Elterngeld

Der Anfang ist gemacht

Kind - Pixelio.de
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Das Elterngeld motiviert immer mehr Väter - allerdings bedarf es in Deutschland noch einiger durchgreifender Veränderungen und mehr Anerkennung

Das Elterngeld, das am 01.01.2007 das bisherige "Erziehungsgeld" ablöste, scheint den Trend zur Kinderlosigkeit in Deutschland zumindest aufzuhalten.

Es beträgt für erwerbstätige Mütter und Väter 67 Prozent des vorherigen Nettogehaltes, wenn die Arbeitszeit vollständig oder teilweise reduziert wird. Gezahlt werden mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro, für Nichterwerbstätige 300 Euro. Die Bezugsdauer beträgt 12, beziehungsweise 14 Monate, wenn der andere Elternteil nach einem Jahr zwei Monate das Kind betreut. Auf 24 beziehungsweise 26 Monate kann die Bezugsdauer gestreckt werden, dann jedoch monatlich mit der Hälfte der Summe.

Anträge der Väter nehmen zu

2007 wurden von den 571.000 bewilligten Anträgen 10,5 Prozent von Vätern gestellt. Väter aus Bayern und Berlin nutzten diese Möglichkeit am Häufigsten, nämlich 15,1 beziehungsweise 15,0 Prozent im letzten Quartal 2007. Das frühere Erziehungsgeld wurde nur von 3,3 Prozent der Väter beantragt

Allerdings beantragten 60 Prozent der Männer das Elterngeld lediglich für zwei Monate, nur 18 Prozent setzten für 12 Monate im Job aus. Im Vergleich dazu beantragten 87 Prozent der Mütter das Erziehungsgeld für 12 Monate, weniger als ein Prozent blieben nur zwei Monate zu Hause. Familienministerin Ursula von der Leyen wertet die Zunahme der Väteranträge als Erfolg: "Das Elterngeld bleibt ein Renner. Wenn diese Dynamik anhält, knacken wir spätestens 2009 die 20-Prozent-Grenze." Laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2007 wollen ein Viertel aller Väter Vatermonate beantragen.

Elterngeld nur der erste Schritt

Das Elterngeld kann höchstens ein Anreiz sein, ein Allheilmittel ist es nicht. So kritisieren viele, dass die Berechnung des Elterngeldes Gutverdienende bevorzuge, Alleinerziehende und Arbeitslose, die vorher wenig oder kein Einkommen hatten, müssen sich mit 300 Euro begnügen.

Zusätzlich ist es so, dass in den meisten Familien, falls beide Elternteile berufstätig waren/sind, die Frauen nach wie vor weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Da wäre es logisch, wenn der besser verdienende Mann 12 Monate zu Hause bleiben würde - dies wird bei den meisten im beruflichen Umfeld jedoch nach wie vor sehr kritisch beäugt.

Wie eine neue Studie mit dem vielsagenden Namen "Eltern unter Druck" der Konrad-Adenauer-Stiftung aufzeigt, möchten sich junge Väter gerne in die Erziehung ihrer Kinder einbringen und mehr Zeit mit ihnen verbringen, wagen es aber oftmals nicht, im Büro kürzer zu treten, oder auch nur die zwei Vätermonate zu beantragen, weil sie bei ihren Kolleginnen beobachten, wie ein Kind die Karriere beeinträchtigen kann.

In den Interviews gaben viele Eltern an, auf beide Gehälter angewiesen zu sein. Angst vor sozialem Abstieg oder Arbeitslosigkeit plagen vor allem Eltern aus der sogenannten Mittelschicht. Sie möchten ihren Kindern einen angemessenen Lebensstandard bieten, können diesen jedoch oftmals nur durch eine als vielfach ebenso teure wie fehlerhafte Fremdbetreuung aufrecht erhalten.

Von der Politik fühlen sich die Befragten nach wie vor im Stich gelassen, trotz geplantem Kita-Ausbau und Elterngeld.

Julia Strelow, Stephan Wallocha

Julia Strelow - Autorin der Bücher: "Ratgeber Nachhilfe - Informationen, Adressen, Berichte" sowie "Jetzt sind wir dran?! - Frauen in der ...

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