
- Südseeparadies Cook Islands - Lothar Henke / pixelio.de
Die Cookinseln sind ein aus mehreren Inselgruppen bestehender Inselstaat im Südpazifik. Wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus. Bezahlen kann man mit Neuseeland-Dollar oder Cook-Island-Dollars, die es übrigens auch in dreieckigen Münzen gibt. Auf den 15 Inseln leben insgesamt etwa 20.000 Einwohner. Schwerkriminalität ist nicht unbedingt das, was mit den malerischen Trauminseln assoziiert wird. Aber es zeigt sich, dass das Verbrechen überall zu Hause ist - sogar im irdischen Paradies, einem Atoll namens Aitutaki. Am Donnerstag bestahlen Täter die einzige Bank und erbeuteten eine hohe Geldsumme. Die gut 2.000 Einwohner von Aitutaki verloren den Großteil ihrer gesamten Ersparnisse.
Der Bankenraub im Südpazifik
Der genaue Zeitpunkt des Coups ist unbekannt. Jedenfalls bestätigte Bürgermeister John Baxter laut internationaler Presse am Donnerstag, dass unbekannte Täter „kürzlich nachts“ in die einzige Bank der Insel eingebrochen hätten. Danach seien aus der Filiale der „Bank of Cook-Islands“ rund 200.000,- Neuseeland-Dollars (umgerechnet etwa 116.000,- Euro) gestohlen worden. „Alle Bewohner, die Großmütter und sogar Schulkinder haben hier ihre Ersparnisse angelegt.“ wird der Bürgermeister von der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ in ihrer Freitagausgabe zitiert (vom 19. August 2011/ S. 8). Mit dieser hohen Geldsumme flüchteten die Täter auf unbekannte Art und hinterließen vorerst einmal nur Ratlosigkeit. Von der Hauptinsel Rarotonga wurden Polizeiermittler auf das etwa 260 Kilometer entfernte Atoll Aitutaki eingeflogen. Während sich die örtliche Geistlichkeit schockiert zeigte und der Bürgermeister selbst nicht an eine Täterschaft unter der eigenen Bevölkerung glaubt, schließt die Polizei dies jedenfalls nicht aus. Laut Frankfurter Neuer Presse (Online-Ausgabe vom 19.08.2011) forderten die Ermittler die Bewohner der Insel auf, darauf zu achten, ob jemand mehr Geld ausgeben würde als normalerweise. Zumindest auf Aitutaki dürfte dies allerdings nicht ganz einfach werden, bestehen doch kaum Einkaufsmöglichkeiten.
Die Flucht der Täter über den Pazifik
Bleibt also nur die Flucht über den Südpazifik. Positiv für die Täter ist mit Sicherheit, dass ihre beiden in Frage kommenden Fluchtfahrzeuge, nämlich Boot oder Flugzeug, kaum Spuren hinterlassen können. Das Atoll verfügt zwar auch über ein Flugfeld, aber auch die Möglichkeit eines Wasserflugzeuges wird in Betracht gezogen. Doch stellt sich die Frage, wer außer den Einheimischen, von der kleinen Bank und vor allem der relativ hohen verwahrten Geldsumme wissen konnte. Und obwohl Bürgermeister Baxter betont: „Wenn das ein paar Burschen von hier getan hätten, wäre die Sache herausgekommen“ (Die Presse, 19.08.2011), so ganz sicher kann man nie sein.
Die Cook-Islands und das Atoll Aitutaki
Die Cook-Inseln bestehen aus insgesamt 15 Inseln, die in eine nördliche und eine südliche Gruppe untergliedert sind. Die Hauptinsel Rarotonga ist etwa drei Flugstunden von Neuseeland entfernt. Der neuseeländische Staat nimmt auch die außenpolitischen Interessen der Cook-Inseln wahr. Die Bevölkerung von etwa 20.000 Menschen besteht hauptsächlich aus Maori und deren Nachkommen. Eine der wenigen Ausnahmen stellt die Mini-Insel Palmerston dar. Hier sind alle 50 Einwohner direkte Nachfahren des Engländers William Marster. Der Tatort des Bankraubes, das Atoll Aitutaki liegt nochmals cirka 260 Kilometer nördlich von Rarotonga und ist nur etwa 18 Quadratkilometer groß.
Bildquellenangabe: Lothar Henke / pixelio.de
Viel Information in: Berry, Oliver: Rarotonga and the Cook-Islands (Lonely Planet Rarotonga & the Cook Islands), Lonely Planet Publications (2006).
