Ernährungserziehung im Alltag

Die Bedeutung des Essens für Kinder

Besteck - Cindy Werder
Besteck - Cindy Werder
Ernährungserziehung im Kindesalter ist für viele Eltern Hilfe zur Selbsthilfe. In den ersten Lebensjahren wird das Essverhalten wesentlich innerhalb der Familie geprägt.

Ernährungserziehung findet überwiegend in der Familie statt. Das Ernährungsverhalten wird zunächst durch die Familie geprägt und später durch Gleichaltrige, Schule sowie Medien und Werbung beeinflusst. Umso wichtiger ist es, bereits früh den Grundstein für ein angemessenes Ess- und Ernährungsverhalten zu legen.

Die Bedeutung des Essens für Kinder

Für Kinder ist das Essen mit Gefühlen verbunden. Das Stillen beispielsweise ist die allererste Form der Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Bereits Kleinkinder erleben, dass ihr Wohlbefinden im Wesentlichen von Essen oder Nicht-Essen abhängig ist. Später wird der Tagesablauf eines Kindes durch die Mahlzeiten innerhalb der Familie eingeteilt.

Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme

In schwierigen Situation ist es für Kinder (mehr als für Erwachsene) besonders nahe liegend, über das Essen zu reagieren. In stummem Protest verweigern sie beispielsweise das Essen, weil sie sich von ihrer Umwelt überfordert fühlen. Mit Essen können sie sich beruhigen, wenn sie ängstlich sind oder trösten sich mit Süßigkeiten über Enttäuschungen und Verluste hinweg. Solches Verhalten sollte von Eltern in keinem Fall gefördert werden!

Strategien in der Ernährungserziehung

Im Laufe seiner Entwicklung sollte ein Kind dem Essen eine natürliche, aber keine hohe Bedeutung beimessen. Das Essen gehört zum Alltag dazu, aber es ist nichts, das man unnatürlicherweise strengen Regeln unterwerfen muss. Werden einem Kind beispielsweise dauerhaft Süßigkeiten verboten, besteht die Möglichkeit, dass es vielleicht später einmal eine übermäßige Sucht danach entwickelt. Ein gesundes Maß ist also auch hier angebracht.

Kein Grund zur Sorge - zeitweilige Appetitlosigkeit kommt bei Kindern vor

Vorübergehende Appetitlosigkeit ist bei Kindern völlig normal und deshalb kein Grund zur Besorgnis. Bei Kindern kann die Essensmenge von Tag zu Tag stark schwanken. Sie ist abhängig davon, wie viel oder wenig sich ein Kind bewegt. Meist wird der tatsächliche Bedarf von Kindern überschätzt. Nur, wenn das Kind von Anfang an selbst entscheiden darf, was und wie viel es isst, kann sich ein natürliches Sättigungsgefühl entwickeln. Geschieht dies nicht in ausreichendem Maße, kann die Fähigkeit zur Regulation der Nahrungsaufnahme verloren gehen. Ein Kind muss aber auch nicht unbedingt den Teller leer essen oder übermäßig gelobt werden, wenn es besonders viel gegessen hat.

Tipps für schlechte Esser

Meistens werden unbekannte Speisen von Kindern zunächst einmal abgelehnt (angeborene Neophobie). Diese Abneigung gegen ein neues Lebensmittel ist aber nicht unbedingt dauerhaft oder unveränderlich. Durch wiederholtes Probieren (mindestens acht bis zehn Mal) können Kinder lernen, neue Speisen zu akzeptieren. Seien Sie geduldig und streichen Sie Nahrungsmittel nicht vorschnell aus dem Speiseplan. Bieten Sie abgelehnte Speisen nochmals an und ermutigen Sie Ihr Kind, wenigstens ein kleines Stück zu probieren.

Eltern und Familie haben Vorbildfunktion

Eltern sollten dem Thema Essen grundsätzlich nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Wenn Sie allerdings ein verändertes Essverhalten bei Ihren Kindern beobachten, muss deutlich reagiert werden. Zunächst sollten Eltern ihre Beobachtung und ihre Sorge ansprechen und sich zusätzlich umfassend über das Thema Ess-Störungen informieren. Leidet ein Kind oder ein Jugendlicher bereits tatsächlich unter einer Störung des Essverhaltens, können Erziehungs- und Beratungsstellen oder Kinder- und Jugendpsychologen die Familien unterstützen.

Weitere Informationen:

ANAD e.V.

Familienhandbuch

Cindy Maréchal, privat

Cindy Maréchal - Kurzvita 1998-2002 Studium der Haushalts- und Ernährungswirtschaft (Schwerpunkt Ausbildung und Beratung) an der Fachhochschule ...

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