In vielen Fernsehsendern laufen Programme, die Auswanderer in ihr neues Leben begleiten und beobachten. Darunter finden sich auch viele Beispiele von gescheiterten Auswanderern bei ihrer reumütigen Rückkehr nach Deutschland, nach dem Motto: "Bleibe im Lande und nähre dich redlich!" Bei näherer Beobachtung fällt auf, dass in diesen Fällen keine gute Vorbereitung auf das neue Heimatland erfolgte, keine oder kaum Sprachkenntnisse vorhanden waren, oft nicht einmal Urlaubsaufenthalte voraus gingen.

Wichtigste Voraussetzung: Die Landes-Sprache lernen

Wichtiger Tipp: Schon zuhause in der alten Heimat mit Privatlehrern büffeln, am besten sogenannten "native speakers" , also Unterrichtenden, die aus dem anvisierten Land kommen. Das ergibt einen rascheren Fortschritt als in Klassengemeinschaften. Volkshochschulen helfen dabei, wer vom Lehrpersonal dazu bereit ist.

Wertvolle Vorabinformationen geben die Konsulate. Zu empfehlen ist eine baldige Kontaktaufnahme mit den sogenannten Residenten-Vereinen, die nicht nur sich regelmäßig als Stammtische zum Gedankenaustausch treffen, sondern ebenfalls mit Erfahrung und Ratschlägen als Netzwerk unter die Arme greifen können, besonders beim schwierigen Start.

Mitgliedschaft in Vereinen hilft bei der Integration

Möglichst auch versuchen, in der neuen Heimat inTreffen und Vereinen mit Einheimischen Eingang zu finden. Da lernt und knüpft man am besten Kontakte fürs Leben: Also Tanz-Kurse in der Gemeinde belegen, Ausflüge mitmachen. In den bei Ausländern beliebten Gegenden gibt es meist ein so genanntes Residenten- oder Ausländer-Büro, das auch beim Papierkram hilft.

Übrigens: Die Restaurants oder Bars, bei der man sich zu den Einheimischen an den Tresen setzt, ist ein Geheimtipp für Kontaktaufnahme. So lernt man am nachhaltigsten die Sprache, der Schlüssel zur Integration. Allerdings kann man als Frau nicht überall alleine weggehen, das ist meist auf den eruopäischen oder amerikanischen Raum beschränkt.

Die vier Phasen der Eingewöhnung nach der Auswanderung

Man muss gewärtig sein, dass es die typischen Phasen des neuen Lebens gibt, die jeder Psychologe voraussagen kann und auf die man auch vorbereitet sein sollte:

  1. Die Illusionen, die man sich noch in der alten Heimat von einem Neuanfang macht: Alles erst mal in Deutschland schlecht finden und in Spanien alles besser.
  2. Dann unsanft eingeholt werden von der Wirklichkeit, von den echten Impressionen und Erlebnissen: Wo Sonne ist, da ist auch Schatten und wo Menschen gleich welcher Nation zusammen leben, da wirken auch immer die gruppendynamischen Prozesse und man muss sich erst aneinander gewöhnen.
  3. Es wird sogar die Phase der Irritation kommen, in der man plötzlich nur Nachteile im Ausland sieht, zum Beispiel auch über die Bürokratie verzweifeln kann und die Sicherheit der alten Heimat vermisst ; in der weiter zurückliegenden Vergangenheit malt sich der Mensch die Erinnerung immer schöner, eine alte Erkenntnis. Urlaub machen ist eben etwas ganz anderes als auswandern. Wer sich jetzt nicht anpasst, der wird im Ausland scheitern und zu den frustrierten Rückkehrern gehören.
  4. Wer aber durchhält, sich fürs Arbeitsleben in Andalusien die aktuellen Marktlücken etwa heraussucht in der jetzt erst von Spaniern geschätzten Umwelttechnik, bei der deutsches Knowhow anerkannt ist , vor allem bei erneuerbaren Energien oder der Domotik (Intelligentes Wohnen), der wird nun alles leichter nehmen, improvisieren, Erfolge und Anerkennung erzielen und nicht mehr tauschen mögen mit dem alten Leben.
Es ist beim Menschen wie bei den Pflanzen: Nicht alle kann man verpflanzen, einige wurzeln wieder neu an, andere gehen ein. Zusammenfassend kann man feststellen: Man sollte schon der Typ sein, der ein halbes Glas Wasser als halb voll ansieht, um im Ausland zurecht zu kommen.