Beim European Song Contest 2012 in Baku / Aserbaidschan gewann Loreen für Schweden mit großem Abstand den ESC. Mit ihrem choreographisch und musikalisch gut inszenierten Song "Euphoria" traf sie den Geschmack ganz Europas am besten und gewann mit 372 Punkten mit einem äußerst deutlichen Punktvorsprung von 113 Punkten vor den zweitplatzierten singenden und tanzenden russischen Großmüttern und Zeljko Joksimovic als Vertreter Serbiens.

Die Wahl des Veranstaltungsortes

Mit seinem Sieg beim ESC 2012 in Baku erhielt Schweden die Berechtigung, den ESC 2013 in Schweden austragen zu dürfen. Experten und Insider waren davon ausgegangen, dass das mit circa 120 Millionen Fernsehzuschauern größte TV-Ereignis in Europa in der schwedischen Hauptstadt ausgetragen wird. Bereits mehr als 3000 Hotelzimmer waren bereits in Stockholm um den Veranstaltungstermin herum gebucht worden. Der ESC soll am 18. Mai 2013 ausgetragen werden.

Nach Loreens Sieg in Baku hatten sich Stockholm und Malmö um die Durchführung der Veranstaltung beworben. In einer denkbar knappen Entscheidung entschied sich Schwedens Fernsehen am 8. Juli für Malmö als Austragungsort.

Die kleinere Halle in Malmö setzt sich durch

Die kleinere Halle in Malmö hat gewonnen. Nicht obwohl die Halle kleiner ist, sondern weil sie kleiner ist. Martin Österdahl, der Produzent des ESC 2013, begründete die Entscheidung, dass Malmö mit der guten Infrastruktur und reichlich Erfahrung mit Musikfestivals und den schwedischen Vorentscheiden zum ESC den Vorzug erhalten habe. Bereits 1992 hatte der ESC in Malmö stattgefunden. „Beide Vorschläge waren gut ausgearbeitet“, so Österdahl. Die "Friends Arena" in Stockholm bietet 65.000 Zuschauern Platz, die "Malmö Arena" 15.000 und nach Einbau von Technik und Bühne für den ESC vielleicht noch 13.000 Zuschauern. Die Entscheidung für die kleinere Halle ist um so erstaunlicher, als der europaweite ESC und die schwedische Vorentscheidung dazu Marktanteile von 70 Prozent erreichen. In Deutschland sind diese Zahlen Utopie und wohl nur dann zu erreichen, wenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein sehr wichtiges Spiel zu absolvieren hat.

Der ESC soll wieder kleiner werden

Den Veranstaltern in Schweden lag sehr daran, den ESC wieder zu reduzieren und kleiner ausfallen zu lassen als jenen in Baku. Damit liegen sie mit der European Broadcasting Union (EBU), auf einer Wellenlänge. Auch sie will den ESC wieder „etwas herunterfahren“, denn die Veranstaltungen der letzten Jahre mit großen Hallen und horrenden Kosten hätten den ESC nicht verbessert.

Die kleinere Halle in Stockholm, die Globearena, war jedoch wegen der in Schweden die Fans begeisternden und ebenfalls im Mai in Stockholm stattfindenden Eishockey-WM bereits verplant. Die EBU möchte den European Song Contest lieber wieder in kleineren Hallen austragen. Nur ein solcher Schritt könne gewährleisten, dass die Kosten wieder sinken und somit auch kleine Teilnehmerländer nach einem eventuellen Sieg die Chance hätten, den Wettbewerb auszurichten.

Wieder ein Sieg der Provinz

Malmö mit seinen rund 300.000 Einwohnern ist seit Tallinn 2002 der kleinste Austragungsort für den ESC. Das Beste an Malmö ist, so sagen die Spötter, die direkte S-Bahn-Verbindung über die Öresundbrücke in die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Diese Diskussion ähnelt sehr stark jener in Deutschland, als es um den Veranstaltungsort für den ESC 2011 ging. Nicht die deutsche Hauptstadt Berlin, nicht Hamburg als die Medienmetropole und Stammsitz des für den ESC federführenden zuständigen Norddeutschen Rundfunks, und auch nicht Hannover als Veranstaltungsort der weltweit beachteten EXPO, sondern Düsseldorf bekam den Zuschlag.......und machte seine Sache sehr gut.

Quellen: Eurovision, ESC2013