Englisch im Kindergartenalter

Englischunterricht im Kindergarten bringt Spaß und Freude für alle Beteiligten und trägt dazu bei, dass Kinder schon früh ein Gefühl für Sprache entwickeln.

Das Erlernen einer Fremdsprache – speziell Englisch – im Kindergartenalter wird immer beliebter. Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die Sprachunterricht für Kinder im Vorschulalter anbieten und auch Kindergärten nehmen den Englischunterricht verstärkt in ihr Angebot auf.

Sinnvolle Förderung oder übertriebener Ehrgeiz?

Es bleibt die Frage: Ist es wirklich notwendig, dass Vierjährige Englisch lernen, kaum dass sie sich in ihrer Muttersprache ausdrücken können? Die Antwort lautet: notwendig nicht, aber sinnvoll. Im Kindergartenalter haben Kinder die einmalige Gelegenheit, eine fremde Sprache völlig ohne Druck kennen zu lernen. Denn nie wieder lernen Kinder so schnell und vor allem so unbekümmert wie in dieser Zeit. Sie bekommen keine Noten und müssen keine Hausaufgaben machen.

Interesse wecken und Freude am Entdecken fördern

Wichtig ist dabei, dass die Kinder wirklich nur aus reinem Spaß an der Sache Englisch lernen und weder Eltern noch Lehrer eine Erwartungshaltung aufbauen. Nur dann hat das Kind die Chance, sich völlig frei und unbefangen der Sprache zu nähern. Denn letztendlich geht es genau darum: um die Freude am Entdecken einer fremden Sprache.

Es darf nicht das Ziel sein, dass ein Kindergartenkind nach fünf Englischstunden bereits ganze Sätze spricht und Gespräche in der neuen Sprache führen kann. Vielmehr ist es wichtig, dass Interesse geweckt und die neue Sprache als etwas ungeheuer Spannendes, das es zu erforschen gilt, empfunden wird. Und im Entdecken und Erforschen sind Kinder ja bekanntlich Weltmeister.

Englischunterricht kindgerecht gestalten – bewegen und vor allem lachen sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht

Wichtig ist, dass man sich als Lehrer bei der Unterrichtsgestaltung an das direkte Lebensumfeld der Kinder anlehnt, das heißt, es sollten Themen behandelt werden, die für die Kinder von unmittelbarem Interesse sind, etwa Familie, Kindergarten, Tiere, Körper, Farben, Lebensmittel. Es treffen bekannte Themen auf die neue Sprache, Vertrautheit wird mit Neuland kombiniert – für Kinder ideal. Und nichts lernt man leichter als das, was einen interessiert. Kinder werden sich deshalb die englischen Begriffe für Hund, Pferd und Katze sofort merken und so schnell nicht wieder vergessen.

Eine Unterrichtseinheit sollte nicht zu lange dauern – für Vier- bis Fünfjährige sind 45 Minuten pro Englischstunde völlig ausreichend. Und diese 45 Minuten können natürlich nicht ausschließlich im Sitzen verbracht werden. Vielmehr sollte mit allen Sinnen gelernt werden. Wenn Kinder manche der Gegenstände, deren Begriffe sie neu lernen, auch anfassen dürfen, dann begreifen sie im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man als Lehrer das Englischlernen mit Bewegungsspielen verbindet, haben Langeweile und Frustration keine Chance. Wenn englische Lieder gesungen werden und auch noch dazu getanzt werden darf, dann sind Spaß und gute Laune garantiert. Und wenn man als Lehrer die Stunde mit einer kleinen Traumreise auf Englisch beschließt, dann erweitern die kleinen Schüler dabei nicht nur ihren Wortschatz und eignen sich ein gewisses Sprachgefühl an, sondern sie erleben das Erlernen einer Sprache als etwas Entspannendes und Bereicherndes. Und wenn sie diese Haltung später mit in die Schule nehmen können, hat sich das Englischlernen im Kindergarten schon gelohnt. Es ist nicht notwendig, aber eben sinnvoll. Und schön.

Natascha Monath, Natascha Monath

Natascha Monath - Derjenige, der mit Tinte schreibt, ist nicht zu vergleichen mit demjenigen, der mit seinem Herzblut schreibt. - Khalil Gibran, ...

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