Enzyme als Quelle des Lebens

Was sind Enzyme, woher kommen sie und wozu werden sie gebraucht?

Egal, ob Hund, Katze, Maus oder Mensch: wir alle können nur mit der Hilfe von 3000 verschiedenen Enzymen leben und überleben.

Enzyme sind Eiweiße und bestehen aus Aminosäureketten. In jedem lebenden Organismus befinden sich Milliarden Enzyme. Sie steuern und erhalten die Lebensfunktion. Ohne Enzyme kann ein Körper nicht mehr funktionieren und müsste sterben!

Da ohne Enzyme kein Leben möglich ist, gelten sie als Quelle des Lebens. Sie sind für die richtige Funktion jedes einzelnen Organs verantwortlich. Enzyme werden für jede chemische Aktion und Reaktion im Körper benötigt und sind so mit einer großen chemischen Fabrik vergleichbar: Sie beschleunigen Lebensprozesse und helfen, Stoffwechselvorgänge in Gang zu bringen und zu unterhalten.

Alles, was im Körper vermeintlich automatisch abläuft, funktioniert nur mit der Wirkung der Enzyme. Das gilt auch für die Verdauung. Ohne Enzyme könnten weder Vitamine, Mineralstoffe noch alle anderen Mikronährstoffe vom Körper verarbeitet werden.

Enzyme als Katalysatoren

Enzyme sind gleichzeitig die unentbehrlichen Beschleuniger aller biochemischen Vorgänge, die in unserem Körper ablaufen. Sie haben eine so genannte Katalysatorfunktion, ähnlich dem in unseren Autos. Der Autokatalysator dient dazu, die Auspuffgase vom giftigen Kohlenmonoxid zu befreien. Das macht er, ohne sich selbst chemisch zu verändern und ohne selbst Energie zu benötigen. Bei Enzymen ist das ähnlich: sie werden meist unterschiedlich eingesetzt und katalysieren nur einen bestimmten Vorgang.

Woher bekommen wir unsere Enzyme?

Enzyme stammen zum großen Teil aus unserer Nahrung. Der Körper nimmt sie auf und verwandelt sie für ihre jeweiligen Zwecke in über 3000 verschiedene Enzymarten um.

Unglücklicherweise werden alle Enzyme durch Wärme zerstört. Wird ein Lebensmittel über 54°C erhitzt, was beim Kochen ja meistens der Fall ist, werden neben den Vitaminen auch die Enzyme abgetötet. Daher sind Enzyme in Rohkost am besten erhalten.

Enyme wären auch in Fleisch reichlich vorhanden, vor allem in einigen Drüsen. Doch da die meisten von uns weder Fleisch noch andere tierische Produkte roh essen, ist Fleisch keine gute Enzymquelle.

Bei uns wird üblicherweise industriell gefertigte Nahrung angeboten. Sie ist besonders arm an Enzymen und führt daher zum vorprogrammierten Enzymmangel. Solange ein Mensch jung ist, macht sich das kaum bemerkbar, denn in der Jugend funktioniert der Körper äußerst effektiv. Selbst wenn er nur einen kleinen Teil der Enzyme aus der Nahrung aufnimmt, kann er genug weitere Enzymarten für seine Bedürfnisse produzieren.

Doch mit zunehmendem Alter ist der Körper nicht mehr ganz in der Lage, die Enzyme selbst herzustellen, die er benötigt. Das körpereigene Immunsystem wird dadurch schwächer und kann Krankheiten nicht mehr wirksam bekämpfen.

Die körpereigene Enzymproduktion im Alter

Die Leistungsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse, die Verdauungsenzyme produziert, nimmt mit zunehmendem Alter ab. So haben Untersuchungen gezeigt, daß 70jährige nur noch etwa die Hälfte der Enzymaktivität von 20jährigen besitzen.

Ältere Menschen leiden aus diesem Grund oft unter Verdauungsstörungen. Gleichzeitig kann ihr Körper weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen. So kommt es, dass eine Mangelernährung auftreten kann, auch wenn sich der Patient ausgewogen ernährt. Ihm fehlen einfach die notwendigen Enzyme.

Enzymmangel und Krankheit

Sobald ein Mensch krank wird, arbeitet sein Organismus auf Hochtouren. Er versucht, die vom Immunsystem benötigten Enzyme für eine erfolgreiche Abwehr zu produzieren. Doch diese Bemühungen reichen oft nicht aus. Die Folge sind chronische Beschwerden an Gelenken, Herz oder anderen Körperregionen.

Zöliakie zum Beispiel wird durch den Mangel der Enzyme Trypsin und Lipase verursacht. Über 200 andere gesundheitliche Störungen können nur entstehen, weil nicht genug Enzyme vorhanden oder aber, weil sie defekt oder abgenutzt sind.

Dabei haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass viele Krankheiten verhindert oder doch zumindest gemildert werden können, wenn der Patient auf eine enzymhaltige Nahrung (frische, naturbelassene Kost) achtet oder zusätzliche Enzyme einnimmt. Ein "Zuviel" gibt es dabei nicht.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Studien zu den Wirkungen von Enzymen erhalten Sie auf Anfrage bei der Autorin.

Brigitte van Hattem, www.starphotografie.de

Brigitte van Hattem - Mein Name ist Brigitte van Hattem. Ich bin Medizinjournalistin, Fernsehredakteurin, Autorin und Texterin und betreibe ein medizinisches ...

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