
- 7 Testfahrer prüften in Bayern Elektrofahrräder - Stiftung Warentest
Wie elektrisiert düsen deutsche Freizeitradler auf Elektrofahrrädern mit Akku-Elektromotor (Pedelecs) durch die Gegend, einige E-Biker scheinen dabei auf ihren E-Bikes kaum zu bremsen zu sein, da die Bremsen versagen – andere werden dagegen wohl gar unsanft gebremst, weil der Rahmen bricht: Stiftung Warentest und ADAC prüften ein Dutzend Elektrofahrräder mit Akku-Hilfsmotor bis zum bitteren Rahmenbruch, Sie finden den Test-Bericht in der August-Ausgabe 2011 von "test" seit dem 29. Juli 2011 im Zeitschriftenhandel. Zwei Komforträder und ein Trekkingrad erhielten das Test-Qualitätsurteil "gut", vier waren "befriedigend", drei "ausreichend" – ein Komfortrad und ein Trekkingrad brachen mit der Testnote "mangelhaft" in sich zusammen.
Fietsen bis die Bremsen versagen und der Rahmen bricht
Da staunen die Enkel mit großen Kinderaugen, wenn Oma und Opa mit ihren 250 Watt starken Elektromotoren vorbeizischen und den Etappensieg unter sich ausmachen: Elektrobikes haben ihr Opa-Image längst abgelegt, mit Elektromotorunterstützung sitzen Oma und Opa schon längst beim Radler im Biergarten, wenn die Enkelgeneration angeradelt und angeschwitzt kommt: 4 Männer und 3 Frauen fietsten auf 7 Komforträdern mit Cityrad-Durchstieg (Waverahmen) und auf 5 Trekkingrädern mit klassischer Diamantrahmenform (Herrenrahmen) auf verschiedenen bayerischen Teststrecken bergauf und bergab. Ein Fahrrad-Experte überprüfte die Handhabung der Elektrofahrräder, ein Fahrrad-Rollenprüfstand überprüfte die Bruchsicherheit und Haltbarkeit der Aluminiumrahmen und Gabeln – insgesamt mussten die Pedelecs (Pedal Electric Cycle) etwa 20.000 Kilometer in den Fahrversuchen überstehen; so trennte sich die E-Bike-Spreu vom Elektrobike-Weizen.
Kreidler Vitality Elite, Diamant Zouma Sport+ und Raleigh Leeds HS sind die Etappensieger
Mit Test-Qualitätsurteil gut ("2,4") zog das Komfortrad Kreidler Vitality Elite noch auf der Ziellinie am guten Komfortrad Raleigh Leeds HS und am guten Trekkingrad Diamant Zouma Sport+ vorbei und sicherte sich knapp den Etappensieg – die beiden zweitplatzierten Elektrofahrräder erhielten das Test-Qualitätsurteil "2,5". Alle Testfahrer waren mit den guten hydraulischen Felgenbremsen des Siegertrios kaum zu bremsen. Für das komfortable Handling bieten die beiden Komforträder Kreidler Vitality Elite und Raleigh Leeds HS 8 Gänge und einen Mittelmotor, dagegen wird das Diamant Zouma Sport+ von einem BionX Hinterrad-Nabenmotor und 24 Gängen angetrieben. Damit kommt man im Berufsverkehr ohne Schweißflecken im Büro an, damit halten Oma und Opa auch längere Fahrrad-Touren durch – die Akku-Reichweite lag auf den Testtouren zwischen etwa 40 bis 80 Kilometer. Auch Eltern freuen sich als Lastdrahtesel über einen Akku-Elektromotor, mit Elektrofahrrädern können auch Fahrradanhänger mit Kindern gezogen werden. Ist der Tiger im Akku-Tank leer, lässt sich der Lithium-Ionen-Akku des Testsiegers in etwa zwei Stunden und 15 Minuten aufgeladen. Das Elektrorad Kreidler Vitality Elite kostet als Testsieger im Online-Handel am 29. Juli 2011 zwischen 1.600 und 2.200 Euro.
Vier befriedigende Pedelecs gibt es auch mit Anfahrhilfe
Gerade bei den Akku-Ladezeiten gibt es große Zeitunterschiede im Testfeld, so benötigen die beiden "befriedigend" bewerteten Kalkhoff Pro Connect C8 und Winora F2 eine Akku-Ladedauer von acht bis neun Stunden. Nur etwa die Hälfte der Ladezeit benötigt dagegen Prophete Alu Rex, es ist das preiswerteste Pedelec im Testfeld. Pedelecs pesen erst so richtig los, wenn man selbst in die Pedale tritt – erst dann springt der Elektromotor an, allerdings schaltet sich der Akku-Hilfsmotor ab einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer auch wieder ab: Am steilen Berg und mit Kinderanhänger kann hier eine so genannte Anfahr- oder Schiebehilfe nützlich sein – nur die beiden befriedigenden Modelle Flyer C8 Premium und Winora F2 können damit aufwarten.
Drei ausreichende Elektrofahrräder bremsen nur schwach
Dank Elektromotor erreichen E-Bikes eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit als normale Fahrräder, durch Akku und Motor haben Elektroräder allerdings auch ein höheres Gewicht: Gegenüber normalen Fahrrädern sollten deshalb die Bremsen der Pedelecs mehr aushalten, doch drei Modelle hindern durch recht schwache Bremsen das ungebremste Fahrvergnügen – mit Test-Qualitätsurteil "ausreichend" wurde deswegen folgendes Trio bedacht: Giant Twist Esprit Power, Kettler Twin Front NX8 und KTM Macina Dual.
Pegasus E-Tour überstand mit Rahmenbruch nicht die E-Test-Tortur
Starke Nerven sollte man als Radfahrer haben, wenn man nur schwache Bremsen am E-Bike hat: Das Elektrorad Ruhrwerk E-Bike bremste nur "mangelhaft", vollkommen ungebremst verteilten die Warentester deshalb das Test-Qualitätsurteil "mangelhaft. Obwohl keine Helmpflicht für Elektrofahrrad-Fahrer besteht, empfiehlt sich für Pedelec-Fahrer hier ein guter Helm auf jeden Fall. Bei einigen E-Bikes sollte man vielleicht noch zusätzlich Protektoren an Ellenbogen und Knie tragen: Beim Komfortrad Pegasus E-Tour brach während des Testes nach 10.000 Kilometern der Rahmen – dabei war der Rahmenbruch kein unbekannter Fahrrad-Fluch: Schon im Jahr 2010 musste der Hersteller aus demselben Grund rund 11.000 Modelle zurückrufen.
Weitere Informationen und Literatur
Den Elektro-Fahrrad-Vergleichstest "Rahmen bricht, Bremsen versagen" finden Sie auf Seite 70 im August-Heft 2011 der Verbraucher-Zeitschrift "test ". Auf der Homepage von Stiftung Warentest können Sie einzelne Testberichte oder die gesamte Zeitschrift gegen eine Gebühr als pdf-Datei herunter laden. Viele weitere Pedelec-Testberichte von ExtraEnergy finden Sie im kostenlosen ExtraEnergy-Magazin "Die Testberichte Frühjahr 2011" (172 Seiten, 75 Mega-Byte).
