Etwa 20 Erdfälle pro Jahr in Thüringen, circa zwei pro Woche in Sachsen Anhalt bilden oft spektakuläre Krater in der Landschaft und fordern manchmal auch Verletzte. Hingegen sind die Teufelslöcher und Teufelshöhlen beliebte Touristenattraktionen und ein Muss für so manchen Bergsteiger.

Erdfälle

Laut Landes-Umweltminister Reinholz (Thüringen) werden in Thüringen rund 20 Erdfälle pro Jahr, in Sachsen Anhalt, so die „Mitteldeutsche Zeitung“, zwei pro Woche verzeichnet. Diese Vorfälle ereigneten sich bislang meist auf noch unbebauten Gebieten und erhalten daher wenig Aufmerksamkeit. Jedoch kam es in den Jahren 1989 bis 2010 zu fünf besonders schweren Ereignissen, insgesamt wurden sieben Menschen verletzt. Die Ursachen für solche Erdfälle sind einerseits wasserlösliche Substanzen im Boden, wie etwa Gips, Kalk oder Salzstein. Diese können durch das Grundwasser oder starke Niederschläge und Schneeschmelze ausgespült werden. Anderseits werden mancherorts auch nachgebende Bergbaustollen verantwortlich gemacht. Von Erdfällen sind in Thüringen vor allem die Regionen Karstlandschaft im Kyffhäuserkreis, der Schiefergebirgsrand zwischen Saalfeld und Gera und das Kali-Abbaugebiet im Westen des Landes betroffen.

In Sachsen-Anhalt sind es das Dreieck zwischen Oschersleben, Halberstadt und Bernburg, sowie der Raum Eisleben und Sangerhausen. Die entstehenden Löcher können viele hundert Meter im Durchmesser betragen. Der größte Erdfall des Kyffhäusergebirges ist die Äbtissingrube nördlich der Straße von Bad Frankenhausen Richtung Rottleben. Entstanden um die Mitte des 16. Jahrhunderts, hat er einen Durchmesser von 160 x 120 Meter und fast 40 Meter Tiefe. Westlich der Äbtissingrube kann man noch rund ein Dutzend Erdfälle besichtigen.

Teufelshöhlen und Teufelslöcher

Seit etwa sechs Jahrhunderten werden die in früherer Zeit als Teufelsfenster, Tufelsloche, Tüffelsloche, Topffelsloch oder auch als Teufilsloch bezeichneten Höhlen als Teufelslöcher benannt. Die Teufelslöcher sind Höhlen zum Beispiel am Fuße der Kernberge in Jena/Thüringen oder auch im Salzburger Land. Das Gestein, in dem sich die Teufelslöcher in Jena befinden, ist stark gipshaltig und so entstanden diese Höhlen oft durch den Gipsabbau und wurden in weiterer Folge durch Erosion vergrößert. Das wasserlösliche Kalkgestein in Salzburg wird auch durch natürliche Kräfte bearbeitet. (Foto Hochkönig/Salzburg: bergfreunde.at).

Die Teufelshöhle bei Pottenstein(Foto: lochstein.de/lindenmayr) in Oberfranken in der Fränkischen Schweiz ist die größte in diesem Gebiet und war anfangs auch nur als eines der fast 1.000 sich dort befindlichen Teufelslöcher bekannt. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde dieses von Hans Brand aus Bayreuth, einem Geologen und Bergbauingenieur, durchbrochen und die so entdeckte Tropfsteinhöhle bald darauf für Besucher erschlossen. Das Ur-Gestein ist rund 150 Millionen .Jahre alt, die Teufelshöhle selbst circa 100 Miollionen. Die Höhlen in der Fränkischen Schweiz entstanden durch Kohlensäurehaltiges Grundwasser, das die vorhandenen Risse und Spalten im Dolomitgestein auslaugte.