Erinnerung an Lemurien

Lemuria - Dörthe Huth
Lemuria - Dörthe Huth
Der Ur-Kontinent Lemuria beflügelt die Fantasien der Menschen ebenso wie Atlantis. Lemuria gilt als Wiege der Menschheit, als Ursprung allen Seins.

Vielen Menschen ist Atlantis als legendärer Urkontinent bekannt, doch nur wenige wissen von Lemurien. Lemurien oder auch Lemuria gilt als Ursprung von Mensch und Tier. Nachdem Lemurien über lange Zeit in Vergessenheit geraten war, wird es in der letzten Zeit wieder vermehrt wahrgenommen. Das Science-Fiction-Genre hat Lemuria ebenso für sich entdeckt wie die spirituelle Szene. Lemuria wird immer wieder zu einem Schauplatz, der die Fantasie der Menschen beflügelt.

Lemurien – viel Spielraum für Spekulationen

Viele Fantasien, Geschichten und Behauptungen ranken sich rund um Lemurien. Der Lage nach soll der Kontinent, der auch als Landbrücke beschrieben wird, zwischen Madagaskar und Indien gelegen haben oder aber zwischen Australien und Amerika. Heute noch Spuren einer Jahrtausende alten Kultur zu entdecken, ist wohl kaum möglich. Zwar bietet die tektonischen Beschaffenheit des Meeresbodens und die Zusammengehörigkeit von Festland und Inseln viel Spielraum für Spekulationen, doch gibt es keine wissenschaftlich haltbare These, dass Lemurien wirklich existiert hat.

Lemuria - der Ursprung allen Seins

Der englische Zoologe Philip Sclater (1829-1913) schlussfolgerte 1864 in einem Artikel, dass die Lemuren vom Ur-Kontinent Lemuria im Indischen Ozean stammen müssten, da auf dem afrikanischen Kontinent keine Fossilien der Halbaffen gefunden wurden. Auch der Evolutionsbiologe Ernst Haeckel spekuliert in seinem Buch „Natürliche Schöpfungsgeschichte“ (1868) über Lemurien als geographischen Ursprung von Mensch und Tier. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Name Ilemuriya mit der alttamilischen Sangam-Dichtung in Verbindung gebracht und damit zu einem Teil der neueren tamilischen Geschichtsschreibung.

Lemuria - ein beliebter Ort in der Science-Fiction Literatur

Die Vorstellung von hochentwickelten Kulturen und Inseln, die in frühester Zeit untergegangen sind, haben die Fantasie der Menschen seit jeher angeregt. In der Science-Fiction Literatur ist der versunkene Kontinent Lemuria immer wieder ein beliebter Schauplatz. In der Welt von Perry Rhodan ging der Kontinent Lemuria im Jahr 52.000 vor Christus unter. Angesiedelt wird dieses Lemuria zwischen Asien und Amerika, bewohnt von der „Ersten Menschheit“. Ein Krieg zwischen den Lemurern und dem außerirdischen Volk der Haluter, ließ Lemuria im Pazifik untergehen.

Die lemurische Zeit in der Vorstellung Rudolf Steiners

In der Vorstellung Rudolf Steiners war die Erde beim Übergang zur lemurischen Zeit noch nicht so fest und die Oberflächenformen wandelten sich aufgrund der vulkanischen Aktivitäten ständig. Menschen, Tiere und Pflanzen bestanden noch aus einer geleeartigen Masse. Die Menschen hatten keine Sprache im eigentlichen Sinne, sondern äußerten ihre Empfindungen von Freude, Lust und Schmerz über Naturlaute. Sie verfügten über die Fähigkeit des Gedankenlesens und konnten sich zudem mit Tieren und Pflanzen verständigen. Der Einfluss der Mondkräfte auf die Erde verfestigte die Körper der Lebewesen und die Lemurianer wandelten sich von einer zuvor halbätherischen Wesensform in eine physische, welche der heutigen Menschheit entspricht.

Lemurien – viel Spielraum für Spekulationen

In den 90er Jahren nahm die Esoterik den Gedanken an Lemurien als Wiege der Menschheit auf. Nach den Erzählungen des spirituellen Autors Dietrich von Oppeln-Bronikowski lebten die Lemurianer im Einklang mit sich selbst und ihrer Umgebung, als eine Einheit mit dem Göttlichen, ganz in Liebe. In der spirituellen Szene gilt Lemuria daher als Blaupause der Schöpfung, als ein harmonischer Urzustand, der zeigt, wie schön und friedvoll unser Leben eigentlich sein könnte. Die Lemurianer werden als Hüter der Erde gesehen, deren Wertvorstellungen waren Reinheit, Treue, Integrität und Liebe gekennzeichnet waren. Sie sollen mit wunderbaren Heilkräften ausgestattet gewesen sein und Heilarbeit mit Kristallen, Mandalas und Ritualen angewendet haben. Aufgrund ihrer 12-strangigen DNS verfügten sie über Fähigkeiten wie Telepathie und Hellsichtigkeit.

Rückerinnerung an Lemuria als spiritueller Aufstieg

Von der Hochkultur der Lemurianer haben wir uns dem spirituellen Denken zufolge weit entfernt. Doch gibt es dabei auch die Überzeugung, dass die Seelen der Menschen inkarnieren und sich an die Zeit Lemuriens zurück erinnern können. Lemuria lebt in den Herzen der Menschen weiter, die sich dafür öffnen. Für sie ist die Erinnerung an Lemurien zugleich ein spiritueller Aufstieg. Er bringt sie wieder mit der Vollkommenheit ihres Seins in Verbindung und erinnert an die wahre Natur von Reinheit, Harmonie und Liebe. Wer die Wissenschaftlichkeit einmal außer acht lässt und die Möglichkeit einbezieht, dass Zeitströme ineinander greifen, Vergangenes, Zukünftiges und Gegenwärtiges sich überlagern, kann das spirituelle Lemuria als eine mögliche Realität akzeptieren.

Quellen und weiterführende Literatur:

Ava Minatti: Im Herzen Lemuriens. Smaragd 2007.

Dietrich v. Oppeln-Bronikowski: Lemuria – das Land des goldenen Lichts. Falk 1997.

Dietrich v. Oppeln-Bronikowski: Die Kristallstädte von Lemuria. Die Universitäten des Wissens im Magischen Tal. Falk 1998.

Rudolf Steiner: Aus der Akasha-Chronik. Rudolf Steiner Verlag 2009.

W. Scott-Elliot: Lemuria und Atlantis. Aquamarin 2006.

Sumathi Ramaswamy: History at Land's End: Lemuria in Tamil Spatial Fables. Journal of Asian Studies 2000, 59/3, S. 575-602.

Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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