Fachkräftemangel, jede Menge freie Stellen und dazu die frohen Botschaften vom Arbeitsmarkt. Man dürfte annehmen, dass viele Arbeitslose oder Jobwechsler, die die 50 schon überschritten haben, sich wieder gebraucht fühlen. In der Praxis sieht es anders aus. Viele Bewerber trauen der Sache nicht und denken nach wie vor, sie hätten in Bewerbungsverfahren gegen jüngere Konkurrenten keine Chance und kämen vom Abstellgleis nicht mehr runter. Ein fataler Kreislauf, auch wenn man an die Rente mit 67 denkt.

Chancen für Bewerber über 50

Natürlich ist es etwas schwieriger, in dem Alter einen neuen Job zu finden. Es gibt tatsächlich Firmen, die ältere Arbeitnehmer nicht wollen. Aber es gibt auch andere, die händeringend nach erfahrenen und zuverlässigen Mitarbeitern suchen. Wer also seine Bewerbung auf die Situation einstellt, der hat jetzt wieder gute Chancen, sich mit über 50 erfolgreich zu bewerben.

Strategien für Bewerber über 50

Erfolgstrategien für Bewerber über 50 beinhalten folgende Schritte:

  • Negative Gedankenmuster ausschalten
  • Die richtige Firma suchen und finden
  • Initiativbewerbung - Eigeninitiative ergreifen
  • Überzeugende Bewerbungsunterlagen einreichen
  • Die eigenen Stärken unterstreichen
  • Geduld haben

Negative Gedankenmuster ausschalten

Wer sich ständig selbst sagt „Ich bin zu alt, mich will sowieso keiner mehr“, der glaubt das irgendwann, auch wenn es so nicht stimmt. Schlimmer noch, eine solche negative Ausstrahlung spürt auch das Gegenüber. Besser, man besinnt sich auf seine fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen. Gerade ältere Arbeitnehmer bringen ein hohes Maß an Leistungsmotivation und Persönlichkeit mit. Genau das suchen viele Firmen.

Die richtige Firma suchen und finden

Eine Unternehmen, das sich in seinen Annoncen als „junges, dynamisches Team“ bezeichnet ist vermutlich nicht die richtige Adresse. Auch internationale Großunternehmen haben oft einen unsichtbaren Einstellungsstopp ab einem bestimmten Geburtsjahr. Auch wenn das gesetzlich verboten ist, wird es doch noch praktiziert. Da ist es besser, sich bei der Bewerbung auf Traditionsunternehmen oder mittelständische Betriebe zu konzentrieren. Man sollte sich eine Liste von Firmen zusammenstellen, für die man selbst gerne arbeiten würde und sich dann gezielt Informationen darüber beschaffen. Danach sollte man sich ruhig noch einmal fragen, ob man wirklich glaubt, dahin zu passen. Es schadet nichts, sich dabei auch im eigenen Bekanntenkreis umzuhören. Der nächste Schritt ist dann eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle oder eine Initiativbewerbung.

Initiativbewerbung – Eigeninitiative ergreifen

Es gibt noch Leute, die nennen eine solche Bewerbung „Blindbewerbung“. Das wäre sie in der Tat, wenn sich Bewerber nicht vorher ausreichend Gedanken darüber gemacht haben, warum sie sich dort bewerben, warum sie dort arbeiten möchten und warum sie glauben, dorthin zu passen.

Wer sich diese Fragen gestellt und für sich beantwortet hat, kann eine überzeugendere Bewerbung abliefern. Bei der Initiativbewerbung ist es nie verkehrt, vorher schon einmal den Ansprechpartner herauszufinden. Es wirkt immer besser, wenn man beispielsweise den Personalchef oder die Personalchefin mit Namen (unbedingt auf richtige Schreibweise achten!) anschreiben kann.

Überzeugende Bewerbungsunterlagen einreichen

Wer sich länger nicht beworben hat, sollte sich unbedingt mit den heutigen, formalen Anforderungen an eine Bewerbungsmappe vertraut machen. Man muss wissen, was in eine moderne, zeitgerechte Bewerbung hineingehört und wie ein gut formuliertes Anschreiben und ein aussagekräftiger Lebenslauf aussehen. Wer unsicher ist, nimmt dazu einen Bewerbungsratgeber zur Hand.

Die eigenen Stärken unterstreichen

Wissen und langjährige Erfahrung sind das Plus älterer Bewerber. Wenn neben der fachlichen Kompetenz noch Leistungsmotivation und Persönlichkeit vorhanden ist, sind das Qualifikationen mit denen Bewerber punkten können. Wer zusätzlich noch darauf hinweist, flexibel und lernbereit zu sein, zeigt darüber hinaus, dass man auch noch etwas bewegen will im Beruf. Es gilt hier, Worthülsen zu vermeiden und die eigenen Aussagen mit Beispielen zu belegen. Wer Mitarbeiterführung als Kompetenz angibt erklärt gleich, wo er entsprechende Aufgaben bereits übernommen hat. Hier helfen ein Kompetenzprofil oder die Arbeit mit einem Profilpass. Es kann auch nicht schaden, sich einmal mit den Inhalten von Einstellungstests vertraut zu machen.

Geduld haben

Auch wenn die Bewerbung tipptopp in Ordnung ist, man sich von der besten Seite präsentiert und sich gut überlegt hat, wohin man seine Unterlagen schickt – oft kann es trotzdem eine Weile dauern, bis ein neuer Job gefunden ist. Das geht übrigens Bewerbern aller Altersklassen so! Es spricht aber nichts gegen eine höfliche, telefonische Anfrage. Nach zwei bis drei Wochen kann man sich erkundigen, ob die Unterlagen angekommen sind und wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Fördermöglichkeiten vom Staat nutzen

Wer sich vorab über mögliche Förderungen informiert, hat im Bewerbungsgespräch einen Trumpf im Ärmel. Zwar wird kaum ein seriöses Unternehmen jemanden nur wegen eines möglichen Zuschusses einstellen, als zusätzliches Bonbon kann eine Finanzspritze der Arbeitsagentur aber willkommen sein.

Bildnachweis: © Derateru/pixelio.de

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