
- Elisabeth I. - http://www.tudorplace.com.ar
Elisabeth, Tochter von Heinrich VIII. und dessen zweiter Frau Anne Boleyn, war keine drei Jahre alt, als ihr Vater ihre Mutter 1536 hinrichten ließ. Das Parlament erklärte die Ehe für ungültig und Elisabeth für illegitim. Ein Umstand, den die katholische Kirche in Rom von Anfang an geltend gemacht hatte. Der Papst hatte die Ehe nie anerkannt. 1544 wieder in die Thronfolge eingereiht, wurde Elisabeth nach dem Tod ihrer Schwester, der katholischen "Bloody Mary", 1558 Königin von England.
Rückkehr zum Protestantismus
Elisabeth führte England wieder zum Protestantismus. Ihre Regierung setzte gemäßigte strukturelle und liturgische Reformen in den Gemeinden des Königreichs um. Militanten Protestanten erschienen diese Maßnahmen jedoch als unzureichend. Sie forderten drastischere Reformen, Beseitigung aller katholischen Elemente aus Gebetbuch und Gottesdienst und eine energische Verfolgung und Bestrafung von Nonkonformisten.
Die Königin war zwar religiös, aber nicht fanatisch, daher stießen diese Forderungen bei ihr auf kein Gehör. Ihrer Ansicht nach waren die vorgenommen Reformen weit genug gegangen. Ihr war es wichtiger, eine äußere Konformität der Gläubigen herzustellen, als die tatsächlichen inneren Überzeugungen ihrer Untertanen aufzudecken.
Aufstand der Katholiken und Ridolfi-Verschwörung
Elisabeths Kirchenpolitik wurde nicht nur von dogmatischen Protestanten, sondern in der Folgezeit auch von oppositionellen Katholiken bedroht. 1569 kam es im standhaft katholischen Norden Englands zu einem Aufstand katholischer Grundbesitzer, der nur mit vehementer Militärgewalt niedergeschlagen werden konnte.
1571 deckten Spione der Königin eine internationale Verschwörung zu ihrer Ermordung auf, deren Initiator der italienische Bankier Roberto di Ridolfi war (Ridolfi-Verschwörung). Nach Ridolfis Plan sollte der Herzog von Norfolk, ein katholischer Angehöriger des Hofes, der schon zuvor der in England festgesetzten schottischen Königin Maria Stuart einen Heiratsantrag gemacht hatte, mit katholischen Lords in England die Macht übernehmen. Die Rebellion sollte von spanischen Truppen unterstützt werden, die Elisabeth absetzen und Maria Stuart befreien sollten. Zu all dem kam es aber nie; das Komplott flog auf und Norfolk wurde hingerichtet.
Maria Stuart – Thronanspruch und Flucht aus Schottland
Die langjährige Rivalität zwischen Maria Stuart und Elisabeth I. begann, als Marias Schwiegervater, König Heinrich II. von Frankreich, Maria Stuart 1558 zur rechtmäßigen Thronfolgerin erklärte, nachdem Elisabeths Schwester gestorben war. Die gewissenhafte Katholikin Maria war eine Urenkelin Heinrichs VII. von England (Marias Großmutter Margaret Tudor war die Schwester Heinrichs VIII.), daher betrachtete die Katholische Kirche sie als legitime Königin von England.
Maria Stuart kehrte 1561 nach Schottland zurück. Ihr Mann, König Franz II. von Frankreich, war nach nur kurzer Ehe und noch kürzerer Regentschaft 1560 gestorben.
Nach einer Niederlage ihrer Truppen gegen aufständische Lords wurde Maria 1567 zur Abdankung zugunsten ihres Sohnes Jakob VI. gezwungen und gefangen gesetzt. Im Mai 1568 konnte sie entkommen und floh nach England, wo sie sich Unterstützung von ihrer Cousine Elisabeth I. erhoffte.
Doch Elisabeth traute ihr nicht und setze sie ebenfalls fest. Die Anwesenheit der Frau, die noch vor kurzem ihren Thron gefordert hatte, stellte für Elisabeth ein politisches und diplomatisches Problem dar. Zum einen fühlte sie sich sicherer mit Marias zweijährigem Sohn auf dem schottischen Thron. Zum anderen konnte sie jedoch den Sturz einer rechtmäßigen Königin nicht öffentlich unterstützen, denn das hätte andere ermutigen können, Gleiches in England zu versuchen. Elisabeth befand, dass es zu gefährlich war, die Schottin gehen zu lassen. Gleichzeitig wies sie den Vorschlag des Parlaments und ihrer Berater, Maria hinrichten zu lassen, energisch zurück. So blieb Maria Stuart 18 Jahre lang in englischer Gefangenschaft.
Die religiöse Lage verschärft sich
Im Jahr 1570 exkommunizierte der Papst Elisabeth und sprach ihre Untertanen von jedem Treueid, den sie geschworen hatten, frei. Katholiken in und außerhalb Englands sahen sich in ihrer Auffassung von Maria Stuart als rechtmäßiger Thronerbin bestätigt. Spannungen im Land erhöhten sich, wozu vor allem die nun offiziellen Verfolgungen von Nonkonformisten beitrugen. Die Gefahr eines Attentats auf Elisabeths Leben wuchs, als Papst Gregor XIII. 1580 verkündete, es wäre keine Sünde, die Welt von einer solch elenden Ketzerin zu befreien.
Bond of Association – Babington-Verschwörung
In dieser Atmosphäre von Intrigen, Gewalt und Attentatsgerüchten verfasste Elisabeths Geheimrat 1584 den "Bond of Association", in dem die Unterzeichner sich verpflichteten, im Falle eines Anschlags auf Elisabeths Leben nicht nur den Attentäter zu töten, sondern auch denjenigen, zu dessen Gunsten der Anschlag verübt worden sei. Dies zielte eindeutig auf Maria Stuart ab, die zu diesem Zeitpunkt in diverse Komplotte gegen Elisabeths Leben verwickelt war.
Doch es dauerte noch zwei Jahre bis 1568 die Babington-Verschwörung Marias Schicksal besiegelte. Anthony Babingtons Plan, Elisabeth zu ermorden und Maria zu befreien, wurde durch Briefe entdeckt, die Maria an ihren ehemaligen Pagen Babington schickte. Die Briefe, in denen sich Maria auf das Attentat bezog und diesem auch zustimmte, wurden abgefangen, Babington und dessen Mitverschwörer daraufhin hingerichtet.
Hinrichtung Maria Stuarts
Da Marias Beteiligung an einem geplanten Anschlag auf die englische Königin nun eindeutig bewiesen war, musste Elisabeth endlich handeln. Maria Stuart wurde des Hochverrats angeklagt, für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Es dauerte jedoch weitere drei Monate bis Elisabeth sich durchringen konnte, den Hinrichtungsbefehl zu unterschreiben. Der Befehl wurde am 8. Februar 1587 ausgeführt; Maria starb durch Enthauptung.
