
- Fahnenwald - ein Bestseller-Foto! - Martina Berg
Microstock – dieser Begriff wird Ihnen im Zusammenhang mit Online-Bildagenturen immer wieder begegnen. „Micro“ bezieht sich auf die Kosten (bzw. den Ertrag aus Fotografensicht) für ein Foto und „Stock“ auf die Verfügbarkeit.
Unsere medienorientierte Welt braucht ständig eine wahre Bilderflut. Gesucht werden Fotos aus allen Bereichen für viele Verwendungszwecke. Viele Bilder werden heute nicht mehr speziell produziert sondern von Bildagenturen geliefert. Diese Bildsammelstellen sortieren das Bildmaterial nach Themen und verkaufen aus diesem „Stock“ (englisch = Vorrat) Fotos an Verlage, Werbeagenturen oder Gewerbetreibende. Sie bieten also Bilder aus Ihrem Archiv an. Vorteil für den Kunden: Fotos sind sofort verfügbar und preiswerter.
Bildagenturen, die Fotos im Bereich bis etwa 5 Euro anbieten, werden als Microstock-Agenturen bezeichnet. Davon erhalten Sie als Fotograf etwa 40-50 %. Wenn Sie viele Fotos mit gesuchten Motiven anbieten, dann verdienen Sie recht gut.
Welche Ausrüstung brauche ich als Stockfotograf?
Digitalkamera
Eine Auflösung von 8 MP sollte sie schon bieten. Mehr ist besser, da die Anforderungen der Agenturen ständig wachsen und sich größere Bilder besser verkaufen.
Ab etwa 10 Megapixeln ist ein qualitativ hochwertiger Ausdruck im DIN-A-3-Format möglich. Dies wird bei den meisten Agenturen mit höheren Preisen honoriert.
Es muss nicht unbedingt eine Spiegelreflexkamera sein. Achten Sie aber auf jeden Fall darauf, dass die Kamera über einen optischen Zoom verfügt und sich ein eventuell vorhandener digitaler Zoom abschalten lässt.
Sobald Sie aber erst einmal „Blut geleckt“ haben, werden Sie sich früher oder später wahrscheinlich doch für eine Spiegelreflexkamera entscheiden. Denn nur diese ermöglicht es Ihnen, Ihre Kreativität so richtig zu entfalten.
Checkliste für den Kamerakauf:
- mindestens 8 MP
- digitaler Zoom abschaltbar
- abschaltbare automatische Bildoptimierung
- Anschlussmöglichkeit für externen Blitz
- Stativanschluss
- Wechselobjektive wünschenswert
- manuelle Belichtungs- und Blendensteuerung
Objektive
Zusätzlich zur Kamera benötigen Sie Wechselobjektive, sofern Ihre Kamera diese Möglichkeit überhaupt bietet. Welche für Sie nützlich sind, hängt in erster Linie davon ab, welche Motive Sie hauptsächlich fotografieren wollen.
Wirklich gute Objektive haben aber leider auch Ihren Preis. Sparen Sie lieber einige Zeit, um sich eine qualitativ hochwertige Optik kaufen zu können statt sich übereilt ein leistungsschwaches Billigobjektiv zuzulegen.
Objektiv-Empfehlung:
- Weitwinkelzoom 12-35 mm
- Normalobjektiv 50, 80 und/oder 100 mm
- Teleobjektiv 180, 200 und/oder 300 mm
Sofern Sie etwas schlechtere Abbildungsleistungen akzeptieren, dann können Sie auch im Normal- und Telebereich auf entsprechende Zoomobjektive zurückgreifen. Die haben den Vorteil, dass Sie weniger Gepäck schleppen müssen. Allerdings sind sie auch teurer als entsprechende Festbrennweiten.
Unverzichtbares Zubehör
Akkus und Batterien
Digitalkameras brauchen sehr viel Strom und ohne Saft geht gar nichts mehr. Sie sollten sich für den Anfang mindestens zwei weitere Akkusätze (oder Batterien) zulegen.
Übrigens machen Akkus bei Kälte wesentlich schneller schlapp als bei normalen Temperaturen. Halten Sie Ihre Austauschakkus daher im Winter möglichst warm – am besten nah am Körper. Nützlich ist auch zusätzlich zu dem im Lieferumfang Ihrer Kamera enthaltenen Netzladegerät ein Autoladegerät für unterwegs.
Speicherkarten
Davon kann man eigentlich nie genug haben. Ich bevorzuge Karten mit einer Speicherkapazität von 2-4 GB. Größere Karten halte ich nicht für sinnvoll – wenn eine Karte einmal defekt ist, dann sind wenigstens nicht gleich ganz so viele Fotos verloren. Außerdem sind sie derzeit auch noch recht teuer.
Stativ
Auch wenn es bei längeren Ausflügen schwer und lästig ist – ein stabiles Dreibein-Stativ ist unverzichtbar.
Gerade bei Makro- oder Teleaufnahmen werden Sie überrascht sein, wie schwer es ist, die Kamera wirklich ruhig zu halten. Und verwackelte Fotos können Sie bei keiner Bildagentur unterbringen. Auch bei Innenaufnahmen ohne Blitz geht es meist nicht ohne Stativ.
Leider sind Stative entweder recht schwer oder sehr teuer. Carbonstative wiegen wenig und kosten viel.
Wenn Sie viele bewegte Motive fotografieren, dann bietet sich ein guter Kugelkopf für Sie an. Leider auch nicht ganz billig, aber es erleichtert Ihre Arbeit ungemein.
Nützliches, aber nicht überlebensnotwendiges Zubehör
Fototasche / Fotorucksack
Tasche oder Rucksack – das ist vielfach unter Fotografen schon beinahe eine Glaubensfrage. Wie immer haben beide Varianten Ihre Vor- und Nachteile.
Bei einer Tasche haben Sie Ihre Kamera und das Zubehör immer im direkten Zugriff – einen Rucksack müssen Sie erst vom Rücken nehmen. Dafür rutscht ein Rucksack nicht von der Schulter und Sie haben beide Hände frei.
Für was Sie sich auch entscheiden – suchen Sie sich am besten einen Fotohändler mit einer entsprechend großen Auswahl, nehmen Sie Ihre komplette Ausrüstung mit und probieren Sie in aller Ruhe aus.
Denn nichts ist ärgerlicher als eine teure Tasche, die sich im Praxiseinsatz als unpraktisch herausstellt.
Polfilter
Trotz digitaler Bildbearbeitung: gönnen Sie sich und Ihrer Kamera einen Polfilter. Er vermeidet unerwünschte Reflexionen auf Wasser oder Schaufensterscheiben und steigert die Farbsättigung. Nehmen Sie unbedingt einen zirkularen Polfilter. Lineare sind zwar billiger, aber meist nicht geeignet!
Fernauslöser
Ein nicht zu unterschätzender kleiner Helfer ist ein Fernauslöser. Sie können damit das Verwackeln der Kamera durch den Auslöser verhindern.
Externes Blitzgerät
Der in vielen Kameras bereits vorhandene Blitz ist nicht sonderlich geeignet. Er sorgt für die berühmt-berüchtigten roten Augen und oft wird durch die unregulierbare Lichtstärke der Vordergrund stark überbelichtet.
Sie können aber auch ohne Blitz auskommen. Viele Motive, mit denen sich Geld verdienen läßt, lassen sich in natürlichem Licht in Szene setzen.
Falls dann aber doch ein Blitzgerät in Ihre Fototasche soll, dann entscheiden Sie sich für eines mit manuellen Steuerungsmöglichkeiten. Auch sollte sich der Blitzkopf mehrfach verstellen lassen.
Checkliste Kamera-Zubehör
- Akkus / Batterien: mindestens 2 zusätzliche Sätze
- Speicherkarten 2-4 GB
- Dreibein-Stativ mit Dreiwegeneiger / Kugelkopf
- Polfilter zirkular
- Fototasche/Rucksack
- Fernauslöser
- externes Blitzgerät
Weiteres Handwerkszeug
Computer
Den haben Sie ja wahrscheinlich bereits – nützliche Rechner-Eigenschaften für einen Stockfotografen:
- leistungsfähige Grafikkarte
- große Festplatte (mindestens 250 GB)
- Kartenleser
- großer Monitor
Internetzugang
Je schneller, je besser! Also kein Modem sondern DSL.Und eine Flatrate muss auch sein – sonst kostet Sie der Upload Ihrer Bilder unter Umständen mehr, als der Verkauf einbringt.
Software
Und natürlich geht es nicht ohne Software – Sie brauchen eine Bildbearbeitungssoftware (meist reicht die Software, die ihrer Kamera beiliegt), eine Archivierungssoftware und einen FTP-Client für den Upload Ihrer Fotos zur Bildagentur. Es gibt für alle Anwendungsgebiete sehr gute Freeware!
Bei der Archivierungssoftware sollten Sie sich unbedingt für ein Programm entscheiden, das die Eingabe von IPTC-Daten unterstützt. Warum diese Daten so wichtig sind, erfahren Sie in einem weiteren Artikel.
Und nun kann Sie eigentlich auch schon starten, Ihre Karriere als Stockfotograf!
Der zweite Teil beschäftigt sich mit ertragreichen Motiven und Kategorien.
Quellen:
- Berg, Martina: Digitalfotos online verkaufen. Geld verdienen mit Internet-Bildagenturen. BoD, Norderstedt 2007
- eigene Recherche
