
- Viktoriafälle mit berühmter Brücke - Barbara Lechner
Das Epizentrum des Erdbebens vom 21.7.2011 lag etwa zehn Kilometer vom Itezhi-Tezhi-Staudamm am Kafue-Fluss entfernt. Schon in der Vergangenheit erschütterten Erdbeben das Land. Zum Glück entstehen meist nur wenige Schäden und Menschen wurden nur in seltenen Fällen verletzt. Auch bei diesem erneuten Beben wurde niemand verletzt, allerdings vor allem in der direkten Umgebung einige Häuser und Fenster beschädigt. Das Beben war in der ganzen Südprovinz des Landes zu spüren. Die Epizentren der Erdbeben liegen meist in der Nähe der Staudämme. Am Bekanntesten ist die Kariba-Talsperre zwischen Sambia und Simbabwe mit dem inhaltsmäßig zweitgrößten Stausee der Erde. Bei diesem riesigen Bauprojekt starben nicht nur über 100 Arbeiter, sondern es wurden über 57 000 Menschen und 6.000 Wildtiere übersiedelt, was natürlich zum Unmut der Bevölkerung führte. Schon damals, 1959, als der Karibadamm fertiggestellt wurde, waren viele Einwohner der Meinung, dass sich der Wassergott Nyaminyami eines Tages für den massiven Eingriff in die Natur rächen wird. Sie machten auch ihn verantwortlich für den Tod der über 100 Arbeiter. So sehen sie die Erdbeben als eine Rache des Wassergotts an und seine Racheakte werden nicht enden, bevor die Flüsse nicht wieder ihre gewöhnten, natürlichen Wege verlaufen dürfen. Die Kariba-Talsperre verursacht nach wie vor viele Probleme in der Bevölkerung. So bauen die Menschen am Sambesifluss, vor allem in der Gegend rund um den Lower Zambezi National Park, bevorzugt ihren Mais, den sie für das Grundnahrungsmittel Nshima benötigen, am fruchtbaren Flussufer an, denn dann brauchen sie keine teuren Düngemittel. Doch jedes Jahr werden die Schleusen des Damms mehrmals geöffnet und durch die Überflutungen der Flussufer die Maisfelder zerstört. Auch für die Lodges und Campingplätze entlang des Sambesis entstehen jedes Jahr viele Kosten durch die Überschwemmungen.
Der Itezhi-Tezhi Damm
Der Itezhi-Tezhi-Damm, der etwa 62 Meter hoch und 1.800 Meter breit ist, wurde zwischen 1974 und 1977 am Kafue-Fluss errichtet, in der Nähe des Kafue-Nationalparks, Sambias größtem Nationalpark. Die sambische Elektrizitätsfirma ZESCO baut momentan ein Kraftwerk. Die Baukosten betragen etwa 275 Millionen US Dollar und es soll etwa 2013 fertig gestellt werden. Der Itezhi-Tezhi-Damm wurde ursprünglich gebaut, um Wasser für das 260 Kilometer flussabwärts gelegene Wasserkraftwerk am Kafue Gorge Damm zu stauen. Dabei wurde auch die wichtigste Straße zum Kafue-Nationalpark überflutet. Der Bau des Damms hatte enorme Auswirkungen auf die Umwelt in den Kafue-Auen. Das natürliche Gleichgewicht zwischen Austrocknung und Überflutung durch Trocken- und Regenzeit wurde komplett gestört. Obwohl durch den Damm künstliche Überflutung hervorgerufen wurde, wurde die Schleusen nie zum richtigen Zeitpunkt geöffnet, was den Fischfang störte, den Lebensraum für einige Vögel komplett zerstörte, die nicht mehr brüten konnten und was auch zur Folge hat, dass in der Trockenzeit zu wenig Gras vorhanden ist, sowohl für grasende Wildtiere, als auch für Nutztiere. Alles Gründe genug für Nyaminyami, um sich zu wehren und zu rächen.
Der Kariba-Damm
Der Kariba-Damm mit einer Staumauer von 128 Meter Höhe und 617 Meter Länge und einer Dicke von 24 Metern, wurde zwischen 1956 und 1960 gebaut. Das ganze Gebäude wurde aber wegen Finanzierungsproblemen erst 1970 komplett fertiggestellt. Die gesamten Baukosten betrugen etwa 480 Millionen US Dollar. Finanziert wurde der Bau unter anderem durch einen Kredit der World Bank 1956, den damals größten Kredit in der Geschichte der World Bank über 28,6 Millionen Pfund. Durch den Damm entstand der Kariba-See, der inhaltsmäßig zweit- und flächenmäßig fünftgrößte Stausee der Erde. Er ist 280 Kilomter lang, 18 Kilometer breit und 32 Meter tief. Am Stausee befinden sich zwei Kraftwerke, eines auf der sambischen Seite und eines auf der simbabwischen Seite, die die wichtigsten Stromlieferanten für das südliche Afrika darstellen. Zweifelsfrei war der Bau des Kariba-Damms extrem wichtig für die Wirtschaft und Industrie in Sambia und Simbabwe. Auch wurde der See, der zunächst Elizabeth II-See genannt wurde, die den Stausee auch feierlich eröffnet hatte, zu einer touristischen Attraktion. Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenvielfalt, den Wassersportangeboten, den Safariangeboten, dem Angelparadies, den organisierten Ausflügen zu den Viktoriafällen und den Hausbootferienangeboten lockt der see jedes Jahr viele Touristen an. Beim Bau des Kariba-Damms mussten etwa 57 000 Menschen, die am Sambesi lebten, umgesiedelt werden. In der einzigartigen Operation "Noah" wurden auch etwa 6000 große Wildtiere und eine große Menge an kleinen Tieren übersiedelt, die ansonsten in der Flut umgekommen wären. Die Aktion fand zwischen 1960 und 1961 statt. Ein starker Eingriff in die Natur, der Nyaminyami natürlich nicht gefiel. Seit der Füllung hat der Karibastausee mehrere Erdbeben hervorgerufen, 20 davon waren stärker als Magnitude 5 auf der Richter-Skala. Wissenschaftler konnten die Erdbeben bis jetzt nicht so genau erklären, doch seien Erdbeben nach einem Stauseeprojekt normal und legen sich nach einer Zeit wieder. Man sollte aber natürlich die Wirkung von 180 Milliarden Tonnen Wassergewicht nicht unterschätzen, oder vielleicht treibt doch Wassergott Nyaminyami sein Unwesen?
Quellen und weiterführende Literatur:
- Dick Hobson: Tales of Zambia. - The Zambia Society Trust: London, 1996.
- earthquake-report.com
- sahwira.com
- lakekariba.com
- Homepage der ILEC (International Lake Environment Commitee)
- zambiasafari.com
- thebestofzambia.com
- siavonga-zambia.com
- zambezi.com
- Unterlagen des Planning Departments im Rathaus Mazabuka, Südprovinz
