"Erdenklang und Sternentanz" Gandalfs neues Album und Biografie

Gandalf (r) in der Kulturbühne Hinterhalt - Andrea Weber
Gandalf (r) in der Kulturbühne Hinterhalt - Andrea Weber
Der österreichische Weltmusiker gastiert im Juni in der Kulturbühne Hinterhalt im Münchner Süden.

Seit 30 Jahren steht der österreichische Musiker und Komponist Gandalf auf der Bühne. Damals entschied er sich für das „Abenteuer Musik“, wie er es nennt, und wurde zu einem der international erfolgreichsten Künstler Österreichs. Bis heute veröffentlichte er dreißig Alben und verkaufte mehr als eine Million Tonträger weltweit. Seine Musik läuft in Radiosender vieler Länder und seine Tourneen führten ihn schon bis nach Brasilien, in die USA und durch ganz Europa. Zum zweiten Mal hat ihn im vergangenen Juni Musikproduzent Christoph Bühring-Uhle aus Münsing in die Kulturbühne Hinterhalt im Münchner Süden geholt, doch trotz reichlicher Vorankündigung über Medien und Plakaten, gab es wieder einmal nur wenig Resonanz vom oberbayerischen Publikum. Als Veranstalter Bühring-Uhle in die Runde der 25 Besucher fragte, wer denn überhaupt aus Wolfratshausen und Geretsried sei, meldeten sich gerade mal je zwei Gäste per Handzeichen. Dafür waren eingefleischte Gandalf-Fans bis aus Bochum und andernorts aus Deutschland angereist, laut Aussage des Veranstalters.

Weit weg von banaler Meditationsmusik aus der Mainstream-Esoterik-Ecke

Schade um die Zurückhaltung, denn der „Magier der Seelenklänge“ verbindet in seiner Musik seine Liebe zur Natur und die Mythologie verschiedener Kulturen und gilt damit als Meister der meditativen New-Age-Musik. Das Ergebnis ist weit entfernt von banaler Meditationsmusik aus der Ecke der Mainstream-Esoterik. Es ist vielmehr ein märchenhaftes Klangerlebnis aus akustischen Instrumenten und markanter Percussions-Rhythmik. Während Gandalf von der Gitarre zum Keyboard wechselte, begleitete sein Sohn Christian Strobl ihn dezent, aber deutlich mit Becken, indischer Rahmentrommel oder auf der Djembe. Mindestens genauso charismatisch spielte Merike Hilmer das Cello und zeigte eindrucksvoll das breite Klangspektrum dieses Streichinstruments, das Kontrabass sowie die Geige ersetzen kann und dessen Klang pur unter die Haut geht.

„Erdenklang und Sternentanz“ heißt auch Gandalfs autobiografisches Buch

In seiner Musik drückt der Musiker seine ureigenen Gedanken zum Leben, zur Philosophie und Spiritualität aus und nennt diese Form von Kommunikation „Seelenbilder“, denn diese könnte seiner Meinung nach „jeder Mensch unabhängig von seiner Muttersprache verstehen.“ Nun hat er seine Gedanken auch in einem Buch veröffentlicht, aus dem er im Hinterhalt zwischen den Musikstücken rezitierte. Im ersten Set präsentierte der Österreicher ältere Kompositionen und kam erst nach der Pause zum aktuellen Jubiläumsalbum „Erdenklang und Sternentanz“. Darin hat er sich an eine orchestrale Sinfonie heran gewagt. Einen Auszug in unplugged-Fassung bekam das Geltinger Publikum zu hören und der Wiener Musiker Gandalf und seine Bühnenpartner überzeugten damit. Sie bekamen langen Applaus für ein Konzert, das gefühlvoll an der Seele kratzte.

Andrea Weber, Andrea Weber

Andrea Weber - Ich arbeite als freie Journalistin für die Tageszeitung Münchner Merkur, Lokalredaktion in Wolfratshausen und für die ...

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