statt. Bei dem Sautrogrennen, das übrigens das bundesweit einzige Rennen seiner Art außerhalb Bayerns ist, werden wieder zahlreiche Teilnehmer und tausende Zuschauer erwartet. Kein Wunder, denn das Spektakel ist eine Mordsgaudi, bei der die Mannschaften -zu je zwei Teilnehmern- versuchen, sich in einem Sautrog (= große, eckige Holzwanne, wie sie früher zum Abborsten von Schweinen nach dem Schlachten benutzt wurde) hockend, in Geschwindigkeit und Geschicklichkeit auf dem Wasser gegenseitig auszustechen. Dabei kentern die Teams mit ziemlicher Sicherheit sehr zur Freude des Publikums jedoch immer wieder. Dieser Spaß ist auch ein Grund, weshalb sich das Sautrogrennen wachsender Beliebtheit erfreut.
Anmeldung beim Restaurant „Zum Seeblick“ auf dem Campingplatz Nieder-Moos
Initiator Uwe Herbert, Wirt des Restaurant „Zum Seeblick“ auf dem Campingplatz Nieder-Moos, hat darum bereits mit den Vorbereitungen für das Großereignis in dem kleinen Dorf Nieder-Moos begonnen. So kann man sich auf der Homepage des Restaurants informieren, was einem als Teilnehmer bei dem Erdinger Sautrogrennen so widerfahren kann. Auch ein Anmeldeformular steht als Pdf-Datei auf dieser Seite zur Verfügung. Und hiervon sollte, wer aktiv bei dem Rennen dabei sein will, Gebrauch machen, denn die Startplätze waren bereits bei den beiden ersten Veranstaltungen dieser Art heiß begehrt und in diesem Jahr wird mit einer noch größeren Starterzahl gerechnet.
Sautrogüberwachungsverein vergibt Plaketten
Die Regeln sind für die Aktiven zumindest in der Theorie denkbar einfach: Gestartet wird mit zwei Mann pro Sautrog. Dieser wird entweder von Uwe Herbert gestellt, oder kann nach Bauanleitung aus dem Internet selbst gezimmert werden. Der Phantasie stellt hier höchstens die handwerkliche Geschicklichkeit Schranken, ansonsten sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Die Sautröge unterliegen allerdings den Bestimmungen des SÜV, des Sautrogüberwachungsvereins. Dieser kontrolliert vor dem Rennen, ob alle Sautröge den Regeln entsprechen und niemand mit Hilfsmitteln schummelt. Ist alles in Ordnung, gibt es dann die SÜV-Plakette. Aber: Eine Garantie für die Schwimmfähigkeit des Sautrogs ist die SÜV-Plakette nicht!
Kein Kiel, keine Stabilisatoren
Nun gilt es, mit den zweckentfremdeten Sautrögen eine Strecke von etwa einhundert Metern zurückzulegen. Das mag sich einfach anhören, doch die Tatsache, dass die Tröge weder über einen Kiel, noch über andere Stabilisatoren verfügen, erschwert immer wieder das Vorwärtskommen im, beziehungsweise auf dem Wasser. Zudem muss jedes Team unterwegs noch einen kleinen Plastikring, der etwa eineinhalb Meter über der Wasseroberfläche an einer Metallstange hängt, aufnehmen. An einer weiteren Markierung müssen die Insassen eines Troges die Plätze tauschen und dann die Strecke möglichst schnell wieder bis zur Ausgangsposition zurücklegen. Der Ring muss dabei auch wieder an seinen Platz gehängt werden, und das alles in möglichst kurzer Zeit.
Spaß steht im Vordergrund
Sehr zur Freude der Zuschauer ist es kaum möglich, die Strecke und die gestellten Aufgaben ohne Kentern zu schaffen. Wer jedoch nicht kentert und sein „Wasserfahrzeug“ letztlich über die imaginäre Ziellinie schiebt, verliert vielleicht aber zumindest eines der Ruder, von denen zwei pro Team zur Fortbewegung erlaubt sind. Doch nehmen die Teilnehmer diese Unwägbarkeiten im Allgemeinen mit viel Humor und Sportsgeist auf, denn der Spaß steht bei dieser Veranstaltung eindeutig im Vordergrund. Nicht zuletzt auch beim „freien Rennen“, bei dem Sautröge aller Art zu Wasser gelassen werden. Vom Piratensautrog bis zum runden Acht-Mann-Sautrog mit eingebauten Getränkehaltern ist hier dann alles zu sehen. Und so spektakulär wie die Fahrzeuge selbst, sind meist auch die Trikots, in denen einige Teams antreten: Ob als platinblonde Mannsweiber, Julius Cäsar oder Seeräuber: erlaubt ist, was gefällt. Den Teilnehmern und dem Publikum.
Dem hessischen Meister winkt Erdinger Party – Übernachtung auf dem Campingplatz
Wem es gelingt, den hessischen Meister im Sautrogfahren 2008 und 2009, Thorsten Rode, abzulösen, dem winkt als Preis übrigens eine zünftige Erdinger Party. Außerdem locken viele Sachpreise. Für die Musikalische Unterhaltung sorgt auch in diesem Jahr die in Hessen ebenso bekannte wie beliebte Matthias Baselmann Band die es nach dem Rennen ab etwa 20.30 Uhr so richtig krachen lassen wird. Auf eine lange Nacht am Nieder Mooser See sollte man sich also einstellen, was aber kein Problem sein dürfte, denn auf dem Campingplatz am Nieder Mooser See, wo das große Sautrogrennen stattfindet, findet man zahlreiche Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, so dass niemand gezwungen ist, die nach dem Rennen stattfindende Party vorzeitig zu verlassen.
