Der afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist das größte lebende Landtier. Er wird ungefähr 3,5 m hoch, 8 m lang und wiegt 7 t (manchmal sogar mehr). Jeden Tag verbringt er 16 Stunden mit der Suche nach Futter. In dieser Zeit frisst er bis zu 150 kg Gras, Blätter, Schösslinge und Rinden. Während der großen Trockenzeit nimmt er auch die Fasern des Affenbrotbaumes und anderer Bäume, um den Saft auszusaugen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km in der Stunde legen Elefanten am Tag zwischen 30 und 50 km zurück. Für kurze Zeit können sie ihr Tempo auf 15 Stundenkilometer steigern.

Elefanten haben ein gutes Gedächtnis. Sie wissen genau, wo sie gejagt werden oder wo sie sich ungestört bewegen können. Deshalb ziehen sie sich immer mehr in Schutzgebiete zurück. Doch deren verhältnismäßig enge Grenzen beeinträchtigen die Bewegungsfreiheit der Tiere, die damit auch ihre Wanderlust verlieren und mehr und mehr zum Standwild werden. Es finden jedoch immer noch saisonbedingte Wanderungen statt. In der Trockenzeit versammeln sich die Elefanten in der Nähe von Wasserlöchern, Seen oder Flüssen. In der Regenzeit wandern sie hinaus in das grünende Land und suchen dort ihre Nahrung. In Kenia und Tansania steigen sie in der heißen Trockenzeit bis weit hinauf in die Regenwälder des Kilimandscharo. Einzelne Tiere trifft man sogar noch über der Baumgrenze.

Elefanten werden zwischen 50 und 60 Jahre alt

Ihr beweglicher Rüssel ist ein vortreffliches Werkzeug. Mit dem fingerartigen beweglichen Ende können sie zwischen spitzen Dornen noch die zarten Blättchen herausholen. Das machen sie aber mehr aus Spielerei. Denn wenn sie Hunger haben, reißen sie den ganzen Ast ab und zerkauen und schlucken ihn mit großem Appetit, trotz der Dornen. Mit dem Kot werden dann die unverdaulichen Zellulosereste und Pflanzensamen ausgeschieden. So sorgen die Elefanten auch noch unfreiwillig für die Weiterverbreitung ihrer bevorzugten Nahrungspflanzen.

Früher glaubte man, Elefanten erreichen ein sehr hohes Alter. Inzwischen hat man dieses Urteil berichtigen müssen. Ihr Lebensalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren. Die Kühe werden mit 10 Jahren geschlechtsreif, die Bullen nach 12 bis 13 Jahren. Das einzige Kalb kommt nach 22 Monaten vollentwickelt zur Welt, wiegt zwei Zentner und ist höchstens 90 Zentimeter hoch. Da Elefanten nur wenige Feinde haben, erreichen fast alle Jungtiere die Geschlechtsreife. Deshalb ist die Vermehrungsrate trotz der langen Tragzeit und der geringen Kinderzahl sehr hoch.

Die erwachsenen Elefanten nehmen das Wasser mit dem Rüssel auf, dann spitzen sie es sich in den Rachen. Erstaunlicherweise tun die Babys das nicht. Sie saugen mit dem Maul an den zwei Zitzen, die zwischen den Vorderbeinen der Mutter liegen. Gleich nach der Geburt können die Jungen laufen und folgen nach einigen Tagen der wandernden Herde. Dabei halten sie sich mit dem Rüssel am Schwanz der Mutter oder an anderen Jungtieren fest. Oft passt die Mutter auf mehrere Jungtiere auf, während die anderen Mütter auf Nahrungssuche gehen.

Indische Elefanten sind kleiner als ihre afrikanischen Artgenossen

Auch wenn man eine Elefantenhrde noch nicht sieht, verraten doch die weißen Kuhreiher ihre Anwesenheit. Sie leben wie die Madenhacker und einige andere Starenarten mit den Elefanten und anderen Großsäugern in Symbiose. Unbehelligt sitzen sie bei ihnen auf dem Kopf und Rücken, um die vielen Zecken und andere Insekten wegzupicken, die an den Elefanten Blut saugen. Dafür warnen sie ihre Wirte, die sehr schlecht sehen und nur mit dem Wind riechen können, vor Feinden. Sobald sich ein Mensch nähert, fliegen sie mit lautem Geschrei auf. Sofort nimmt der Elefant mit hoch aufgestellten Ohren Angriffsposition ein.

Im Allgemeinen bleibt es jedoch bei der Drohung. Ist man aber schon zu nahe gekommen, dann geht das Tier zum Angriff über. Bei Bullen sind es meist Scheinangriffe, die abgebrochen werden, wenn der Eindringling flieht. Kühe mit Jungen meinen es aber ernst, und mancher Unvorsichtige starb schon unter den Füßen einer wütenden Elefantenkuh.

Der indische Elefant unterscheidet sich vom afrikanischen sowohl im Wesen als auch im Aussehen. Er ist kleiner, hat kürzere Ohren, kleinere Stoßzähne und eine abfallende Rückenlinie. Außerdem hat er zwei ausgeprägte Stirnhöcker, und sein Rüssel läuft in eine fingerartige Spitze aus. Das Rüsselende des afrikanischen Elefanten ist doppelfingrig. Indische Elefanten sind leichter zu zähmen als die afrikanischen und dienen als Last- und Zugtiere. In Malaysia sind Elefanten fast ausgestorben; in Thailand sind sie geschützt.

Quelle: Eckart Pott: "Das große Ravensburger Tierlexikon von A-Z", Ravensburger Buchverlag 2011, ISBN 3-4735-5074-4