El Acebuchal ist ein kleines Dorf am Fuß der Berge des Naturparks Sierra Tejeda y Almijara. Es liegt 13 Kilometer von Nerja, in Andalusien, entfernt. Im 17. Jahrhundert wurde es erbaut, doch Fundstücke aus der Zeit um 1.000 vor Christus weisen auf eine Besiedlung dieser Zeit hin. Außerdem wurden auch romanische und arabische Münzen gefunden.

Das Dörfchen ist von einem Pinienhain umgeben, aus dem der Duft von Rosmarin steigt. Die einstigen Dorfbewohner lebten überwiegend vom Viehhüten, oder dem Handel und Transport von Obst und Gemüse. Auch von den am Meer gelegenen Dörfern wurde Fisch in die benachbarten Orte der Region von Granada transportiert. El Acebuchal befand sich auf dem alten Transportweg und war der Treffpunkt, an dem man die Maultiere tränkte, und sich die Männer für den Fortgang durch die Berge stärkten.

Franco vertreibt Bewohner von El Acebuchal und übrig bleibt ein Geisterdorf

Im Jahre 1948 befahl Francos Regime den Einwohnern, das Dorf zu verlassen. Es wurde vermutet, dass die Bewohner, den sich in den Bergen aufhaltenden Rebellen, Unterschlupf gewähren könnten. Mit den zunehmenden Schwierigkeiten, die zwischen den Guerrilleros und der Guardia Civil stattfanden, verließen die Bewohner schweren Herzens ihre Behausungen und gingen in Nachbarorte. In Frigiliana oder Competa gründeten sie ein neues Leben, jedoch nicht ohne ihre Heimat, zu vermissen. Einige von ihnen kehrten 1953 nach El Acebuchal zurück, nachdem der letzte hier lebende Rebell getötet war.

Die Heimkehrer wollten sich mit der Herstellung von Holzkohle den Lebensunterhalt verdienen. Was jedoch aufgrund der Brandgefahr des Pinienwaldes nicht funktionierte und so mussten sie das Dorf erneut verlassen. El Acebuchal blieb jahrelang unbewohnt und zerfiel unter dem Zahn der Zeit. Aus dem Tal voller Ruinen wurde ein Geisterdorf, worunter die einstigen Bewohner schwer litten.

Im Jahr 2004 wird El Acebuchal wieder aufgebaut

Einige der Kinder, die mit ansehen mussten, wie ihre Familien vertrieben wurden, hegten den Wunsch, das Dorf wieder originalgetreu aufzubauen und es aus dem traurigen Schlaf zu erwecken.

Im Jahr 1998 kam ein Kind, der einst Vertriebenen, zurück nach El Acebuchal und kaufte eine dieser Ruinen. Es motivierte weitere Helfer, um die 32 Häuser, das Rathaus, die Kapelle, die Bar und die Straßen zu renovieren. Noch im selben Jahr wurde das erste Haus wieder aufgebaut.

Im Jahr 2003 bekam das verlassene Dorf den Stromanschluss. Mit der Gründung einer Nachbarschaftsvereingiung konnte der Wiederaufbau des kleinen Ortes im Jahre 2004 fortgesetzt werden.

Neuigkeiten erfährt man an der Bar und nicht am Telefon

In El Acebuchal gleicht kein Haus dem anderen. Jedes wurde ganz individuell gebaut und so originalgetreu rekonstruiert, wie es in der Vergangenheit gewesen ist. Mit dem ländlichen Stil der Häuser, vermittelt El Acebuchal ein einzigartiges Flair der vergangenen Zeit. Es ist ein Ort der Stille, der ideal ist, um sich zurückzuziehen, und mit der Natur in Kontakt zu treten. Im Dorf gibt es keinen Telefonanschluss, da die Bewohner diesen gemeinschaftlich abgelehnt haben. Im Tal selbst haben auch Mobiltelefone keinen Empfang. Aber die neusten Neuigkeiten von El Acebuchal oder den umliegenden Ortschaften kann man in der kleinen Bar erfahren, die sich im Zentrum des Ortes befindet. Hier gibt es neben den selbst gemachten Tapas, auch von der Wirtin frisch gebackenen Kuchen. Verhungern muss also niemand, auch wenn das nächste Lebensmittelgeschäft circa 6 km von El Acebuchal entfernt ist.

Urlaub in Andalusien für Maler, Schriftsteller, Botaniker, Wanderer, Reiter und Radfahrer

Im Jahre 2005 wurden die Straßen restauriert, und wie für Andalusien typisch, mit Naturstein gepflastert. Am 25. Juni 2005 wurde das Dorf mit der ersten heiligen Messe nach 50 Jahren eingeweiht. Heute leben etwa 3 Familien ständig in dem Ort und die übrigen Häuser werden überwiegend an Touristen vermietet, die einen Urlaub in Stille und Zurückgezogenheit erleben möchten.

El Acebuchal befindet sich 6 km von Frigiliana, 13 km von dem Küstenort Nerja und 12 km von dem weißen Dorf, Competa, entfernt. Bei regnerischem Wetter ist ein Wagen mit Vierradantrieb empfehlenswert. Von El Acebuchal lassen sich wunderbar Ausflüge und Exkursionen durch den Naturpark machen. Sowohl zu Fuß, mit dem Mountainbike, mit Pferden oder Geländewagen kann man die reizvolle Gegend erkunden.

Detaillierte Geschichte über El Acebuchal von José Ramón Fernández Fernández

Im Jahr 1993 hat sich der Historiker und Autor, José Ramón Fernández Fernández, eingehend mit der bewegten Geschichte von El Acebuchal auseinandergesetzt. Er wurde am 29. April 1920 in El Acebuchal geboren. In seinem Artikel, der in spanischer Sprache verfasst ist, sind akribisch alle Daten über die Arbeit und Arbeiter, die traditionellen Feste, die Verhältnisse zwischen Nachbarn des oberen und unteren Dorfteiles, die einzelnen Bewohner der einzelnen Häuser, sowie die am Dorf angrenzenden Häuser erfasst.