Esskultur des Mittelalters

Mittelalterlicher Metallofen - © Ich-und-Du  / pixelio.de
Mittelalterlicher Metallofen - © Ich-und-Du / pixelio.de
Zwischen 5. und 15. Jahrhundert vollzog sich ein erheblicher Wandel in Europas Küchen. Wie Dreifelderwirtschaft und Kreuzzüge die Ernährung beeinflussten.

Typisch waren zwei Mahlzeiten pro Tag. Eine große zu Mittag, und eine leichtere am Abend. Bis zum Hochmittelalter hielt sich dieses strikte System. Die Kirche sah ein Frühstück als ein zu frühes Brechen des nächtlichen Fastens an, deshalb wurde es von Geistlichen und dem kultivierten Adel vermieden. Aus praktischen Gründen jedoch wurde das Gebot von dem einfachen Bauernstand oft gebrochen, da die Menschen harte Arbeit zu verrichten hatten. Bei Kindern, Alten, Kranken und oft Frauen wurde ein Frühstück toleriert. Aber weil die Kirche von Völlerei und Sünde sprach, schämte man sich für ein Frühstück und nahm es möglichst unbemerkt zu sich.

Der Einfluss der Kirche

Sowohl die Katholische Kirche als auch die Orthodoxen Kirchen hatten mit ihren Feiertagen und Fastenzeiten großen Einfluss auf die Essgewohnheiten. So war zum Beispiel der Konsum von Fleisch ein Drittel des Jahres strengstens untersagt. Tierische Lebensmittel, wie Eier oder Milchprodukte waren ebenso verboten während der Fastenzeit und anderen Anlässen des Fastens, wie zum Beispiel der Eucharistie. Denn bevor einem die Beichte abgenommen werden konnte war es üblich, einen ganzen Tag nichts zu essen, da dies Abstinenz und Verzicht bedeutete. Während dieser Fastentage wurden die Mahlzeiten meist auf eine reduziert.

Zutaten und Speisen

Getreidebreie und -grützen zählten in allen Schichten zu den Grundnahrungsmitteln. Brot war bis ins elfte Jahrhundert Mangelware und selbst beim Adel und in den vornehmen Klöstern nicht alltäglich.

Fleisch war teuer und daher großteils dem Adel vorbehalten. Meist kamen Schwein, Huhn oder anderes Geflügel auf den Tisch. Wild hingegen spielte in der mittelalterlichen Ernährung nur eine geringe Rolle. Was Fisch betrifft, so erfreuten sich sowohl Kabeljau als auch Hering großer Beliebtheit.

Hunger an der Tagesordnung

Während es dem Adel an nichts mangelte, war bei den Bauernständen Hunger an der Tagesordnung. Dürren, Hochwasser, Plünderungen und Kriege führten zu einem ständigen Mangel an Nahrung. So gab es etwa Hungerperioden wie zwischen 1043 und 1045 oder 1225/26, in denen weite Gebiete Europas viele Tote auf Grund des Hungers zu verzeichnen hatten.

Skelettfunde zeigen, wie die Not kreativ machte. Denn war Getreide knapp und teuer, so handelte man mit Lebensmitteln wie Kastanien, Hülsenfrüchten, Eicheln und Farnen. Im Spätmittelalter milderten dann allerdings die günstigeren Handelsbeziehungen und die Erweiterung der Landwirtschaft die Folgen von Fehlernten.

Körpergröße

Die Ernährung hat erheblichen Einfluss auf die Körpergröße. Ernährt man sich in den Wachstumsjahren üppig und mit vielen tierischen Proteinen, so steigt die durchschnittliche Körpergröße. So war etwa der Adel größer als die arme Bevölkerungsschicht. Aber auch bei damaligen Nutztieren ist ein Unterschied zu verzeichnen. So waren Hühner und Schweine kleiner als heute.

Lebensmittelverfälschung

Wo die Not besonders groß war, da waren die Lebensmittelfälscher nicht weit. Deshalb waren auch die Strafen besonders hoch. So wurden einem für die Verfälschung von Lebensmitteln zum Beispiel die Augen ausgestochen. Diese drastische Maßnahme hatte im Mittelalter ein Leben auf der Straße zur Folge.

Weitere Informationen zu diesem Thema:

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