Europameister 2008 Spanien

Spanisches Fußball-Nationalteam ist Nummer 1 der Weltrangliste

Seit fast drei Jahren sind die spanischen Fußballer ungeschlagen. Bisheriger Höhepunkt der langen Erfolgsserie war der EM-Titel 2008.

Es war schon beeindruckend, mit welcher spielerischen Sicherheit die spanischen Fußballer bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz den Titel gewannen. Drei überzeugende Siege in der Vorrunde, ein verdienter 4:2-Erfolg im Elfmeterschießen gegen den Weltmeister Italien im Viertelfinale und ein souveräner 3:0-Sieg im Halbfinale gegen Russland. Im Endspiel ließen die spielstarken Iberer dann auch Deutschland keine Chance und gewannen nach dem hochverdienten 1:0-Erfolg den zweiten EM-Titel nach 1964.

Bislang war Spanien vor fast jedem großen Turnier als Geheimfavorit gehandelt worden, hatte sich dann aber immer wieder aus den verschiedensten Gründen frühzeitig geschlagen geben müssen. Nach dem EM-Titel 1964, als die Endrunde in Spanien nur mit vier Teams ausgetragen wurde, konnte der aktuelle Weltranglisten-Erste vor der EM 2008 damit nur den Olympiasieg 1992 (3:2-Finalsieg gegen Polen) in Barcelona vorweisen. Vier Jahre später kam in Sydney noch einmal die Olympische Silbermedaille dazu, als die Spanier im Endspiel gegen Kamerun eine unglückliche 3:5-Niederlage nach Elfmeterschießen kassierten.

EM-Torschützenkönig David Villa

Diesmal hatte der erfahrene Trainer Luis Aragones eine perfekte Mischung aus jungen und routinierten Spielern zusammengestellt. Dafür hatte er unter anderem mit Raúl (Real Madrid) den erfolgreichsten spanischen Angreifer der vergangenen Jahre nicht für den EM-Kader nominiert. Stattdessen sorgten in Österreich und der Schweiz vor allem David Villa und Fernando Torres für die Tore. Während Villa vom FC Valencia mit insgesamt vier Treffern Torschützenkönig des Turniers wurde, traf Finalsieg-Torschütze Fernando Torres (FC Liverpool) insgesamt zweimal. Bester Spieler des gesamten Turniers wurde der Mittelfeldspieler Xavi vom FC Barcelona. Neben Xavi wurden gleich acht Spanier in das insgesamt 23 Spieler umfassende All-Star-Team des EM-Turniers berufen.

Spanien seit 29 Spielen ungeschlagen

Der Rückenwind des überzeugenden EM-Titels hält auch unter dem neuen Trainer Vicente del Bosque weiter an. Wie schon unter EM-Trainer Luis Aragones, der seit Saisonbeginn den türkischen Spitzenklub Fenerbahce Istanbul trainiert, wird „Volksheld“ Raúl auch vom neuen Coach nicht mehr für die spanische Auswahl berücksichtigt. Del Bosque, der Real Madrid als Trainer zweimal (2000, 2002) zum Champions-League-Sieg führte, setzt wie sein Vorgänger auf eine Mischung auf Routiniers wie Torhüter Iker Casillas (Real Madrid) oder Abwehr-Ass Carlos Puyol (FC Barcelona) und Talente wie den 21-jährigen Cesc Fabregas (Arsenal London). Und der Erfolg gibt dem neuen Coach eindeutig recht.

Inzwischen sind die mit vier Siegen in die Qualifikation für die FIFA Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gestarteten Spanier seit insgesamt 29 Spielen ungeschlagen. Die letzte Pleite kassierten die Iberer am 15. November 2006, als sie im heimischen Cadiz das Freundschaftsspiel gegen Rumänien verloren.

Andreas Neustadt, Andreas Neustadt

Andreas Neustadt - Bereits seit 1997 bin ich als Journalist tätig. Nach einem Praktikum in einer Lokalredaktion der Elbe-Elster-Rundschau begann ich ...

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