
- Die Seele baumeln lassen - Löwenzahn/Pixelio
Schneller und immer weiter – wie in einem Hamsterrad. Nur kein Stillstand, kein Pausieren, kein Innehalten. Nichtstun ist in der heutigen Gesellschaft oft verpönt – eigentlich schade! Denn wer sich öfters mal ausklinkt, lebt gesünder und ist kreativer.
Entspannung baut Stress ab
Entspannung ist absolut notwendig. Denn auf Dauer ist Spannung, der Gegenspieler und mehr noch die Überspannung, nicht auszuhalten. Immer wenn wir Ereignisse als gefahrvoll erleben, wird das sympathische Nervensystem aktiviert. Die Folge: erhöhter Herzschlag, angespannte Muskeln, schnelle Atmung und steigender Blutdruck. Abwägendes und urteilendes Denken, das den Menschen auszeichnet, wird blitzartig blockiert. War dieser Reflex für unsere Vorfahren lebensnotwendig, um sich vor wilden Tieren in Sicherheit zu bringen, sind die heutigen Stressfaktoren am Arbeitsplatz in der Regel nicht durch Kampf oder Flucht zu lösen. Im Gegenteil. Hier ist der körperliche Alarm hinderlich und gefährlich, denn er kann nicht durch entsprechende Aktivität abgebaut werden. Der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge klagen 60 Prozent der Erwerbstätigen über Stress und jeder vierte Arbeitnehmer fühle sich durch seinen Job ausgebrannt, so eine Umfrage von Emnid. Wer gestresst ist, befindet sich also in bester Gesellschaft – im Trend liegt er damit nicht, denn der heißt fraglos Entschleunigung.
Der neue Trend "Downshifting"
Das Zauberwort hat sich auch bei Karrieristen herumgesprochen. Immer mehr wollen den radikalen Wandel in ihrem Leben. „Downshifting“ (Herunterschalten) nennen es Experten, wenn Workaholics aus dem alten Beruf ausbrechen und in einen neuen umsteigen. „Downshifter“ möchten Dinge tun, die ihnen Spaß machen. Es geht ihnen um den behutsamen, klugen Rückzug in ausbalancierten Schritten - der Job spielt hierbei nur die zweite Geige. Das bringt die Muße zurück. Schon antike Philosophen wussten: Nur der kann entspannt genießen, der aus den Gegebenheiten des Lebens Weniges und Wichtiges auswählt. Wer versucht, jede sich bietende Chance wahrzunehmen, hetzt sich zu Tode. Ganz nach dem Motto: Wer schneller lebt, ist auch früher damit fertig.
Regelmäßige Bewegung ist wichtig
Neben dem bewussten Ausklinken, scheint regelmäßige Bewegung noch immer der beste Stress-Killer zu sein. Rad fahren, Schwimmen und Joggen helfen, Angst, Depression und Aggressivität zu mildern. Selbst im Fitnessstudio ist Gelassenheit angesagt. Wer seine Muskeln im Zeitlupentempo trainiert, hat schneller mehr davon, haben Studien des Zentrums für Muskel- und Knochenforschung in Berlin ergeben. „Beim sogenannten Slow-Motion-Training führen extrem langsame Bewegungen dazu, dass innerhalb eines Muskels 50 bis 100 Prozent mehr Muskelfasern zur Kontraktion, also zum Zusammenziehen gebracht werden, als beim herkömmlichen Krafttraining“, so Thorsten Dargatz, ehemaliger Leistungssportler, Sportwissenschaftler und Buchautor.
Asiatische Gelassenheit
Riskieren Sie doch bei der Eroberung der Langsamkeit auch mal einen Blick nach Asien. Dort, wo man die Gegenentwürfe zu Hektik und Eile erfunden hat, finden die Menschen im Buddhismus, Thai Chi oder Yoga eine reiche Quelle, neue Kraft zu schöpfen. Achtsamkeit für die kleinsten Dinge, Reduktion auf das Wesentliche und Bedachtsamkeit, sind die Schlüsselwörter für mentale Entschleunigung. „Einen Tag ungestört in Muße zu verleben, heißt einen Tag lang unsterblich zu sein“, sagt man in China. Gibt es ein besseres Argument?
5 Schritte für weniger Stress
1. Bewusst den Augenblick genießen
Im Hier und jetzt leben! Vermeiden Sie, ständig mit den Gedanken in der Vergangenheit oder der Zukunft zu sein.
2. Konzentration auf das Wesentliche
Sich ganz bewusst mit einer Sache auseinandersetzen und nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigen.
3. Wieder Herr über die eigene Zeit werden
Kontrolle über die Zeit gewinnen, heißt auch, sich mehr Zeit für andere und sich selbst zu nehmen.
4. Langeweile einplanen
In der größten Hektik, einfach 10 Min. innehalten. Auszeiten schärfen die Sinne und fördern die Kreativität.
5. Nach dem Lustprinzip leben
Einfach das tun, was einem jetzt wirklich wichtig ist und dabei nicht überlegen, was sonst noch zu erledigen wäre.
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