Erdbeben - Alltag in Costa Rica

In Mittelamerika sind Erschütterungen in der Erde häufig spürbar

Nach dem Erdbeben in Costa Rica im Janurar 2009 - Mario Rojas
Nach dem Erdbeben in Costa Rica im Janurar 2009 - Mario Rojas
Die Verschiebungen der Kontinentalplatten tief unter Costa Rica sind häufig Ursache schwacher Erdbeben. Hin und wieder entwickeln die Beben auch zerstörerische Kraft.

Erdbeben gehören in Costa Rica zum Alltag. Hin und wieder reiben irgendwo in der Tiefe der Erde die Kontinentalplatten gegeneinander, die Auswirkungen sind im Umkreis des Epizentrums meist spürbar. Manchmal ist es nur ein Flackern, was man kaum wahrnimmt. Doch hin und wieder bebt der Boden länger und anhaltender.

Ursache ist die Lage Costa Ricas über einer geologisch sehr unruhigen Region – der Konvergenzzone zwischen der Kokosplatte und der Karibischen Platte. Zusätzlich kollidieren beide Platten im Südosten, der Region um den Golfo Dulce, mit der Nazcaplatte, die sich Stück für Stück langsam unter die Karibische Platte schiebt. Reibungen und Zusammenstöße der Kontenentalplatten tief in der Erde sind Ursache häufiger Erdbeben in der Region Mittelamerika.

Erst kürzlich bebte die Erde 2009 in Costa Rica am 03. Oktober 2009, als zwei Beben mit Stärke 4,2 auf der Richterskala die Region um den Vulkan Poás, Alajuela und Santiago de Puriscal erschütterten. Das erste rüttelte morgens um 3:24 Uhr die Einwohner wach, das zweite gut fünf Stunden später um 8:11 Uhr. Beide richteten keinen Schaden an. Andere Erdbeben aber werden den Ticos noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

Bei einem heftigeren Erdbeben mit Stärke 5,1 auf der Richterskala am 14. November 2009 wurde die zentrale Pazifikregion im Kanton Purriscal erschüttert. Ein Erdrutsch kurz nach dem Beben forderte das Leben einer jungen Frau.

Ein Beben der Stärke 5,2 am 24. Januar 2010 in der Grenzregion zu Panamá richtete keinen Schaden an.

Das Erdbeben von Limón 1991

Am 22. April 1991 kam Costa Rica gemeinsam mit Panama die unschöne Prominenz zu, das weltweit stärkste Erdbeben des Jahres zu erleben. Das Beben mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala und einer Tiefe von 10 Kilometern hatte seinen Ursprung in der Provinz Limón. 4.452 Häuser wurden in Costa Rica zerstört, 48 Menschen kamen ums Leben, 651 wurden verletzt. Die Auswirkungen in Panama waren noch schlimmer. Dort waren 79 Tote und 1.061 Verletzte Teil der schlimmen Folgen.

Insgesamt waren 80% der Fläche Costa Ricas und 20% der Fläche von Panama von Schäden betroffen. In Costa Rica mussten allein 309 Kilometer Straße neu gebaut werden.

Als Folge des Erdbebens fegte nur wenig später ein Tsunami über die karibische Küstenzone Costa Ricas und Panamas mit Wellen von bis zu zwei Metern Höhe.

Costa Rica und das Erdbeben von Cinchona in Januar 2009

Am 8. Januar 2009 war Costa Rica zuletzt von einem folgenschweren Erdbeben betroffen. Mittags gegen 13:21 Uhr wurden vor allem die Provinzen Heredia, Alajuela und San José von der heftigen Erschütterung erfasst, zu spüren war das Beben sogar bis in den Süden Nicaraguas.

Das inzwischen als „Erdbeben von Cinchona“ (span. „Terremoto de Cinchona“) bekannte Erdbeben hatte eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala und war damit das heftigste Beben der Region in den letzten 157 Jahren. Das Epizentrum lag etwa 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt San José und sechs Kilometer östlich des aktiven Vulkans Poás.

32 Tote konnten in den Tagen nach dem Beben identifiziert werden, mindestens fünf weitere blieben vermisst. 91 Verletzte mussten sich in ärztliche Behandlung geben.

Am schlimmsten betroffen war der Ort Cinchona de Alajuela, der nach dem Erdbeben praktisch nicht mehr existierte. Häuser, Fahrzeuge und Straßen waren zerstört und von Erdrutschen verschüttet worden. Für die 80 obdachlos gewordenen Familien, die in Cinchona gelebt hatten, wird das Dorf derzeit sechs Kilometer vom alten Standort entfernt neu aufgebaut.

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Quellen

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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