Übung macht den Meister. Das gilt auch für Reden vor Publikum. Vor dem erfolgreichen Auftritt stellt sich uns aber oft ein unsichtbarer Gegner in den Weg: unsere Angst. Angst vor dem Publikum und unerwarteten Reaktionen, Angst vor einem Blackout oder Angst vor dem Versagen der Technik. Mit guter Vorbereitung kann ein Redner der psychologischen Hürde ihren Schrecken nehmen.
Stellen Sie sich auf Ihr Publikum ein und bleiben Sie souverän
Je mehr eine Rednerin oder ein Redner vom zu erwarteten Publikum weiß, desto vertrauter wird es. Verbindet das Publikum ein gemeinsames Interesse, arbeiten die Zuhörer in einer Branche, sind sie in einem Verband organisiert, teilen sie eine Erfahrung oder verfolgen sie das gleiche Ziel? Nutzen Sie dieses Wissen, um im Einstieg Ihrer Rede eine Brücke zu Ihrem Publikum zu schlagen. Fragen Sie den Veranstalter, wie viele Zuhörer kommen.
Sollte Sie beim Publikum während des Vortrags Reaktionen wie zum Beispiel Stirnrunzeln oder kritische Blicke feststellen, müssen diese sich nicht zwangsläufig auf Ihren Vortrag beziehen. Vielleicht hat der- oder diejenige nur Kopfschmerzen oder die Brille vergessen. Lassen Sie sich von zu spät Kommenden oder zu früh Gehenden nicht aus der Ruhe bringen.
Brücke zum Publikum schlagen
Versuchen Sie, einen positiven Kontakt zum Publikum aufzubauen – mit einem Lächeln oder direktem Blickkontakt. Wählen Sie sich bei anfänglicher Nervosität jemanden aus dem Publikum aus, von dem Sie wissen, dass er oder sie Ihnen positiv gesonnen ist. Sprechen Sie zu dieser Person. Dadurch haben Sie nicht das Gefühl zu einer diffusen Menge zu reden. Das beruhigt.
Machen Sie Technik und das Umfeld berechenbar
Klären Sie im Vorfeld, von wo Sie sprechen. Gibt es eine Bühne oder ein Rednerpult? Stehen eine Ablage für Laptop, Beamer, Overheadprojektor und Notizen bereit?
Wie groß ist der Raum? Sprechen Sie mit oder ohne Mikrofon? Prüfen Sie die Akustik und die Tragfähigkeit Ihrer Stimme im Raum. Lassen Sie sich gegebenenfalls die Art, Funktionsweise und den Umgang mit dem Mikrofon erklären.
Nutzen Sie bei einer Präsentation nur dann Laptop, Beamer bzw. Overheadprojektor, wenn Sie mit den Geräten wirklich vertraut sind. Verzichten Sie notfalls auf Technik oder üben sie vorher.
Verlassen Sie sich nicht darauf, dass der Veranstalter Ihre Datei auf dem Vorführ-PC korrekt installiert hat. Nehmen Sie Ihre Datei zusätzlich auf einer CD bzw. einem Memory-Stick mit. Halten Sie für den Fall der Fälle einen eigenen Laptop oder Beamer, Handouts in der Anzahl der angemeldeten Zuhörer oder einen Satz Overheadfolien bereit.
Sorgen Sie für sich
Wer nicht jede Woche vor Publikum auftritt, wird in der Redesituation oft vom eigenen Körper überrascht. Trockener Hals, eine nervös vibrierende Stimme oder gar ein kompletter Blackout sind einige der befürchteten Reaktionen.
Auch hier können wir vorsorgen, indem wir zum Beispiel ein Glas Wasser bereit stellen. Auch wenn ein freier im Vergleich zum abgelesenen Vortrag immer besser ankommt, sollte zumindest ein Stichwortzettel greifbar sein. Ungeübte Redner stellen sicher, dass sie ihr Manuskript dabei haben. Wer seine Rede mit Demonstrationsobjekten veranschaulicht, bereitet diese rechtzeitig vor.
Wer einen wichtigen Vortrag vor Freunden oder Kollegen übt, kennt erste Publikumsreaktionen und kann noch Unklarheiten beseitigen.
Bequeme Kleidung ist ein weiterer wichtiger Wohlfühlaspekt. Zu enge Sackos oder dicke Pullover, die zum Schwitzen verführen, müssen nicht sein. Sorgen Sie außerdem für einen guten Stand. Die schönen neuen, aber leider drückenden Schuhe sollten zu einem anderen Anlass ausgeführt werden. Auch hohe Absätze sind nur für Geübte bei längeren Reden eine wirkliche Freude.
Wenn Sie vor einer Präsentation sehr nervös sind, finden Sie vor dem Vortrag zur inneren Ruhe. Meiden Sie hektische oder negativ denkende Menschen und vor allem Zeitdruck. Gehen Sie einmal um den Block oder entspannen Sie sich mit einer meditativen Übung.
Vergegenwärtigen Sie sich. Wenn Sie sich gut vorbereitet haben und Ihr Thema beherrschen: Sie haben alles getan, was Sie tun konnten. Bestärken Sie sich innerlich: Ich schaffe es. Ich bin gut vorbereitet.
