Jeder wird es in seinem Leben bereits empfunden haben – eine enorme Abneigung beim Betrachten, Riechen, Schmecken oder Betasten bestimmter Dinge. Ekel kann aufgrund des menschlichen Vorstellungsvermögens auch dann auftreten, wenn wir von ekligen Dingen hören. Für das Empfinden von Ekel ist das limbische System des Gehirns verantwortlich, welches für das Steuern des emotionalen Verhaltens zuständig ist. Sofern etwas erlebt wird, was wir als abstoßend wahrnehmen, wird jenes limbische System im Gehirn stärker durchblutet, was zu Folge hat, enorme Empfindungen zu entwickeln – den Ekel. Wenn Menschen kein Ekelempfinden haben, ist das limbische Sytem gestört – jene Personen leiden unter dem sogenannten Chorea-Huntington-Syndrom.
Ekel löst körperliche Reaktionen aus
Wenn man sich ekelt, werden in der Regel körperliche Reaktionen ausgelöst, was sich in Form von Übelkeit, Brechreiz, Schweißausbrüchen, sinkendem Blutdruck und / oder Ohnmacht zeigt. Nachgewiesen ist auch, dass ein Zusammenhang zwischen Ekel und der Entstehung von Herpesbläschen besteht, und vermutet wird zudem, dass selbst Schuppenflechten sowie Neurodermitis eine Folge von extremen Abneigungen sind. Ekel kann sogar, da er die Immunabwehr des Körpers schwächt, Krankheiten auslösen, welche sonst wahrscheinlich nicht auftreten würden. Bisher ist aber noch kein Fall bekannt, dass jemand aufgrund von Ekel zu Tode gekommen ist.
Ekel wird in der Kindheit anerzogen
Noch herrscht keine eindeutige Einigkeit darüber, ob Ekel angeboren ist oder sich im Kindesalter entwickelt. Dennoch geht man vorrangig davon aus, dass das Ekelgefühl erst in frühster Kindheit anerzogen wird. Bis zum dritten Lebensjahr wird Kindern nämlich vermittelt, wovor man sich ekelt – davor haben Kinder weltweit keine Scheu davor, mit beispielsweise Exkrementen, Maden und toten Tieren zu spielen. Folglich beobachtet der Nachwuchs die Erwachsenen, welche auf Ekliges reagieren, und lernen von ihnen.
Das Empfinden von Ekel ist auch kulturell bedingt
Das, was als Ekel empfunden wird, ist von Kultur zu Kultur und von Land zu Land unterschiedlich. Das, wovor sich der Deutsche ekeln würde, ist beispielsweise das in Taiwan gern gegessene Hirn aus frisch geöffneten Affenschädeln. Und in Kambodscha verzehrt man gern frittierte Taranteln – in unseren Breitengraden würde man vor Ekel stattdessen eher das Gesicht verziehen. Als genauso eklig empfunden wird auch der nach Faulgasen stinkende vergorene Hering, den die Schweden so lieben. Auch der in England beliebte Pudding aus Fleischresten, gemischt mit Fett und Blut, löst in vielen anderen Kulturen ein Ekelgefühl aus.
Stärkste Ursachen für Ekel
Zwar ist die Aversion gegenüber bestimmten Dingen, wie bereits erwähnt, von Kultur zu Kultur verschieden, dennoch herrscht weltweit Einigkeit darüber, welches die stärksten Ursachen für Ekel sind. Gemieden werden vor allem Leichen, offene Wunden, Ausscheidungen des Körpers sowie verdorbene Lebensmittel. Eine Abneigung gegen bestimmte Tiere, beispielsweise Spinnen, hat nichts mit Ekel zu tun, da hier eine Angst-Phobie vorliegt. Diese kann verhaltenstherapeutisch abtrainiert werden.
