
- Eis - kühler Genuß an heißen Tagen - (c) Gabi Schoenemann/pixelio.de
In den heißen Sommermonaten liegen fettige Speisen schwer im Magen. Was dagegen jederzeit gut ankommt, ist kühles Speiseeis in all seinen Variationen. Als Gaumenschmeichler, Seelentröster und willkommene Erfrischung gehört es zum Sommer wie Badesee und Biergarten. Und nach dem Festessen gilt: Eiscreme geht immer. Nun kann man das Eis im Supermarkt, in der Eisdiele oder am Kiosk kaufen. Man kann es aber auch ganz einfach selber machen. Eis in Eigenproduktion ist kein Hexenwerk – schmeckt jedoch himmlisch gut und sorgt für leuchtende Kinderaugen. Zeit sich an die erste Kreation zu machen!
Speiseeis – Zutaten und Tipps für die Herstellung
Eiscreme besteht primär aus Milch, Sahne, Zucker und Ei. Das Fett in Milch und Sahne ist nicht nur ein wichtiger Geschmacksträger, sondern sorgt auch für eine cremige Konsistenz. Deshalb sollte bei der Eisherstellung nur Milch mit natürlichem Fettgehalt (keine H-Milch oder fettreduzierte Milch) und Schlagsahne oder extrafette Sahne (keine Kaffeesahne) verwendet werden – ansonsten leiden Geschmack und Textur des Speiseeises. Als Süßungsmittel eignen sich je nach Rezept und Experimentierfreudigkeit verschiedene Zuckerarten, Ahornsirup oder Honig. In der Regel verwendet man Kristallzucker. Eidotter wiederum dient als Emulgator für die Milchfettkügelchen und bindet Luft, die einem guten Speiseeis seine Lockerheit verleiht.
Sowohl bei den Grund- als auch bei den Geschmackszutaten wie Obst und Gewürzen sollte man auf eine hohe Qualität achten – Eis ist immer nur so gut, wie seine Zutaten sind. Mit Bio-Ware tut man sich selbst und der Natur etwas Gutes. Entscheidend für eine cremige Konsistenz ist die Schnelle des Gefriervorgangs: Gefriert Speiseeis zu langsam, entstehen weniger und größere Eiskristalle, die das Eis insgesamt gröber machen. Falls man keine Eismaschine benutzt, sollte man die Eiscreme während des Gefriervorgangs mehrmals kräftig umrühren. Das verhindert Klumpenbildung und bindet Luft – diese wiederum vergrößert das Volumen und sorgt so für eine lockere Struktur. Beim Gefrieren und der anschließenden Lagerung des Eises muss dieses zudem abgedeckt sein, damit sich durch gefrierende Feuchtigkeit keine großen Eiskristalle auf der Oberfläche bilden. Soviel zur grauen Theorie - Zeit für einige bunte Rezepte zum eigenen Eismachen.
Rezept für Schokoladeneis – sahniges Milcheis mit Schokosplittern
Für ca. 1000 ml Schoko-Eis benötigt man 450 ml Vollmilch, 300 ml Schlagsahne, 100 g Kristallzucker, 4 Eidotter, 200 g Milchschokolade und 50 g dunkle Schokolade. Man vermische nun per Handmixer die Eidotter und den Zucker in einer hitzefesten Schüssel. Die Milch in einem Topf erhitzen (aber nicht kochen lassen), dann in die Schüssel mit der Dottermasse geben. Das Ganze im Wasserbad – die Schüssel in einen Topf mit kochendem Wasser stellen – dickflüssig rühren. Anschließend die Schüssel herausnehmen, die geraspelte Milchschokolade zugeben und nochmals kräftig rühren.
Sobald die Schokolade geschmolzen und die Masse cremig ist, die Schüssel luftdicht abdecken und abkühlen lassen. Nun die Sahne und die in feine Splitter gebrochene dunkle Schokolade einrühren. Zuletzt lasse man das Schokoladeneis in der Eismaschine oder im Eisschrank/Kühltruhe (abdecken, rühren) gefrieren. Fertig! Tipp: Je nach Geschmack kann man bei diesem Rezept mit verschiedenen Schokoladensorten experimentieren.
Erdbeereis selber machen – fruchtiges Rezept der Saison
In der Erdbeerzeit ist dieses Rezept ein Hochgenuss: Zunächst geht man wie beim Schokoladeneis vor – 5 Eidotter und 200 g Zucker vermengen, 350 ml Milch erhitzen, beides im Wasserbad gut verrühren und anschließend abgedeckt abkühlen lassen. Anstatt der Schokolade mischt man nun zusätzlich zur Sahne (200 g) Erdbeerpüree bei: Für dieses einfach 400 g Erdbeeren pürieren und falls man keine Kerne will durch ein Sieb pressen. Die fertige Masse gefrieren lassen. Ergibt 1000 ml Speiseeis. Außerhalb der Saison sollte man auf die süßen Früchte verzichten: Der deutsche Hunger nach Erdbeeren im Winter trägt zur Versteppung großer Flächen in Spanien bei.
Rezept Vanilleeis – edel und cremig
Vanille gilt als die Königin der Gewürze und Vanilleeis als Klassiker unter den beliebtesten Eissorten. Für 1000 ml erhitze man 350 ml Vollmilch mit 1-2 längs halbierten Vanilleschoten (nicht kochen lassen), lasse die Vanille anschließend noch ca. 20 Minuten ziehen und entferne sie dann. Das Mark auskratzen und zurück in die Milch geben. Dann 4 Eidotter und 150 g Vanillezucker mit dem Handmixer vermengen. Die Milch wie bei den anderen Rezepten einrühren und das Ganze im Wasserbad dickflüssig schlagen. Abgedeckt erkalten lassen und im Anschluss die Sahne einrühren. Gefrieren lassen, genießen. Dieses Speiseeis kann man hervorragend durch Schokoladen- oder Obststücke (z.B. Erdbeeren) ergänzen – einfach mit der Sahne einrühren.
Vanille, Schoko und Erdbeere sind die meistverkauften Eissorten. Neben den Grand Seigneurs der Eiskunst gibt es jedoch noch zahlreiche weitere Rezepte für leckere Kreationen – die Welt des Speiseeises ist vielfältig und bunt. Der Sommer kann kommen!
Achtung: Bei der Herstellung unbedingt auf Hygiene achten. Selbstgemachtes Speiseeis genießt man am Besten frisch, größere Vorräte sollte man innerhalb von zwei Wochen aufbrauchen. Aufgetautes Eis auf keinen Fall nochmals einfrieren (Bakteriengefahr)!
Bildquelle: www.pixelio.de
(c) Gabi Schoenemann/pixelio.de
