
- Die Kugel rollt wieder in der Ersten Liga - Peter Felbermayr
LASK Linz und Blau Weiß Linz heißen die beiden Neulinge in der Ersten Liga. Die Admira und Gratkorn haben die zweithöchste Spielklasse verlassen. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Im Kampf um den Titel und gegen den Abstieg könnte es diesmal ziemlich eng werden.
Die großen Titelfavoriten
Im letzten Jahr waren es die Admira und Altach, die den Rest der Liga deklassiert haben. Die Südstädter haben das Meisterrennen gemacht, die Vorarlberger müssen es 2011/2012 erneut versuchen. Im Kampf um den Meistertitel könnte Bundesliga-Absteiger LASK zum größten Kontrahenten werden.
Der SCR Altach hat eine gute Mannschaft beisammen. Das haben die vergangenen Monate gezeigt. Der Altersschnitt im Kader beträgt rund 24,5 Jahre. Mit einem Marktwert von mehr als 4,5 Millionen Euro (Quelle: Transfermarkt.at) ist man knapp hinter dem LASK an der Ligaspitze. Kein wirklicher Grund also, die Mannschaft im großen Stil umzubauen. Mit Harald Unverdorben ist ein bekannter Spieler zum Konkurrenten LASK gewechselt. Zugänge wie Hannes Eder, Harun Erbek und Petr Vorisek können sich durchaus sehen lassen. Dadurch dürfte die Ländle-Truppe vor allem defensiv stärker einzuschätzen sein als in der Vergangenheit.
Absteiger LASK Linz hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Abstieg und interne Turbulenzen haben Spuren hinterlassen. Die Mannschaft befindet sich im Umbruch. Rund anderthalb Dutzend Spieler haben den Verein zuletzt verlassen. Elf neue stehen ante portas. Trainer-Routinier Walter Schachner darf sich auf echte Verstärkungen freuen. Speziell der ehemalige Wr. Neustadt-Kapitän Hannes Aigner könnte dem Mannschaftsgefüge gut tun. Aigner ist ein Kämpfer, einer, der seine Mitspieler mitreißen kann. Gemeinsam mit Spielern wie Mandl und Aufhauser könnten sie das neue Rückgrat des Teams bilden.
Gedränge im Liga-Mittelfeld
Hinter Altach und dem LASK lauern die Mittelständler der abgelaufenen Erste Liga-Saison. Allen voran ÖFB-Cup-Finalist Austria Lustenau. Die Vorarlberger sind auf dem Transfermarkt bisher am zurückhaltendsten. Zwei Abgänge stehen drei Neuzugänge gegenüber. Die Drittplatzierten der letzten Saison haben damit eine völlig konträre Philosophie wie die sechstplatzierten Grödiger. Die Salzburger haben praktisch die halbe Mannschaft ausgetauscht. Mit bekannten Spielern wie Öbster, Hanikel, Salamon und Parapatits soll es diesmal besser laufen. Altstars wie Drechsel und Hattenberger wurden ausgemustert.
Der WAC und St. Pölten käpften im Frühjahr lange um den vierten Endrang. Am Ende hatten die Kärntner knapp die Nase vorn. Beide Teams haben eine bisher eher ruhige Transferzeit hinter sich. Ambitionen auf die vordersten Ränge der Liga dürften aber bei beiden Teams durchaus gegeben sein. Die Niederösterreicher spielen ihre letzte Saison auf dem Voithplatz, bevor im Juni des kommenden Jahres die NÖ Arena eingeweiht werden soll. Klar, dass man mit so einem Schmuckkästchen in absehbarer Zeit gerne Bundesliga-Luft schnuppern würde.
Der Kampf gegen den Abstieg
Im Duell gegen den Abstieg könnten sich einige alte Bekannte wieder begegnen. Die Vienna konnte in der Relegation die Liga halten. Bleibt abzuwarten, ob dieser Erfolg die Mannschaft stärkt oder, ob die Wiener auch in diesem Jahr wieder zittern müssen. Auch Hartberg und der FC Lustenau haben sich in den letzten Monaten spielerisch nicht mit Ruhm bekleckert. Mehr als das Liga-Mittelfeld dürfte auch diesmal kaum möglich sein.
Die große Unbekannte ist Aufsteiger Blau Weiß Linz. Der Traditionsklub hat seinen Kader zuletzt deutlich aufgestockt. 28 Spieler stehen derzeit bei BW Linz unter Vertrag. Anzunehmen, dass Trainer und Vorstand dieses Aufgebot noch etwas abspecken werden.
Eine spannende Saison ruft
In wenigen Tagen beginnt der Liga-Alltag wieder. Jedes Team muss sich von Neuem beweisen und sich einen guten Platz in der Tabelle erkämpfen. Mit Spannung blicken die Fans auf die ersten Topduelle. Wenn es zum Beispiel am 19. Juli zum Linzer Derby zwischen Blau Weiß und dem LASK kommt. Dann steht fast ganz Oberösterreich Kopf. Kann der LASK die Probleme des vergangen Jahres abschütteln? Und wie präsentiert sich der Liga-Neuling? Fragen, die erst die kommenden Wochen beantworten werden.
Nicht minder interessant sind die Vorarlberg-Derbys. Egal ob FCL gegen die Austria oder Altach gegen einen der anderen Ländle-Klubs.Da ist immer Emotion und Spannung garantiert. Der Westen wird ein gewichtiges Wort mitreden, wenn es um den Titel geht. Noch weiß niemand, wer am Ende der Saison 2011/12 ganz oben und ganz unten stehen wird. Fest steht, ein Großteil der Vereine dürfte sehr ausgeglichen sein, was die Stärke des Kaders betrifft. Damit sind spannende Monate praktisch garantiert. Und die Fußballfans dürfen sich auf enge Spiele und knappe Entscheidungen freuen.
