
- Würfelzucker - Cindy Maréchal
Unter Diabetes Mellitus versteht man eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse und die daraus resultierende Störung des Glukosestoffwechsels. Sie basiert auf einer gestörten Produktion von Insulin oder dessen Wirkung.
Man unterscheidet bei Diabetes Mellitus zwei Typen, wobei es sich bei Typ-I um die schwerwiegendere, meist schon bei jungen Menschen auftretende Form handelt und Typ-II den nichtinsulinabhängigen Altersdiabetes beschreibt. Bei beiden Formen sind regelmäßige Mahlzeiten überaus wichtig. Eine erfolgreiche Behandlung zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel möglichst normal zu halten.
Ernährungsempfehlungen bei Diabetes Mellitus
Die gängigen, allgemeingültigen Empfehlungen für Diabetiker weichen nicht allzu sehr von einer gesunden, ausgewogenen Kost ab, die sich an den 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) orientiert. Zudem werden regelmäßige körperliche Aktivität sowie, wenn nötig, eine angemessene Gewichtsreduktion empfohlen. Damit sollen in erster Linie eine weitgehende Normalisierung der Stoffwechselstörung erreicht und weitere gesundheitliche Folgen vermieden werden.
Außerdem wird den Betroffenen in Bezug auf ihre Ernährung und den Lebensstil empfohlen,
- die Alkoholmenge zu begrenzen,
- den Fettgehalt der Ernährung zu vermindern,
- den Salzkonsum einzuschränken.
Positiver Einfluss einzelner Lebensmittel und bestimmter Nährstoffe
Einige Lebensmittel scheinen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge den Verlauf der Erkrankung im positiven Sinne zu beeinflussen. Diese Eigenschaft konnte beispielsweise für die folgenden Lebensmittel belegt werden:
- frisches Obst (zum Beispiel Sauerkirschen, Grapefruitsaft) und Gemüse
- Ballaststoffe aus Vollkornprodukten
- Hülsenfrüchte
- Magnesium und magnesiumreiche Nahrungsmittel (zum Beispiel Bananen, Mais, Spinat, Kohlrabi)
- Kaffee
Weiterhin besteht die Möglichkeit,mit bestimmten Lebensmitteln den Blutzuckerspiegel zu regulieren beziehungsweise unter Kontrolle zu halten. Tauscht man eine Portion rotes Fleisch am Tag gegen eine Portion Nüsse aus, ist das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, deutlich geringer.
Soja und Sojaprodukte bei Diabetes Mellitus
Bei der Sojabohne und den aus ihr hergestellten Lebensmitteln handelt es sich um hochwertiges pflanzliches Eiweiß mit vielen weiteren, für die Ernährungstherapie interessanten Eigenschaften. Soja ist grundsätzlich frei von:
- Cholesterin
- Laktose
- Kuhmilcheiweiß
- Gluten
Soja in der Ernährung gesunder Menschen
Grundsätzlich sind Sojaprodukte zwar für alle Menschen geeignet, eine Ausnahme bilden lediglich die Sojaeiweißallergiker. Lebensmittel auf Sojabasis können zu einer ausgewogenen, cholesterinarmen, überwiegend pflanzlichen Kost beitragen. Zudem sind Soja und Sojaprodukte gut bekömmlich und leicht verdaulich.
Das Bundesministerium für Ernährung weist jedoch deutlich darauf hin, dass Sojamilch und andere Sojagetränke keinen gleichwertigen Ersatz für Milch darstellen. Auch zur Allergievorbeugung sind Sojaprodukte nicht grundsätzlich geeignet, da auch sie (insbesondere das enthaltene Soja-Eiweiß) allergische Reaktionen auslösen können.
Tipps für Verbraucher:
- Achten Sie bevorzugt auf Produkte, die ohne Gentechnik hergestellt wurden.
- Viele Produkte eignen sich auch bei Erkrankungen wie Laktoseintoleranz, Milcheiweiß- oder Nussallergie. Nähere Auskunft über die tatsächlichen Inhaltstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln können das Etikett und die Zutatenliste geben.
- Bei Birkenpollen-Allergikern besteht die Gefahr einer Kreuzreaktion in Zusammenhang mit dem Soja-Eiweiß.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel fachlichen Rat - zum Beispiel den eines Arztes - nicht ersetzen kann!
Literatur:
Bundesministerium für Ernährung: Sojagetränke sind kein Ersatz für Milch. food-monitor vom 12. Februar 2010
Azadbakht L, Esmaillzadel A: Bedeutung von Soja für Diabetes mellitus: Auswirkung von Soja auf Insulinresistenz und Blutzuckerkontrolle. Alpro Soja GmbH
Pan A, Sun Q, Bernstein AM et al.: Red meat consumption and risk of type 2 diabetes: 3 cohorts of US adults and an updated meta-analysis. Am J Clin Nutr August (2010), ajcn.018978
