Bei einer richtigen Entsäuerung müssen die Ausscheidungsorgane Darm, Nieren, Lunge und Haut, Höchstleistungen vollbringen, um den gesamten Körper (nahezu) vollständig zu entsäuern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Prozess zu unterstützen.

Wann kann entsäuern sinnvoll sein?

Wenn Symptome einer Übersäuerung des Körpers wie zum Beispiel Sodbrennen, Blähungen, Reizbarkeit, Kopfschmerzen oder eine Schwächung des Immunsystems auftreten. Manche Ärzte empfehlen eine basische bzw. säurearme Ernährung und das Entsäuern des Körpers bei Erkrankungen wie Rheuma, Gicht, Arthrose (Arthrose Ernährung, Arthrose Behandlung, Arthrose Sport, Arthrose Übungen) oder auch Bluthochdruck. Eine über viele Jahre unentdeckte Übersäuerung bzw. Azidose kann zu einer vorzeitigen Alterung der Haut führen.

Wer genau wissen will, wie es um seinen Säure-Basen-Haushalt steht, kann den pH-Wert im Körper mit Hilfe eines Teststreifens über den Urin selbst feststellen. Eine Blutuntersuchung beim Arzt gibt ebenfalls Aufschluss über den genauen Wert. Während der Entsäuerung sollte der Test regelmäßig und zur gleichen Zeit durchgeführt werden.

Säurelieferanten sind weitgehend zu vermeiden

Ganz vom Speiseplan gestrichen werden sollten alle schlechten Säurelieferanten. Dazu zählen unter anderem Fleisch, Fisch oder auch Wurst. Sämtliche Genussmittel wie Alkohol, Nikotin, Colagetränke, Kuchen, Torten und alle Süßigkeiten wie auch Schokolade gehören auch dazu. Auf Weißmehlprodukte wird bei einer Entsäuerung ebenfalls verzichtet, weil sie den Säure-Basen-Haushalt ebenfalls nur unnötig belasten. Auf der Liste der zu streichenden Lebensmittel stehen beim richtigen Entsäuern leider auch Kaffee und Schwarzer Tee. Für das einwandfreie Funktionieren des Stoffwechsels benötigt der Körper sowohl Säuren als auch Basen. Dabei sollte nur auf Nahrungsmittel zurückgegriffen werden, die wertvolle Nährstoffe enthalten, obwohl sie säuernd wirken. Zu dieser Gruppe gehören aus Milch hergestellte Produkte und Getreidevollkornprodukte.

Zum richtigen Entsäuern gehört es, die Zufuhr von basischen Lebensmitteln zu erhöhen

Der Schwerpunkt der säurearmen bzw. basischen Ernährung liegt auf der Zufuhr von basischen Lebensmitteln, deren Anteil bei einer Entsäuerung auf jeden Fall über 80 % liegen sollte. Zur Gruppe dieser Nahrungsmittel zählen alle Sorten von Gemüse wie Paprika, Möhren, Fenchel oder auch Radieschen. Obst, Blattsalate und Kräuter zählen ebenfalls zu den basischen Lebensmitteln. Kartoffeln sind pure Basenlieferanten. Sobald sie zu Pürree, Semmelknödel oder Pommes Frites weiterverarbeitet werden, verlieren sie leider sehr viel notwendige Nährstoffe.

Vorsicht vor Basenumkehr

Fast jeder kennt wohl den Spruch "Gut gekaut ist halb verdaut". Es ist unerlässlich, sich für die Mahlzeiten viel Zeit zu nehmen und jeden Bissen gründlich zu kauen. Passiert dies nicht, kann es trotz Zufuhr von basischen Lebensmitteln im Darm zu einer Fehlverdauung kommen, dieses führt dann zur sogenannten Basenumkehr. Gesunde Nahrungsmittel werden durch gärende Vorgänge und Fäulnisprozesse in Säure umgewandelt, es entstehen Zersetzungsgifte, die sich negativ auf das Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt auswirken. Der ph-Wert im Körper stimmt nicht mehr und dies hat wiederum lähmende Auswirkung auf die Stoffwechselfunktionen.

Beim richtigen Entsäuern immer auf die Flüssigkeitszufuhr achten

Die Nieren leisten ebenfalls einen großen Beitrag beim Filtern und Ausschwemmen von überschüssigen Säuren. Das Entsäuern sollte dabei mit einer genügenden Aufnahme von Flüssigkeit einhergehen. Zu vermeiden sind dabei alle kohlensäurehaltigen Getränke. Kräutertee (kein Hagebuttentee) und stilles Mineralwasser spülen am besten Giftstoffe hinaus, ohne dass der Körper dabei neue Säuren aufnimmt.

Entsäuerung: Den Körper wirkungsvoll unterstützen

Stress ist so gut wie möglich zu vermeiden, weil dieser im Körper negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat. Mehr Bewegung unterstützt dabei ebenfalls das Entsäuern, weil die Lungen die gasförmigen Stoffwechselabbauprodukte und schädliche Kohlensäuren wieder ausatmen. Und letztendlich erfüllt auch die Haut ihre Aufgabe, indem sie diese Schlacke über Schweiß und Hautatmung ausscheidet.

Das richtige Entsäuern mit Basenpulver natürlich unterstützen

Die viele Mineralstoffe enthaltenden Basenpulver sind in der Lage, überschüssige Säuren abzupuffern und sind außerdem notwendige Helfer, um basische Verdauungssäfte zu produzieren. Durch ihre Inhaltsstoffe können sie das Entsäuern natürlich unterstützen und führen dem Körper gleichzeitig den für die Verdauung verantwortlichen Drüsen unerlässliche Bausteine zu. Die bei der Entsäuerung hilfreichen Basenpulver gibt es in unterschiedlicher Darreichungsform und die Einnahme sollte in entsprechendem Abstand zu den Mahlzeiten erfolgen. Nebenwirkungen treten selten auf.

Für ein erfolgreiches Entsäuern/Entgiften gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Vitalpilze wie zum Beispiel die Sorten Reishi, Maitake oder Shiitake sind eine gesunde Alternative mit positivem Einfluss auf den Organismus als Ganzes und dabei hilfreich beim gewünschten Entsäuern des Körpers.

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Quellen:

  • Richtig entsäuern, Dr. med. Monika Wagner-Koch, Goldmann Verlag
  • Die Darmreinigung nach Dr. med. F.X. Mayr, Dr. med. Erich Rauch, Haug Verlag
  • Nährwerte, Prof. Dr. I. Elmadfa, W. Aign, Dr. Fritzsche, GU Verlag
  • Laborwerte, Dr. N. Schaenzler, Dr. Med. W.P. Bieger, GU Verlag
  • Basenfasten - das Gesundheitserlebnis, Goldmann Verlag, S. Wacker, Dr. med. A. Wacker
  • Arthrose - der Weg zur Selbstheilung, Hans-Nietsch-Verlag, E. Fisseler
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