Am 13.12.2005 jährte sich zum 68ten Mal das Massaker von Nanjing. Bis heute begeht man in Nanjing diesen unheilvollen Tag. Am Tag vor dem Gedenken ging 2005 ein englischsprachig Version der Internetseite online, die an die japanischen Kriegsverbrechen erinnert. Die Adresse lautet: http://www.nj1937.org/english/default.asp . Betrieben wird die Seite von der Stadt Nanjing und gehört zur Gedenkstätte des Nanjing-Massakers.
Einen Tag nach der Einnahme der ehemalige Hauptstadt Chinas am 12.12 1937 begannen die Japaner ein sechs Wochen dauerndes Morden, Vergewaltigen und Plündern. Nach chinesischen Angaben fielen 300.000 Menschen der japanischen Soldateska zum Opfer.
John Rabe der "Schindler" Chinas
Ein besondere Andenken widmen die Chinesen dem Deutschen John H. D. Rabe (1882-1950). Er errichtet in Nanjing zusammen mit anderen Ausländern eine internationale Schutzzone, in die sich ca. 250.000 Chinesen vor den Japanern retteten. Dem NSDAP-Mitglied Rabe gelang es, mit dem Aufziehen der Hakenkreuzfahne über der Schutzzone, japanische Bomber fernzuhalten.
Rabe hatte seit 1931 als Repräsentant von Siemens in Nanjing gearbeitet. Als seine Firma ihn 1938 nach Deutschland zurückbeorderte, setzte er sich gegen die Kriegsverbrechen der Japaner ein. Nach vergeblichen Versuchen die Unterstützung Hitlers gegen die Japaner zu gewinnen, verhaftete ihn die schließlich die Gestapo. In China genießt Rabe bis heute große Verehrung. Die Chinesen nennen ihn „Oskar Schindler“ von China. Sein Tagebuch ist eine der wichtigsten Quellen über das Nanjing-Massaker. Im Jahr 2009 kam der Film John Rabe in dem der Schauspieler Ulrich Tukur als John Rabe zu sehen ist. Im Film werden die Rollen der Chinesen von chinesischen Schauspielern gespielt und die Rollen der Japaner übernahmen Japaner. Den japanischen Schauspielern die im Film mitspielten war die Teilnahme an dem Dreharbeiten wegen der Geschichtlichen Hintergründe sehr wichtig aber in Japan fand der Film erst mal keinen Verleih
Vergangenheitsbewältigung auf japanisch
Die Japaner spielen bis heute das Massaker in Nanjing herunter. In Japan gibt man rund 40.000 Todesopfer zu. Nationalistische Japaner jedoch leugnen nach wie vor das Nanjing-Massaker und betrachten das Ereignis als chinesische Propaganda. Diese Haltung spiegelt den allgemeinen Umgang der Japaner mit den Verbrechen während Zweiten Weltkriegs wieder. Verglichen mit der Bundesrepublik findet eine Aufarbeitung der Vergangenheit und Vergangenheitsbewältigung kaum statt. Nicht zuletzt sehen sich die Japaner bedingt durch den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki eher in der Rolle der Opfer des Zweiten Weltkrieges, als in der Rolle von Tätern.
Ein Zeichen dafür war der erneute Besuch des Yasukuni-Schrein durch Japans Premierminister Koizumi am 17.10.2005. Als Hauptopfer des japanischen Faschismus reagierten Korea und China mit starken Protesten. Im Yasukunischrein in Tokyo verehren die Japaner ihre Kriegstoten, darunter auch Kriegsverbrecher der höchsten Stufe (Kategorie A). Das Handeln des Ministerpräsidenten machte deutlich, dass weite Teile der japanischen Gesellschaft nach wie vor Japans dunkle Vergangenheit verdrängen, leugnen und glorifizieren.
Auch auf dem am 12.12.2005 begonnenen ASEAN plus Japan, Korea und China Gipfel in Kuala Lumpur wirkte sich Japans Haltung aus. Chinas Premierminister Wen Jiabao sagte, die fortgesetzten Besuche japanischer Regierungsvertreter beim Yasukunischrein belaste die Beziehungen zwischen China und Japan. Eine Folge sei, dass es nicht zu einem vorgesehen Dreiertreffen der Regierungschef von China, Südkorea und Japan in Kuala Lumpur komme.
Quellen:
Erwin Wickert; John Rabe, der gute Deutsche von Nanjing
