Eliteschule des Sports: Standort Oberstdorf

Für viele Sportfans ist Oberstdorf oft gleichbedeutend mit Weltklasseskispringen; kein Wunder also, dass es hier auch einen Standort für Eliteschüler gibt.

Im Winter 2012 steht Oberstdorf, die kleine, südlichste Markt-Gemeinde Deutschlands oft wegen seiner Kälterekorde im Fokus, bekannt ist Oberstdorf aber eigentlich, wegen seiner Top-Wintersport- und Wanderbedingungen. In Oberstdorf gibt es 200 Kilometer Wanderwege in drei verschiedenen Höhenlagen, 76 Kilometer Loipen, sowie 20 Skilifte an Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck. Die Zusammenarbeit zwischen der Wintersport-Destinationen Oberstdorf und dem benachbarten Kleinwalsertal garantiert 124 Kilometer alpiner Abfahrtsstrecken.

Seit 2008 ist der Standort Oberstdorf vom DOSB als 'Eliteschule des Sports' zertifiziert

Eine weitere Zusammenarbeit spricht für die Nachhaltigkeit der Entwicklung als deutscher Elite-Wintersportort: im Jahr 2007 wurde vom Deutschen Ski-Verband, dem Bayerischen und dem Schwäbischen Ski-Verband ein Skigymnasium gegründet, bei dessen Entwicklung sich natürlich auch die Markt-Gemeinde beteiligte. Nur ein Jahr später konnte man die ersten "Belobigungen einfahren". Im Dezember 2008 verlieh der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dem Standort Oberstdorf, bestehend aus einem Trio aus Gymnasium und Hauptschule Oberstdorf sowie der Realschule Sonthofen das begehrte Prädikat einer vom DOSB-zertifizierten 'Eliteschule des Sports'.

Zusammenarbeit ist DAS Zauberwort im Allgäu

Überhaupt: Zusammenarbeit trägt das Allgäuer Projekt, denn außer den Eliteschulen selbst, dem Internat und dem Regionalzentrum des Olympiastützpunkts Bayern sind auch die Haupt- und die Fachoberschule von Sonthofen als Kooperationspartner beteiligt.

Darüber hinaus trägt auch ein erstklassiges, da vollumfängliches, Umfeld (bspw. in punkto medizinischer Versorgung) dazu bei, den Wintersport-Nachwuchs "auf die richtige Spur zu setzen". Mit Erfolg: immerhin sind allein rund 60 Mitglieder der Leistungskader Curling und Eiskunstlauf des Deutschen Ski-Verbandes, Schüler und Schülerinnen des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums. Man beachte: die Schulleitung hatte sich erst Mitte der neunziger Jahre vorsichtig in Richtung Leistungssport orientiert.

Mittlerweile zählt das Gymnasium, genau wie die beiden anderen 'Eliteschulen des Sports', auch zum 'Programm Partnerzentren des Wintersports' (kurz: PZW). Dieses Programm verfolgt als Hauptziel die organisatorische Harmonisierung der konkurrierenden Ansprüche von Schule und Hochleistungssport. Dabei liegt es natürlich auch eng an den Vorstellungen der 'Eliteschulen des Sports'. Beim PZW gibt es drei wesentliche Strukturprinzipien, als da wären: zum ersten die Aufgabentrennung zwischen Schule und Sport für die schulische bzw. leistungssportliche Ausbildung. Als zweites die Heimatortnahe Förderung in den Jgst. 5 mit 8 an den Partnerschulen und zuletzt erfolgt als drittes Strukturmerkmal die Konzentration ab Jgst. 9 an einer der beiden 'Eliteschulen des Sports'.

Das System funktioniert: Allgäuer 'Eliteschüler' haben es an die deutsche und internationale Spitze geschafft

Schließlich wurden die Schulen des Allgäuer Verbundes schon von diversen Spitzenathleten und -athletinnen durchlaufen. Man denke an den früheren Abfahrer Florian Eckert, Skispringer Georg Späth oder die Oberstdorfer im Langlauf- und Alpin-Weltcup Nicole Fessel und Katrin Zeller respektive Dominik Stehle und Gina Stechert. Letztere hatte in den vergangenen Jahren leider oft Verletzungspech: beim Eröffnungsrennen der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen am 8. Februar 2011 stürzte sie und musste am Daumen operiert werden, das besiegelte das vorzeitige Saisonendee. Ähnliches erfolgte am 24. September 2011. Die ehemalige Eliteschülerin Stechert erlitt beim Super-G-Training in Chile ihren dritten Kreuzbandriss, diesmal im linken Knie. Sie muss voraussichtlich sechs Monate pausieren und fällt daher für die gesamte Saison 2011/12 aus.

Die 'Eliteschulen des Sports' erfahren nachhaltig Unterstützung aus Politik und Wirtschaft

Zahlreiche Partner begleiten die Mission der 'Eliteschulen des Sports', dies sind neben dem DOSB, die Kultus- und Sportministerkonferenz, die Stiftung deutsche Sporthilfe und die Sparkassen-Finanzgruppe, damit nimmt dieses Institut seine Verantwortung an, die wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen der Gesellschaft zu erhalten und deren Zusammenhalt zu stärken. Außerdem arbeiten alle Einrichtungen in Koopertaion mit den jeweiligen Olympiastützpunkten der Region zusammen und profitieren von deren Serviceleistungen, beispielsweise im Gesundheitsmanagement und in der Laufbahnberatung. Dieses geschieht auch im Hinblick auf die Zeit nach Beendigung der Schullaufbahn.

Quellen:

www.dosb.de/de/eliteschule-des-sports/

www.pzw-bayern.de

Simone Kemler, Simone Kemler

Simone Kemler - . . . . . nach dem Abitur habe ich erstmal BWL studiert und zwar in Münster und London, bevor ich dann einige Jahre im Management und ...

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