Erzeugergemeinschaft garantiert Qualitätsfleisch

Westfälischer Fleischermeister setzt auf Slow-Food-Bewegung

Christoph Laschke und Maria Büning - Basdorf
Christoph Laschke und Maria Büning - Basdorf
Manche Berufskollegen mögen ihn für einen Idealisten halten. Denn Fleischermeister Laschke setzt sich auf verschiedenen Ebenen konsequent für eine gesunde Ernährung ein.

„Meine Familie ist eine richtige Fleischer-Dynastie. Mein Großvater war schon Fleischer in Schlesien, mein Vater ist Fleischermeister, und sogar seine elf Geschwister arbeiten allesamt in Fleischereien – na klar, dass so etwas prägt“, sagt Christoph Laschke. In seinem Betrieb im münsterländischen Heek gibt es Spezialitäten nach traditionellen westfälischen und schlesischen Rezepten – und die Zutaten kommen von Bauernhöfen aus der Region. Als Gründungsmitglied des Erzeugerzusammenschlusses „Buntes Bentheimer Schwein“ arbeitet er nur mit Bio-Bauern zusammen, die sich der Nachzucht dieser Rasse verschrieben haben, weil das Fleisch von hoher Qualität und vor allem wohlschmeckend ist. Selbstverständlich verwendet Laschke für seinen westfälischen Schinken ausschließlich das Fleisch von Bentheimer Weideschweinen. „Aber es wird nicht mit Salz gespritzt, sondern in der Lake gesalzen und acht bis zehn Monate getrocknet“, betont der Meister. Und sein Vater, Lothar Laschke, ergänzt: „Guter westfälischer Knochenschinken wird mit Geduld und Liebe gemacht.“

Schutzgemeinschaft Westfälische Schinken- und Wurstspezialitäten

Schon in Schlesien galt bei Laschkes der Grundsatz „Qualität statt Masse“, und zahlreiche Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben geben ihnen Recht. Weil sie diese Einstellung für kommende Generationen bewahren wollen, ist Christoph auch Mitbegründer der Schutzgemeinschaft Westfälische Schinken- und Wurstspezialitäten e.V. und gleichzeitig deren Bindeglied zum Bio-Anspruch der Erzeugergemeinschaft. Diese schaffte es 2005 sogar auf den bundesweit ersten Platz im Wettbewerb „natürlich regional“.

Salone del Gusto

„Erhalten durch Aufessen“ lautet die Devise, die der Metzgermeister als langjähriges Mitglied der Slow Food Bewegung verinnerlicht hat. Deshalb war er mit anderen Mitgliedern der Erzeugergemeinschaft im vergangenen Herbst zum zweiten Mal als Aussteller beim „Salone del Gusto“ in Turin vertreten, einer großen Verbrauchermesse mit Spezialitäten aus aller Welt. Zusammen mit Maria Büning, von deren Naturlandhof er hauptsächlich das Fleisch für seine Spezialitäten bezieht, präsentierte er im Schinkenland Italien seine hausgemachten westfälischen Köstlichkeiten. Das Landesamt für Nahrung und Verbraucherschutz NRW hat die Teilnahme gefördert, aber dennoch, sagt Laschke, müsse man die Reise als Hobby verbuchen, denn die eigenen Kosten und der Stress stünden in keinem Verhältnis zum Erlös. Aber: „Wenn man nichts macht, macht man demnächst gar nichts mehr“, meint der umtriebige Fleischermeister, der trotz seines vielfältigen Engagements zusammen mit Ehefrau Petra im heimischen Betrieb alles im Griff zu haben scheint – dank seiner Schwester als rechter Hand im Verkauf und der 50-jährigen Betriebserfahrung seines Vaters und 15 Mitarbeitern. Immerhin gilt es, neben der Fleischverarbeitung und Wurstherstellung einen täglichen Mittagstisch, Catering-Aufträge und einen Versand-Service zu managen. „Ich habe den ganzen Produktionskreislauf geschlossen“, zeigt sich der 40-Jährige zufrieden über das Erreichte.

Dipl.-Volkswirt Angelika Basdorf ist ständige Aut , Basdorf

Angelika Basdorf - Angelika Basdorf Diplom-Volkswirt sozialwissenschaftliche Richtung Seit 1998 bin ich selbstständige freie Journalistin und ...

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