Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Richard Trevithick die erste Lokomotive, die mit Dampf betrieben wurde, vorstellte, begann die eigentliche Zeit der Eisenbahnen. Wobei der Ursprung von auf Schienen fahrenden Fuhrwerken mindestens auf das Jahr 1500 nach Chr. zurück geht. Im Bergbau wurden die Loren auf den Spurrillen gezogen oder geschoben. Vorerst waren aber weltweit Eisen- und Straßenbahnen, die von Pferden gezogen wurden, unterwegs. Manche dieser Bahnen sind für den Fremdenverkehr noch heute in Betrieb. Um aber ein Eisenbahnnetz länderübergreifend zu erstellen, einigte man sich auf eine Spurbreite von 1435 mm. Da aber nicht alle Länder diesen Standard übernahmen, hat das große Russland zum Besipiel eine Spurbreite von 1520 mm. Von Romantik kann zu der Zeit auch noch nicht gesprochen werden. Für die Lokführer war es harte Arbeit und für die Fahrgäste ein Nervenkitzel, in einem verrußten offenen Wagen bei einer Geschwindigkeit, die zum Blumenpflücken einlädt, zu fahren.
Wichtige Bahnstrecken in Europa
In Europa ist von ihrer historischen Bedeutung vor allen Dingen die Transsibirische Eisenbahn zu nennen. Sie ist die längste Eisenbahnverbindung der Welt. Mit einer Länge von 9288 km durchquert sie Russland von Moskau bis Wladiwostok am Pazifik. Für die gesamte Strecke wird eine Fahrzeit von ca.160 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h angenommen. Dabei überfährt man 7 Zeitzonen.
Nicht minder bekannt und mit einem Hauch von Romantik war die Eisenbahnverbindung zwischen Paris und Istanbul. Der Orient Express wurde vor allem durch den Roman und Film „Mord im Orient Express“ von Agatha Christie weltberühmt. Am 5. Juni 1883 verließ der Orient Express zum ersten Mal den Bahnhof von Paris in Richtung Osten. Interessant ist, dass der Orient Express tatsächlich einige Male überfallen und beraubt wurde. Um die Jahrhundertwende wurde ein Gesandter der französischen Regierung in dem Zug ermordet. Im Laufe der Zeit fuhr der Zug auf verschiedenen Strecken. 2007 wurde er auf Grund der Eröffnung des TGV zwischen Paris und Straßburg auf die Strecke Straßburg-Wien verkürzt. Ende 2009 wurde die Verbindung eingestellt, somit ist der Orient Express Geschichte.
Eisenbahnen weltweit
In den Peruanischen Anden fährt sechsmal im Jahr ein Zug mit Touristen zwischen Lima und Huancayo über den höchsten Scheitelpunkt der Welt auf ca. 4750 m Höhe über dem Meeresspiegel. Der Güterverkehr wird ganzjährig betrieben.
Indien hat mit fast 64.000 Kilometern das zweitgrößte Eisenbahnnetz der Welt, knapp hinter China. Durch den aber teilweise desolaten Zustand des Schienennetzes geschehen immer wieder Unfälle, wobei die S-Bahn Mumbai Suburban mit über 6 Millionen Fahrgästen täglich das am meisten verwendete Nahverkehrsmittel der Welt ist.
Seit 1917 fährt in Australien fast ohne Unterbrechungen die Transaustralische Eisenbahn. Sie durchquert Australien von Osten nach Westen und verbindet die beiden Millionenstädte Sydney und Perth.
Am 8. August 1829 fuhr die erste Lokomotive in Amerika. 1865 wurde mit dem Bau von transkontinentalen Strecken in Amerika begonnen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten waren so viele Bahngesellschaften im Konkurrenzkampf, dass die Wirtschaftskrise im Jahre 1929 die meisten in den Konkurs trieb. Heute gibt es im wesentlichen nur mehr zwei große Eisenbahngesellschaften. Die Norfolk Southern und die Union Pacific.
Österreichische Eisenbahn
Die „Südbahn“, eine der ersten Bahnabschnitte in Österreich, wurde in Etappen gebaut. Im Jahre 1841 wurden in kurzen Abständen die Abschnitte Baden - Wiener Neustadt und Baden - Mödling sowie kurz darauf die Strecke bis Wien eröffnet. Hier liegt auch der erste Eisenbahntunnel Österreichs. Die Legende sagt, der Tunnel wurde dem Kaiser gewidmet, damit er auf seiner Reise nach Baden auch eine Tunnelfahrt genießen kann. Im Jahre 1842 wurde bis Gloggnitz verlängert. Im Mai 1854 wurde der Verkehr zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag aufgenommen. Die schwierige Strecke über den Semmering wurde von Carl Ritter von Ghega erbaut. Der Bau wurde begonnen, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine Lokomotive vorhanden war die die Steigungen bewältigen konnte. Erst die in Wiener Neustadt hergestellten Loks konnten die Steigungen schaffen. Wobei die Züge mit zwei Loks fuhren.
Heute gewinnen die Eisenbahnen weltweit speziell im Güterverkehr wegen der Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr immer mehr an Bedeutung.
