Besondere Highlights für Taucher sind beispielsweise das Wrack-, Nacht- oder Höhlentauchen. Außerdem sehr beliebt ist das Eistauchen, das allerdings auch einen gewissen Erfahrungsschatz voraussetzt. Zwar gibt es über den "Open Water Diver" keine zwingend notwendige Zusatzausbildung, der gesunde Menschenverstand jedoch rate schon zu einem Spezialkurs, bevor man sich unter die dicke Eisdecke begibt, sagt Matthes Uhlmann vom Tauchsportservice Potsdam.

Die richtige Ausrüstung zum Eistauchen und die wichtigsten Kursinhalte

In der Tauchschule lernt man unter anderem, das Einstiegsloch sowie einen zweiten Notausstieg vernünftig vorzubereiten, die Sicherheit der Umstehenden beziehungsweise anderen Nutzer der Eisfläche (zum Beispiel Schlittschuhläufer) zu gewährleisten und mit der Ausrüstung sicher umzugehen. Besonders wichtig sind dabei zwei getrennt voneinander absperrbare und kaltwassertaugliche Atemregler für den Fall eines Ausfalls. Vorteilhaft ist ein Trockenanzug, mit dem man bis zu einer Stunde im Wasser bleiben kann, wohingegen das Vergnügen mit einem Halbtrocken- oder Nassanzug nach 20 bis maximal 30 Minuten vorbei ist. Sicherungs- und Signalseile sowie eine Signallampe gehören ebenfalls zum von Matthes Uhlmann empfohlenen Equipment.

Die größten Gefahren über und unter dem Wasser

Die einzige Ausstiegsmöglichkeit beim Eistauchen ist das zuvor geschlagene Einstiegsloch, gegebenenfalls noch ein zusätzlicher Notausstieg. Wenn sich nun die Knoten des Sicherungsseiles lösen, wird der Taucher große Schwierigkeit haben, die entsprechende Stelle wieder zu finden. Deshalb ist es sinnvoll, für diesen Fall einen erfahrenen Rettungstaucher im Team zu haben, der sich neben dem "Signalmann" an der Oberfläche bereithält. Außerdem macht es Sinn, bei einer Schneedecke auf dem Eis vom Einstiegsloch aus in Strahlenform - wie bei einer Sonne - den Schnee zu beseitigen. Das kennzeichnet den Ort auf besondere Weise und bietet zudem auch einen unvergesslichen Blick von unten nach oben: "Es ist schon eine witzige Situation, auf dem kristallklaren Eis von unten die Schlittschuhläufer zu sehen. Die Atemblasen sammeln sich außerdem unter der Eisschicht und wirken wie zähflüssiges Quecksilber", schwärmt Matthes Uhlmann.

Wichtig ist eine Sicherung des Einstiegsloches an der Oberfläche, damit weder die Umstehenden noch andere Nutzer der Eisfläche wie beispielsweise Schlittschuhläufer dort einbrechen können. Ob man die Stelle nun mit einem gut sichtbaren Band oder Zweigen und Geäst markiert, ist sekundär. Entscheidend ist hingegen, dass die Markierung so lange besteht, bis das Loch wieder vollständig zugefroren ist. Im Idealfall schiebt man die ausgesägte Scholle zunächst unter das Eis, um sie nach dem Tauchgang wieder einzufügen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Sicherungs- und Signalseile sich darin nicht verhaken. Empfehlenswert ist, nur auf freigegebenen Eisdecken die Löcher zu bohren oder zu sägen, das heißt eine tragfähige Eisschicht von etwa 15 Zentimetern sollte gegeben sein.

Die schönsten Reiseziele fürs Eistauchen

In allen Berichten werden die absolute Abgeschiedenheit und Ruhe unter Wasser, die grandiosen Lichteffekte, die sich durch Sonne und kristallklares Eis ergeben, und der damit verbundene Ausblick nach oben sowie die großen Sichtweiten unter Wasser hervorgehoben. Besonders reizvoll sind die Bergseen in den Alpen. Etwas teurer wird die Reise mit einem Forschungs- oder sogar Kreuzfahrtschiff in polare Regionen. Dafür sind diese Trips (zur Zeit) auch noch im Sommer möglich und empfehlenswert. Matthes Uhlmann hingegen taucht am liebsten im eiskalten Winter in einem der dann zugefrorenen, unzähligen Brandenburger Seen vor der eigenen Haustüre...

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