
- Luftverschmutzung durch Autos - alvimann @ morguefile.com
Luftverschmutzung ist vor allem in Städten ein Problem. Stickoxide, wie sie vor allem von Kraftfahrzeugen abgesondert werden, verpesten die Luft und gefährden unsere Gesundheit. Die Firma F.C. Nüdling Betonelemente aus Fulda hat gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut einen neuartigen Pflasterstein entwickelt, der Stickstoffoxide, besonders das gefährliche NO2, aus der Luft filtert und abbaut.
Gute Idee aus Italien: Photokatalytische Pflastersteine
Automotoren sondern gefährliche Giftstoffe ab: Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxide (NO und NO2), Kohlenwasserstoffe (CmHn), VOC und Schwefeldioxid (SO2). Wenn man die Stickstoffoxide näher unter die Lupe nimmt, sieht man, dass NO, einmal in der Atmosphäre, zu dem weitaus gefährlicheren NO2 oxidiert. Im Zuge des von der Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekts experimentierten die Entwickler mit photokatalytischen Pflastersteinen, wie sie bereits in Italien zum Einsatz kommen, um Stickstoffoxide aus der belasteten Luft zu filtern. Da in Deutschland Sonnenscheindauer und Lichtintensität niedriger sind, galt es, die Zusammensetzung entsprechend anzupassen. Denn grundsätzlich erfolgt der Abbau der gefährlichen Schadstoffe desto schneller, je intensiver die Sonne scheint.
Bei der Entwicklung der neuen Rezeptur für die AirClean-Pflastersteine wurden Oberfläche, Farbe, Zementsorte und TiO2-Gehalt variiert, um dann verschiedene Mustersteine auf ihre Effizienz bei der Schadstoffbeseitigung auszutesten. In Fulda wurden im Rahmen eines deutschlandweit einmaligen Luftreinhalteplans ausgewählte Gehwegstrecken mit dem AirClean-Stein gepflastert, um die Effizienz der ungewöhnlichen Filtertechnologie zu testen.
Es gelang, in einem Messzeitraum von insgesamt drei Tagen Stickoxid-Abbauraten von 20 bis 30 Prozent zu erreichen. Bei Windstille waren sogar Werte von 70 Prozent zu möglich. Es wurden auch Langzeittests durchgeführt, die ergaben, dass die Wirksamkeit der Steine auch nach 14 bis 23 Monaten nicht wesentlich nachlässt. Diese Studien zur Wirksamkeit wurden vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME in Schmallenberg durchgeführt. Das Fraunhofer Institut stellte außerdem fest, dass der beim Schadstoffabbau entstehende Stoff kein Umweltrisiko darstellt. Das Nitrat gelangt mit Niederschlägen in die Kanalisation, liegt aber in seiner Konzentration lediglich bei fünf Milligram pro Liter – der vertretbare Grenzwert liegt bei 50 Milligram.
Ausgezeichnet: Preis für luftfilternde Pflastersteine
Die photokatalytischen Pflastersteine verbessern die Luftqualität schnell und signifikant, fasste das Fraunhofer Institut zusammen. Um durch die AirClean-Pflastersteine eine Luftverbesserung zu erreichen, können diese als Oberflächen für Gehwege und Plätze verwendet werden. Eine Verwendung als Straßenbelag ist derzeit noch nicht möglich, daran arbeitet man jedoch bereits bei der Firma F.C. Nüdling Betonelemente. Für Ihre Entwicklung der AirClean-Steine wurde FCN 2011 bei dem Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.
