Schließlich brachte 1761 eine aus preußischer Sicht entscheidende Wende im nun schon seit 6 Jahren andauernden Siebenjährigen Krieg, wie er später genannt wird. Am 24. Dezember 1761 starb Zarin Elisabeth. Ihr Neffe trat als Zar Peter III. die Nachfolge an.

Das Ende des Siebenjährigen Krieges im Verlauf von 1762

Zar Peter III. schloss am 5. Mai in St. Petersburg einen Friedens- und Bündnisvertrag mit Preußen ab und stellte Friedrich II. Truppen zur Verfügung. Schweden verließ die antipreußische Allianz am 22. Mai im Frieden von Hamburg ebenfalls.

Nach Peters Ermordung am 17. Juli 1762 löste Zarin Katharina II. das Bündnis wieder auf. Aber sie nahm die Kampfhandlungen nicht wieder auf. So hatte Preußen es nur noch mit Österreich, Frankreich und den Reichstruppen zu tun.

Nun wollte Friedrich II. die Österreicher aus Schlesien und Sachsen verdrängen. Es gelang ihm, bei Burkersdorf am 21. Juli 1762 die Österreicher zu besiegen und dann Schweidnitz zu besetzen. Bei Freiberg kam es am 29. Oktober 1762 zur letzten Schlacht zwischen Österreich und Preußen. Unter Führung von Prinz Heinrich gelang den Preußen der Sieg und sie hatten Sachsen wieder erobert.

Französische Truppen versuchten noch einen Vorstoß nach Hessen. Der wurde bei Wilhelmsthal und Lutterberg vereitelt.

Die Friedensverträge von 1763

Großbritannien und Portugal schlossen am 10. Februar 1763 den Frieden von Paris mit Frankreich und Spanien. Am 15. Februar 1763 wurde der Frieden von Hubertusburg zwischen Preußen und seinen Gegnern geschlossen. Der Status quo ante bellum war wieder hergestellt.

Die Folgen des Siebenjährigen Krieges

Nach sieben Kriegsjahren waren die Kräfte aller europäischen Kriegsparteien weitgehend erschöpft. Ein Zermürbungskrieg war das ganze Unternehmen für Europa geworden. Kein Herrscher, ausgenommen die britischen Krone, hatte aus den Konflikten wirklich einen Vorteil erlangen können. Die Grenzen in Europa bleiben weitgehend unverändert. Großbritannien gelang es, in diesem Krieg sein Kolonialreich auf Kosten Frankreichs erheblich zu erweitern.

Dafür waren in allen Staaten die Staatskassen geplündert und Schuldenberge hatten sich aufgehäuft. Und zwei der wichtigsten Kontrahenten, die österreichische Kaiserin Maria Theresia und der preußische König Friedrich II., nun zumeist Friedrich der Große genannt, hatten einen besonders überhöhten Platz in den Geschichtsschreibungen erreicht.

Die politische Folgen des Siebenjährigen Krieges

Preußen war nach diesem Siebenjährigen Krieg als fünfte Großmacht in Europa anerkannt. Aber das nach einem zermürbenden Krieg an zeitweise vier Fronten, in denen die Existenz des Staates Preußen mehrfach hart am Rande des Abgrundes stand. Der so genannte „Deutsche Dualismus“ mit den im Reich um die Vorherrschaft streitenden Habsburger und Hohenzollern war entstanden. Die Kaiser des römisch-deutschen Reiches aus dem Hause Habsburg waren durch das erstarkte Preußen in ihren Handlungsmöglichkeiten beschränkt worden. Preußen und Österreich achteten nun vor allem darauf, dass keine Seite einen weiteren Machtzuwachs erreichen konnte. So kam es schon bald zum Bayerischen Erbfolgekrieg.

Frankreich wollte immer die Österreichischen Niederlande für sich gewinnen. Dies war ihm als Ausgleich für die Unterstützung bei der Wiedergewinnung Schlesiens von Österreich versprochen worden. Doch dieser Plan ging nicht auf, denn Schlesien blieb preußisch. Dazu verlor Frankreich einen großen Teil seines Kolonialreiches. Kanada und die Besitzungen in Indien fielen an Großbritannien. So kam es zur französischen Unterstützung für die rebellierenden Kolonien im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Der lange Krieg hatte außerdem die Staatsverschuldung explodieren lassen. Dies wurde zu einer Ursache der Französischen Revolution.

Großbritannien wurde mit diesem Krieg verstärkt in die europäische Politik einbezogen. Der Sieg in Nordamerika wurde eine Konfliktquelle mit den Bewohnern in den Kolonien, denn die von Frankreich eroberten Gebiete blieben den Siedlern verschlossen. Dann sollte die Bevölkerung in den Kolonien für die Kosten des Krieges mit aufkommen. Das alles führte dann etwa 15 Jahre später zum Unabhängigkeitskrieg gegen das Mutterland Großbritannien.

Die wirtschaftlichen Folgen des Siebenjährigen Krieges

Für die Bevölkerung in den am Krieg beteiligten Staaten gab es zum Teil katastrophale Auswirkungen. Die Verluste an Soldaten waren für alle Kriegsparteien immens. Allein Preußen verlor 180.000 Mann.

Auch die Zivilbevölkerung wurde in den Kriegsgebieten dezimiert. Davon waren vor allem Sachsen und Pommern stark betroffen. Aber auch Schlesien, das sich von den Folgen des Dreißigjährigen Krieges noch nicht ganz erholt hatte, wurde durch die ständigen Feldzüge zwischen 1740 und 1763 in seiner Entwicklung erneut zurück geworfen. Vor allem Sachsen hatte während der preußischen Besetzungen unter Plünderungen, Zwangsrekrutierungen und Kontributionszahlungen zu leiden.