
- Bambuswald in Anduze - H.J.Scholten
Im fernen Osten ist der Bambus, der hierzulande seinen Stellenwert hauptsächlich in Blumentöpfen und Rattanmöbeln aufzeigt, aus dem Leben der Menschen nicht wegzudenken.
Bambus ist Nahrung und Baumaterial
Bambus dient als Nahrungsmittel, hält den Rekord im Schnellwachsen, ist ähnlich belastbar wie Stahl und als Rohstoff viel billiger als Metall oder Kunststoff.
Mit der Bimmelbahn zur Bambouseraie de Prafrance Anduze
Um im Bambuswald zu stehen, braucht man aber nicht unbedingt nach Asien zu fahren. Denn im Süden von Fankreich, eine dreiviertel Stunde von Nimes entfernt, im Cevennenstädtchen Anduze gedeiht Europas größter Bambuswald, mit dem Namen "Bambouseraie de Prafrance Anduze". Wer Zeit hat und nicht viel Gepäck im Auto zurücklassen muss, kann die letzten Kilometer von Anduze aus mit einem altertümlichen Bummelzug fahren, der zwischen dem Städtchen und dem eigens für die "Bambouseraie" eingerichteten Bahnhof pendelt und die Besucher, zumindest deren Augen, in einen anderen Kontinent bringt.
Bambus ist seit 200 Millionen Jahren nachweisbar
Besonders die Bambusart "Phyllostachys", die seit über 200 Millionen Jahren auf der Erde nachweisbar ist, prägt das Bild des Bambuswalds. Die Arten des Phyllostachys wachsen bis zu vier Zentimeter in der Stunde und erreichen Höhen zwischen sechs bis 28 Meter. Diese Bambusart ist besonders bei Handwerkern beliebt, die aus den Stangen Möbel herstellen. Aber der Bambus ist nicht nur eine Nutzpflanze, in China und Japan wird er als heiliger Baum verehrt.
Pandabären brauchen Bambus
Mit dem Bambus der "Bambouseraie de Prafrance Anduze" wird in unseren Tagen auch moderne Zootierhaltung realisiert. Denn Pandabären brauchen zum Überleben frische Bambusblätter, die
von der "Bambouseraie" an verschiedene zoologische Gärten geliefert werden.
Drei Stunden dauert die Besichtigung der Bambouseraie de Prafrance Anduze
Über einen eindrucksvollen Pfad der sich durch den Bambuswald schlängelt, erreicht man die anderen exotischen Attraktionen der Bambouseraie. Hervorzuheben sind besonders der männliche und weibliche Gingkobaum und der Hexenbesen. Aber auch Bananen, verschiedene Eichenarten, Magnolien und Palmen verdienen Beachtung. Etwa drei Stunden dauert der Rundgang durch die Bambouseraie de Prafrance Anduze, der auf einer der zahlreichen Parkbänke oder auch in der Cafeteria zum Ende kommt.
Günstiges Mikroklima begünstigt das Wachstum des Bambuswaldes
Wer mit dem Lastwagen angereist ist, kann lebenden Bambus bis zu einer Länge von zwölf Metern für sein Gewächshaus einkaufen, natürlich geht es auch kleiner in Blumentöpfen oder sogar getrocknet im Tütchen. Das günstige Mikroklima, der tiefe fruchtbare Boden und das Wasser des Gardon brachten den Botaniker und Kaufmann Eugene Mazel auf die Idee, Bambus im Cevennental zu akklimatisieren, was 1855 zur Gründung der Bambouseraie de Prafrance Anduze führte.
Besonders zur Blütezeit lohnt der Besuch des Parks
Heute sind 100 verschiedene Arten von Bambus und viele andere exotische Pflanzen zu bewundern. Ein asiatisches Dorf, historische Gewächshäuser, ein Wassergarten und die moderne Infrastruktur eines Freizeitparks runden den Besuch ab. Zwischen Ostern und Allerheiligen ist die Bambouseraie de Prafrance Anduze geöffnet und besonders in der Blütezeit lohnt der Besuch.
