Wenn Kinder das Haus verlassen um auf eigenen Füßen zu stehen, sind sie in der Regel froh, Mamas und Papas Fittichen endlich zu entkommen. Keiner macht mehr Vorschriften, keiner beschwert sich über herumliegende Gegenstände, keiner will ständig wissen, was man macht und wo man ist. Endlich Freiheit für die großen Kinder. Doch auch Eltern wissen die neu gewonnene Freiheit zu schätzen. Man muss sich über nichts mehr aufregen und kann sein eigenes Leben endlich neu gestalten. Und dann kommt der Tag, an dem die Kinder die Eltern wieder brauchen und feststellen, das ihre Eltern flügge geworden und damit nicht mehr immer verfügbar sind.

Neue Freiheit für Eltern

Es vergehen im Schnitt rund 25 Jahre, bis aus den niedlichen Babys erwachsene Menschen geworden sind, die dann das Elternhaus verlassen. Eltern, die bis zur Geburt ihrer Kinder vielleicht nut einige Jahre als Paar gelebt haben, betreten nach so langer Abstinenz von ungestörter Partnerschaft quasi Neuland. Sie sind natürlich älter und reifer geworden. Ihre Wünsche bezüglich der neu gewonnenen Freiheit sind in den letzten Jahren konkret geworden. Sobald die Kinder ausgezogen sind, beginnt die Umsetzung. Hobbys werden entweder reaktiviert oder neue gesucht. Oder es werden Reisen gemacht. Manche Menschen in dieser Lebensphase krempeln auch ihr Leben komplett um. Das nun zu große Haus wird verkauft und gegen eine kleinere Wohnung eingetauscht. Volkshochschulen stellen einen starken Zugang bei Menschen um und über die Fünfzig fest, die sich teilweise nicht nur mit Hobbys, sondern auch mit Weiterbildung beschäftigen.

Neues Leben mit 50 plus

Wenn Kinder erwachsen geworden sind, sind es die Eltern in den meisten Fällen auch. Menschen, die rund fünfundzwanzig Jahre lang als Eltern funktioniert haben, stellen möglicher Weise fest, dass sie als Paar oder Ehepaar nicht so gut harmonisieren. Es geschieht immer häufiger, dass sich Paare kurz nach der silbernen Hochzeit trennen. Sie lernen andere Partner kennen und beginnen quasi noch mal ganz von vorn. Sie wissen nun wesentlich besser, was sie vom Partner erwarten und was sie selbst zu geben bereit sind. Da berufliche Karriere und Familienplanung in diesem Alter nicht mehr zu den Hauptthemen gehören, können sie sich wesentlich besser aufeinander konzentrieren beziehungsweise anders aufeinander eingehen.

Oma und Opa stehen nicht unbedingt zur Verfügung

Das alles geschieht um einen Zeitpunkt herum, an dem diese Menschen zu Großeltern werden. Selbstverständlich freuen sie sich. Sie besuchen Kinder und Enkelkinder gern. Problematisch wird es meist dann, wenn sie als Babysitter gebraucht werden. Dann stellen ihre Kinder fest, dass Oma und Opa an den Wochenenden selbst etwas vorhaben. Auch unter der Woche müssen Termine genauestens abgestimmt werden, egal ob tagsüber oder abends. Die Großeltern sind nun selbst wieder unternehmungslustig und wollen bei aller Liebe zu Kindern und Enkeln jetzt auch wieder ihr eigenes Leben leben. Junge Mütter, die gerne wieder arbeiten wollen, stellen fest, dass sie entweder auf Krippenplätze angewiesen sind oder warten müssen, bis die reguläre Kindergartenzeit beginnt. Die Großeltern sind nicht mehr bereit, noch einmal Kinder groß zu ziehen.