Eukalyptus - Wirtschaftsfaktor oder ökologisches Problem?

Eukalyptus Rinde - Heike Dommnich
Eukalyptus Rinde - Heike Dommnich
Eukalyptus spielt als Wirtschaftsfaktor eine bedeutende Rolle. Sein Anbau in Plantagen bringt jedoch große ökologische Probleme mit sich.

Fast alle der über 600 verschiedenen Eukalyptusarten sind ausschließlich auf dem australischen Kontinent heimisch, einige wenige besiedeln Neuguinea und den indomalaiischen Raum. Inzwischen wird Eukalyptus weltweit überall dort angebaut, wo es das Klima erlaubt. In Brasilien werden riesige Flächen mit Eukalyptus bepflanzt, um den Bedarf an Fasern für die Zellstoffindustrie zu decken. Die Art Eukalyptus globulus konnte mit Erfolg in den milden Gebieten Europas angesiedelt werden. Die Monokultur bringt jedoch zahlreiche ökologische Probleme mit sich. Aus ökonomischer Sicht ist Eukalyptus aber ein weltweit wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Botanische Einordnung und Besonderheiten des Eukalyptus

Alle Eukalyptusarten gehören in die Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) . Hier bilden sie mit anderen Arten die Unterfamilie Leptospermoideae. Eine Besonderheit bei Eukalyptusarten ist es, dass sie als junge und ältere Pflanzen verschiedene Blattformen haben (Heterophyllie). Die Blätter der jungen Pflanzen stehen kreuzgegenständig, sitzen mit der Blattbasis unmittelbar an der Achse, sind oft relativ zart und herzförmig. Später wechseln die Blätter mit Blattstiel in eine spiralige Stellung und sind sehr oft sichelförmig lang. Der Laie kann die zugehörigen Jugend- und Altersblätter kaum zuordnen, da die Blattformen sehr verschieden und variabel sind. Typisch für viele Eukalyptusarten ist die Borke, welche in großen Platten oder Streifen wie bei der Platane abgestoßen wird. Mehrere Arten des Eukalyptus bilden schlanke, sehr gerade Stämme, die bis zu 100 Meter hoch wachsen.

Eukalyptus ist weltweit ein bedeutendes Nutzholz

Einige Eukalyptusarten zeichnen sich durch eine extreme Festigkeit ihres Holzes aus, bekannt als „Ironbark“. Eukalyptus sideroxylon lagert in seine Zellwände z.B. Silizium ein. Das Holz ist gegenüber Seewasser völlig resistent und wird oft für Unterwasserbauten verwendet. Andere Hölzer sind in der Möbelindustrie und zur Herstellung von Holzkohle beliebt. Neben dem Holz werden schon seit Jahrhunderten die ätherischen Öle des Eukalyptus genutzt. Alle Arten enthalten in den Blättern ätherische Öle (Diterpene) oder Ölharze (Polyterpene). Sie werden in der Parfumindustrie und für medizinische Zwecke eingesetzt. Die Blätter des Eukalyptus citriodora enthalten das Öl Citronella, welches zur Herstellung von Menthol verwendet wird.

Die größte Bedeutung des Eukalyptus hat heute jedoch die Verwendung der Fasern in der Papierindustrie. Eukalyptus regnan ist heute der wichtigste Lieferant für die australische Papierindustrie. In Europa spielt die Art Eukalyptus globuslus (Blauer Eukalyptus) eine bedeutende Rolle. Der Baum liefert die Fasern für hochwertigen Zellstoff und Premiumpapiere.

Eukalyptusplantagen bringen ökologische Probleme mit sich

Aus ökologischer Sicht sind Monokulturen von Eukalyptusbäumen sehr problematisch. Wo Eukalyptus wächst, haben andere Pflanzen keine Chance. Seine Wurzeln reichen so tief in die Erde, dass sie den Boden auf Jahre hinweg auslaugen. Gleichzeitig sind die Bäume so schnellwüchsig, dass andere heimische Gehölze und Pflanzen sich nicht behaupten können. In Portugal verdrängt der Eukalyptus immer mehr die heimischen Pinien, Korkeichen oder Olivenhaine. Noch dazu kommt die extrem erhöhte Waldbrandgefahr durch den hohen Anteil der ätherischen Öle in den Blättern. Diese Waldbrände fördern wiederum die Ausbreitung des Eukalyptus, da deren Samen, Wurzeln und oft auch die Stämme dabei nicht vernichtet werden. Der Baum profitiert vom Waldbrand. Zusätzlich vertreibt der strenge Geruch nach Menthol oft heimische Insekten und Tiere. Die Monokulturen bieten der Tierwelt keinen Lebensraum. Der Boden verarmt und die Natur ebenso.

Diese Probleme betreffen nicht nur Europa sondern auch besonders Brasilien. Da der ökonomische Nutzen des Eukalyptus jedoch so bedeutend ist, bleibt es eine Herausforderung der Zukunft, hier Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ist gefordert.

Quellen und Links:

Urania Pflanzenreich Höhere Pflanzen 2 – Urania-Verlag – Seite 133 und folgende

Merian classic Portugal von Bettina Winterfeld

Eukalyptus-Plantagen in Brasilien – nachhaltige Holzproduktion oder ökologisches Desaster?

Lexikon der Hölzer auf der Webseite der Firma Holz-Schröer

Heike Dommnich, Heike Dommnich

Heike Dommnich - Heike Dommnich schreibt als freie Autorin für verschiedene Internetportale, fotografiert als gärtnernde Imkerin vor allem ...

rss