Essbare Winterpilze: Judasohr, Rötelritterling und Perlpilz

Das Judasohr hat das ganze Jahr Saison - Maja Dumat / pixelio.de
Das Judasohr hat das ganze Jahr Saison - Maja Dumat / pixelio.de
Essbare Pilze, die im November und Dezember Saison haben - Judasohr, Rötelritterling und Perlpilz - wo man diese Winterpilze jetzt finden kann.

Jetzt in der kalten Jahreszeit gibt es noch einige Speisepilze zu finden. Das Judasohr der Violette Rötelritterling und der Perlpilz zählen zu den essbaren Winterpilzen, die noch von November bis Dezember und zeitweilig bis in den Januar hinein sprießen. Wobei das Judasohr das ganze Jahr Saison hat und sich größter Beliebtheit in der japanischen Küche erfreut.

Winterpilze im Wald sammeln

Die essbaren und schmackhaften Winterpilzarten lassen sich an einer Hand abzählen. Meist werden die schmackhaften Winterpilze von passionierten Sammlern gefunden. Die Pilze treten im Winter nicht annähernd so vermehrt wie in der warmen Jahreshälfte auf und extrem winterfeste Sorten verbergen sich auch oft gerne unter Schnee. Wie bei allen anderen Pilzen, ist auch bei den Winterpilzen Vorsicht geboten, denn auch sie haben giftige Doppelgänger.

Das Judasohr ( Mu-Err Pilz) – guter und geschätzter Speisepilz

Der Fruchtkörper dieses Pilzes wird 4-10 cm breit. Das Judasohr ist dünnfleischig, knorpelig, gallertartig und biegsam. Der Name diese Pilzes rührt von seiner ohrmuschelartigen Form, die aber auch muschelförmig oder schüsselartig sein kann. Das Judasohr weist eine olivbraune, violettgraue oder gelblich-braune Farbe auf. An der Innenseite ist seine Struktur glatt und glänzend, Außen ist er flaumfilzig und gräulich. Sein Stiel ist kurz, oft gar nicht vorhanden. Bei Trockenheit schrumpft das Judasohr stark zusammen, um sich bei feuchtem Wetter wieder vollkomen zu öffnen. Das Fleisch des Pilzes ist beinahe geruch- und geschmacklos, ist aber wegen seiner besonderen Konsistenz interessant in Speisen oder Salaten. In Japan ist das Judasohr sogar fest in den Speiseplan integriert. Das Judasohr wächst an Laubbäumen, ist aber hauptsächlich an schwarzen Holunderbäumen (holunderschwamm) angesiedelt. Saison hat er das ganze Jahr über.

Verwechslungsmöglichkeit des Judasohrs

Das Judasohr könnte mit dem Gezonten Ohrlappenpilz verwechselt werden, der ihm in seiner Form sehr nahe kommt, aber bunt gezont ist. Wobei eine Verwechslung keine Folgen nach sich ziehen würde, denn der Pilz ist zwar ungenießbar, aber nicht giftig.

Violetter Rötelritterling – guter Speisepilz

Der Violette Rötelritterling hat einen dickfleischigen 5-15 cm breiten Hut, der bereift ist. Hut, Stiel und Lamellen dieses Pilzes sind anfangs violett gefärbt, später nimmt der gesamte Pilz einen zarten Braunton an. Bei jungen Violetten Rötelritterlingen ist der Hut halbkugelig, glatt und eingerollt. Bei älteren Exemplaren ist er flach und wellig geformt. Die dichtgedrängten Lamellen des Violetten Rötelritterlings sind am kräftigen, faserigen Siel ausgebuchtet angewachsen. Die Lamellen lassen sich leicht vom Hutfleisch ablösen. Das Fleisch dieses Pilzes hat einen violetten Schimmer und ist weich und zart. Es riecht ein wenig parfümiert und ist mild im Geschmack. Der Pilz ist roh giftig! Selbst gekocht, kann er bei manchen Menschen Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Er tritt im Spätherbst als Massenpilz auf. Er wächst bevorzugt in Nadelwäldern, aber auch in humusreichen Laubwäldern und auf Wiesen. Saison: Juli - Anfang Dezember, zuweilen auch bis in den Januar hinein.

Verwechslungsmöglichkeit des Violetten Rötelritterlings

Der Violette Rötelritterling kann mit dem Blassblauen Rötelritterling verwechselt werden. Jedoch ist dessen Farbe deutlich heller als die des Violetten Rötelritterlings. Er kann auch mit dem Violetten Schleierling verwechselt werden. Wobei der Pilz sich durch seine tiefe violette Färbung deutlich von der Erscheinung des Violetten Rötelritterlings abhebt.

Der Perlpilz – guter Speisepilz

Der fleischige Hut des Perlpilzes wird bis zu 15 cm breit. Er hat eine fleischbräunliche Farbe und ist mit perlenartigen weißgelblichen oder hellrosa Flöckchen bedeckt. Diese Flöckchen können vom Regen abgewaschen sein. Die Oberhaut des Hutes lässt sich leicht abziehen, darunter ist das Fleisch rosa gefärbt. Bei jungen Pilzen ist der Hut halbkugelig, später weit aufgeschirmt. Die dichten Lamellen sind erst weiß und werden im Alter rosa-fleckig. Am Stiel sind sie angewachsen. Der Stiel ist fleischig, weißlich bis rötlich, an der knolligen Basis ist er weinrötlich. Der Perlpilz besitzt eine rockartige, stark geriefte Manschette, die weißlich-rosa gefärbt ist. An Druckstellen und Madengängen ist der Stiel weinrot gefärbt. Der Perlpilz sollte gekocht werden, da er roh giftig ist. Außerdem verdirbt er leicht, weshalb er recht schnell verarbeitet werden sollte. Dieser gesellige Speisepilz gedeiht in Laub- und Nadelwäldern, auf Sand-, Kalk- und Lehmböden. Saison: Juni – November

Verwechslungsmöglichkeit des Perlpilzes

Hut und Aussehen des Perlpilzes sind sehr variabel, weshalb man ihn oft verwechselt. Er ähnelt stark dem hochgiftigen Pantherpilz, der zeitgleich an gleichen Standorten angesiedelt ist. Jedoch besitzt der Pantherpilz eine ungeriefte Manschette und sogen. „Bergsteigersöckchen“. Auch der Fliegenpilz gehört zu den Doppelgängern des Perlpilzes. Im Vergleich zum Perlpilz, hat dieser unter abgezogener Huthaut ein gelbliches Fleisch und einen Warzengürtel an der Stielbasis.

Bildquellen: Maja Dumat / pixelio.de, Babsnrw / pixelio.de

Quellen: Steinbachs Naturführer: Pilze / Mosaik Verlag, natur-lexikon.com

Anna, Ghezzi

Anna Ghezzi - Als ständige Autorin der Rubrik Pilze freut es mich besonders, Sie durch die zauberhafte und faszinierende Welt der Mykologie ...

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