
- Häufig Elmsfeuer an Schiffsmasten - Lucky Luke, pixabay
Unter Elmsfeuern wird eine bläuliche Lichterscheinung bei Gewittern verstanden, die insbesondere an exponierten Punkten wie Kirchturmspitzen, Berggipfeln/Gipfelkreuzen, Masten (Schiffsmasten, Hochspannungs- oder Sendemasten), Stacheldrahtzäunen, Tragflächen von Flugzeugen und auch an den Kanten von hohen Gebäuden auftritt. In Bezug auf Mensch und Tier äußert sich ein Elmsfeuer jedoch in anderer Form.
Entstehungsbedingungen für Elmsfeuer
Da unmittelbar vor und während eines Gewitters eine hohe Spannungsdifferenz zwischen Luft und Boden besteht, bilden sich knisternde Funkenbüschel, die aus der vorgenannten Spannungsdifferenz resultieren. Gemäß eines Beitrages des Wetterlexikons zum Thema „Elmsfeuer“ entstehen diese bläulich schimmernden Funken an hohen Gegenständen durch die Spitzenentladungen innerhalb des elektrischen Feldes unterhalb der Gewitterwolke. Wenn die Spannung innerhalb des elektrischen Feldes groß genug ist, fließt Strom zwischen der geladenen Luft und dem exponierten Gegenstand (Kirchturm, Tragflächen, Gipfelkreuz et cetera). Hierdurch wird die Luft ionisiert, sodass der charakteristische bläuliche Schimmer des Elmsfeuers entsteht.
Das Auftreten von Elmsfeuern bedeutet höchste Lebensgefahr für Mensch und Tier
Bei Menschen und Tieren äußert sich das Elmsfeuer nicht als bläulicher Lichtschein, stattdessen richten sich die Haare – in der Regel büschelweise – knisternd auf. Auch wenn dies zunächst lustig anmuten mag, so bedeutet dies jedoch höchste Lebensgefahr, da ein Blitzschlag unmittelbar bevor steht. Auch Gegenstände, an denen sich die bläulichen Funkenentladungen zeigen, wurden vielfach kurz darauf tatsächlich vom Blitz getroffen.
Erscheinungsformen des Elmsfeuers
Elmsfeuer an aufragenden Gegenständen treten nicht allzu häufig auf, bevorzugt sind sie im Gebirge oder auf hoher See zu beobachten. Die leuchtenden Funkenbüschel können bis zu einem halben Meter hoch werden und bis zu einer Minute anhalten. Das vorhandene Bildmaterial zu Elmsfeuern ist im Vergleich zu Fotografien von Zickzackblitzen eher dürftig.
Woher hat das Elmsfeuer seinen Namen bekommen?
Gemäß Wetterlexikon geht die Bezeichnung auf den heiligen Erasmus (italienisch: Elmo, daher die englische Bezeichnung St. Elmo‘s Fire) zurück, an dessen Kirchen die Lichterscheinungen erstmals beobachtet wurden. Nach alter Vorstellung von Seefahrern, unter anderem auch Christoph Columbus, um 1500 herum sollte das Auftreten des Elmsfeuers andeuten, dass der Gewittersturm auf See fast vorüber ist und der heilige Erasmus die Lichterscheinungen als Hoffnungsschimmer am Mast platziert habe, um den Seefahrern anzuzeigen, dass die Gefahr gebannt ist. Mittlerweile ist jedoch wissenschaftlich geklärt, dass das Elmsfeuer kurz vor oder während eines Gewitters auftritt, nicht bei dessen Abzug.
Elmsfeuer – Stoff für Seemannsgarn und andere Gruselgeschichten
Aufgrund der ungewöhnlichen Lichterscheinungen, die ein aufziehendes Gewitter noch unheimlicher erscheinen lassen, ranken sich um das Elmsfeuer bis heute zahlreiche Schauergeschichten, die im Horror-Genre bereits häufig aufgegriffen wurden. Dies ist auch sicherlich dadurch zu erklären, dass die Menschen in früheren Jahrhunderten, bevor die Elmsfeuer wissenschaftlich erforscht wurden, die bläulichen Lichterscheinungen für einen Spuk gehalten haben. Selbst in aktuellen Zeitschriften zu den Themen Übersinnliches, Parapsychologie und ähnliches, wird das Elmsfeuer immer noch mystifiziert oder sogar dämonisiert.
Quellen:
- meteoros.de: Begriffserklärung Elmsfeuer. Ohne Datums- und Verfasserangabe
- marnach.info: Beitragssammlung Am Rhein – Elmsfeuer mit weiterführenden Links und Bildern. Ohne Datums- und Verfasserangabe
- top-wetter.de – Wetterlexikon: Elmsfeuer. Ohne Datums- und Verfasserangabe
- zeno.org – Meyers großes Konversationslexikon: Lexikalischer Artikel zur Ionisierung der Luft. Leipzig 1907, Band 10, Seite 3 f.
- Online-Zeitung geister-und-gespenster.de. Ausgabe 03/2006, November 2006
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Bildnachweis:
- Mast Segelschiff; Blitze: © Lucky Luke, pixabay
- Schlechtwetterfront überm Meer: © Simon, pixabay
- Kirche in den Alpen: © Pixeleye, pixabay
